12.11.07 Nachhaltige Aktien , Meldungen

12.11.2007: Wochenrückblick: Conergy-Vorstand Rüter wirft das Handtuch – Zwei Börsengänge im Bereich Landwirtschaft – init innovation in traffic systems AG steigert Wachstumstempo – Umsatzsprung bei Interseroh AG

In der vergangenen Woche hat der DAX 0,47 Prozent verloren auf 7.819,47 Punkte. Der US-amerikanische Leitindex Dow-Jones gab um 2,22 Prozent auf 13.266,29 Punkte nach. Der japanische Nikkei-Index verlor drastisch: Er büsste 6,51 Prozent ein und schloss bei 15.771,57 Punkten. Öl hat sich weiter verteuert. Der Preis für die Sorte „Brent“ kletterte im Vergleich zur Vorwoche um 1,8 Prozent auf 91,99 US-Dollar. Kupfer ist noch billiger geworden; der Preis pro Tonne sank um 6,80 Prozent auf 7.020,50 Dollar (Copper Grade A). Der Euro verteuerte sich um 1,6 Cent auf 1,467 Dollar.

Einen Großauftrag über die Lieferung von 67 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 201 Megawatt meldete der dänische Weltmarktführer bei Windturbinen, Vestas Wind Systems A/S. Auftraggeber sei Horizon Wind Energy, ein Windkraftprojektierer aus Houston, Texas, der zu Energias de Portugal, SA, gehöre.
Vestas hat im dritten Quartal 2007 den Umsatz auf 1,15 Milliarden Euro gesteigert (Vorjahreszeitraum: 842 Millionen). Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) hat sich mit 102 Millionen Euro mehr als verdoppelt (2006: 40 Millionen). Die EBIT-Marge stieg von 4,8 auf 8,9 Prozent. Der Auftragsbestand wuchs von 3,1 auf 4,1 Milliarden Euro.

Der Norderstedter Windanlagenbauer Nordex AG soll 60 Turbinen der Baureihe N90/2500 an BP Alternative Energy North America Inc. liefern. Der Auftrag schließe fünf Jahre Service mit ein, hieß es. Die Norderstedter bereiten laut der Meldung zurzeit den Aufbau eigener Werke in den USA vor, um Projekte in den USA und Kanada zu beliefern.

Um 46,4 Prozent auf 478,2 Millionen Euro hat die Bonner SolarWorld AG den Umsatz in den ersten neun Monaten gesteigert. Das EBIT wuchs um 29 Prozent auf 117,4 Millionen Euro. Damit sei das Gesamtjahresergebnis aus 2006 von 118 Millionen Euro nach neun Monaten knapp erreicht worden, hieß es. Der Vorstand bekräftigte seine Wachstumsprognose von mindestens 20 Prozent für Umsatz und das EBIT in 2007.

Die Payom Solar AG aus Merkendorf verbuchte für die ersten neun Monate Umsatzerlöse von 7,7 Millionen Euro, das EBIT betrug 544.000 Euro. Die operative Umsatzmarge lag bei 7,0 Prozent. Das Nachsteuer-Ergebnis bezifferte Payom auf 425.000 Euro, das Ergebnis je Aktie auf 0,59 Euro. Bis Jahresende sollen Umsatz und EBIT demnach auf rund 12,0 und 0,75 Millionen Euro steigen.

Der im TecDAX notierte Solarkonzern Conergy AG hat für Schlagzeilen gesorgt: Vorstandschef und Gründer Hans-Martin Rüter ist zurück getreten. Das Hamburger Unternehmen berichtete einen Liquiditätsengpass, Mittelzuflüsse in Höhe von 100 Millionen Euro hätten das Loch gestopft. Aufsichtsratschef Dieter Ammer hat Rüters Vorstandsaufgaben vorläufig übernommen.
Markus Straub von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) bezeichnete die Conergy AG in einem Interview als „Sanierungsfall". Er schätze den Abschreibungsbedarf des Unternehmens auf einen dreistelligen Millionenbetrag, so Straub.

Die centrotherm photovoltaics AG hat für 22 Millionen Euro 100 Prozent der Anteile der Spezialistin für Anlagenbau FHR Anlagenbau GmbH erworben. FHR beherrsche unter anderem die so genannten „Sputter-Systeme“, so centrotherm. Sputtertechnik sei eine Schlüsseltechnologie und bei der Produktion von Dünnschichtsolarzellen. Centrotherm finanziert den Kauf aus dem Emissionserlös des Börsengangs.

Die Spezialistin für Kristallzucht-, Vakuum- und Plasmatechnologie, PVA TePla AG, hat die Umsatzerlöse in den ersten neun Monaten 2007 um 47,6 Prozent auf 78,2 Millionen Euro gesteigert. Das EBIT verdoppelte sich auf 5,1 Millionen Euro. Die EBIT-Marge verbesserte sich auf 6,5 Prozent. Der Konzernüberschuss lag mit 3,0 Millionen Euro fast 100 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Auftragseingang kletterte auf 83,1 Millionen Euro.

Durch die Erweiterung bestehender langfristiger Lieferverträge will das US-Solarunternehmen First Solar Inc. bis 2012 rund eine Milliarde Dollar zusätzlich einnehmen. Laut dem Unternehmen aus Phoenix, Arizona, erhöht sich das Liefervolumen demnach auf 557 Megawatt (MW). First Solar will in Malaysia weitere vier Produktionslinien für Solarmodule errichten. Damit steige die Zahl der Produktionslinien auf 16.

US-Aktionäre des chinesischen Solarunternehmens Solar Co. Ltd. schließen sich zu einer Sammelklage auf Schadenersatz gegen das Unternehmen zusammen. Sie wollten die mangelhafte Informationspolitik der LDK gerichtlich untersuchen lassen, hieß es. Ein ehemaliger LDK-Angestellter hatte kürzlich den Vorwurf der falschen Inventarisierung von Rohstoffreserven erhoben.

Statt 460 bis 480 Millionen Dollar will die chinesische Yingli Green Energy Holding Company Limited im laufenden Geschäftsjahr 500 bis 510 Millionen Dollar umsetzen. Das teilte der Solarmodulhersteller mit Sitz in Baoding mit. Liansheng Miao, Chairman und CEO von Yingli, räumte ein, dass für 2008 erst etwas mehr als die Hälfte der benötigten Rohstoffkapazitäten gesichert seien. Für 2007 sei die Versorgung gesichert. Im 3. Quartal wuchs der Umsatz des Unternehmens im Vergleich zum 2. Quartal um knapp 42 Prozent auf 170,4 Millionen Dollar. Der Nettogewinn kletterte um 183,1 Prozent auf 23,9 Millionen Dollar.

Aus gebrauchtem Brat- und Frittierfett der Berliner Gastronomie soll ein Tochterunternehmen des Biodieselherstellers Petrotec AG Biodiesel herstellen. Wie Petrotec mit Sitz in Borken berichtete, wurde ein entsprechender Vertrag zwischen der Berliner Entsorgungsgesellschaft BRAL Reststoff-Bearbeitungs GmbH und der Petrotec-Tochter VITAL Fettrecycling GmbH geschlossen. Die Partner wollten mittelfristig 2.000 bis 3.000 Tonnen Altspeisefett pro Jahr verarbeiten

Aktien der Hamburger KTG Agrar AG sollen ab dem 15. November im Frankfurter Open Market (Entry Standard) gehandelt werden. Die Gesellschaft zählt sich mit einer Anbaufläche von rund 14.000 Hektar zu den führenden Produzenten von Agrarprodukten in Europa. Die Preisspanne für die Aktien der KTG beträgt 16,00 bis 17,50 Euro pro Aktie. Der Gesamtbruttoemissionserlös kann bis zu 31,5 Millionen Euro betragen. Die Zeichnungsfrist läuft bis zum 13. November 2007.

Für den 16. November ist der Börsengang der Asian Bamboo AG im Frankfurter Prime Standard geplant. Das Hamburger Unternehmen produziert Bambus. Im Geschäftsjahr 2006 belief sich der Umsatz auf 10,89 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss lag demnach bei 3,94 Millionen Euro. Die Bambusaktie kann bis zum 14. November gezeichnet werden. Die Preisspanne beträgt 13,50 bis 17,00 Euro. Als Brutto-Emissionserlös hofft Asian Bamboo auf 75 Millionen bis 95 Millionen Euro.


Die Autokonzerne Daimler und Ford haben die Brennstoffzellensparte der Ballard Power Systems Inc. für Automobile vollständig übernommen. Laut Ballard zahlten die Autobauer 95 bis 105 Millionen Dollar für die Sparte.

Finanzvorstand Brüning hat den Fahrradhersteller Mifa Mitteldeutsche Fahrradwerke AG mit Sitz in Sangerhausen verlassen. Er habe sein Amt aus „persönlichen Gründen“ niedergelegt, hieß es. Auffallend im Zusammenhang mit dem Ausscheiden: Die Mifa-Aktie brach wenige Tage zuvor massiv ein.

Die Schweizer Geberit AG hat in den ersten neun Monaten ihren Umsatz um 16,9 Prozent auf 1,93 Milliarden Schweizer Franken gesteigert. Das EBIT stieg um 14,2 Prozent auf 455,5 Millionen Schweizer Franken, teilte das Unternehmen aus Rapperswil mit. Das Nettoergebnis verbesserte sich um 28 Prozent auf 375,7 Millionen Dollar. Die Umsatzrendite kletterte von 17,7 auf 19,4 Prozent.

Ormat Technologies, Inc. aus Reno, Nevada hat den Umsatz in den ersten neun Monaten auf 225 Millionen Dollar gesteigert (Vorjahr: 202 Millionen). Das EBIT des Geothermieunternehmens sank von 55,1 auf 33,1 Millionen Dollar. Das Nettoergebnis verschlechterte sich von 30,2 auf 18,5 Millionen Dollar.

Die österreichische Kartonherstellerin Mayr-Melnhof AG (MMK) hat 53 Prozent an dem jordanischen Faltschachtelproduzenten, Al-Ekbal Printing & Packaging Co, mit Sitz in Amman erworben. Ziel der Transaktion sei es, den arabischen Raum verstärkt zu erschließen und insbesondere in den Sektoren Zigaretten- und Waschmittelverpackung, weiter zu wachsen, so MMK. Die Altpapiertochter Johann Spiehs & Co GmbH will MMK an das österreichische Entsorgungsunternehmen AVE verkaufen.

Die Verkehrstelematikspezialistin init innovation in traffic systems AG verbuchte in den ersten neun Monaten ein Umsatzplus von 40 Prozent auf 34,5 Millionen Euro. Das EBIT nahm um rund 36 Prozent auf 4,5 Millionen Euro zu. Der Konzernüberschuss erhöhte sich um 50 Prozent auf 3,4 Millionen Euro. Das gesetzte Umsatzziel für 2007 könne „mit hoher Sicherheit“ erreicht werden, hieß es.

Der Landsberger Großküchenausrüster Rational AG hat seine Prognosen in den ersten neun Monaten 2007 nach eigenen Angaben deutlich übertroffen. Laut dem Unternehmen wuchsen die Umsatzerlöse von 198,8 Millionen Euro im Vorjahr auf 235,6 Millionen Euro. Das EBIT verbesserte sich auf 60,5 Millionen Euro.

Der niederländische Logistikdienstleister Ifco Systems N. V. sieht sich auf gutem Weg zu einer Erholung seiner Geschäftsaktivitäten. Das Unternehmen mit Sitz in Pullach berichtete für die ersten neun Monate ein Umsatzplus von 4,4 Prozent auf 511,7 Millionen Dollar. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um 9,7 Prozent auf 77,4 Millionen US-Dollar.

Die Spezialistin für Wärmedämmverbundsysteme Sto AG wird im laufenden Geschäftsjahr weniger Gewinn erwirtschaften als ursprünglich erwartet. Laut dem Unternehmen aus Stühlingen stieg der Konzernumsatz in den ersten neun Monaten um 6,7 Prozent auf 679,6 Millionen Euro. Im Gesamtjahr erwartet das Unternehmen einen etwa 5 Prozent höheren Konzernumsatz von rund 900 Millionen Euro.

Gut 20 Prozent mehr Umsatz meldete die Kunststoffspezialistin Masterflex AG für die ersten neun Monate. Das Unternehmen aus Gelsenkirchen verbuchte demnach Erlöse in Höhe von 100,8 Millionen Euro. Das EBIT verbesserte sich um 7,2 Prozent auf 9,7 Millionen Euro. Der Nettogewinn kletterte um 9,0 Prozent auf 5,0 Millionen Euro.

Der Kölner Rohstoff- und Recyclingkonzern Interseroh AG meldete einen Umsatzsprung um 46,7 Prozent auf 1.336,6 Millionen Euro für die ersten neun Monate. Das EBIT hat sich mit 53,6 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Trotz verschiedener Akquisitionen sei es gelungen, die Nettoverschuldung im Vergleich zu 2006 auf gleichem Niveau zu halten, so Interseroh. Dies biete Raum für weiteres geplantes Wachstum.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie auf unserer Informationsseite Kurse.

Bilder: Vestas hat weltweit die meisten Windkraftanlagen errichtet; Kristallisation bei der PVA TePla AG; Camp "Dranske" der Regenbogen AG; Ein wichtiger Geschäftsbereich der Interseroh AG ist das Stahlrecycling. / Quelle jeweils: Unternehmen

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.
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