12.12.02

12.12.2002: Meldung: Stoffkontor: Hemden aus Brennnesseln erobern Textilmarkt

Unglaublich, aber wahr! Es ist soweit, die weltweit allerersten Textilien aus Brennnesseln kann man jetzt in Deutschland kaufen. Nicht juckend oder brennend, wie man zuerst denken würde, auch nicht grün oder braun und schon gar nicht minderwertig oder langweilig. Es ist viel eher ein Textil, das das Zeug hat, Karriere zu machen. Irgendwie hat es Ähnlichkeit mit vielem, was man bereits kennt, nur eben vereint zu einem einzigartigen neuen Textil. Es glänzt etwas wie edle Wildseide, fühlt sich an wie eine Mischung aus sanfter Baumwolle und rustikalerem Hanf, hat die Struktur von feinem Leinen mit einem Schuß von irgendetwas und ist dabei weich fließend wie so manches Textil aus Polyester. Der flüchtige Blick lässt kaum erahnen, wie viel Zündstoff in der neuen Naturfaser für den Textilmarkt steckt.

Man muss es sich noch mal auf der Zunge zergehen lassen: es handelt sich um eine Textilfaser, die aus Brennnesseln gemacht ist! Eine Pflanze, die heimisch in unserem Klima fast überall wild wächst und nicht klein zu kriegen ist, und die wohl jedem von uns schon erfolgreich demonstriert hat, wie wehrhaft sie ist. Brennnessel steht seit Urzeiten für das Extreme, für Ausdauer und Lebenskraft, für das Unüberwindliche und Unzerstörbare. Man glaubte früher auch bei uns, Götter wären dabei im Spiel gewesen. Noch heute gilt die brennende Pflanze bei vielen Völkern rund um den Erdball als Geschenk der Natur oder der Götter. Bestimmt nicht wegen ihrer wenig ausgeprägten Schönheit. Es sind die unglaubliche Vitalität der Pflanze und ihre geheimnisvollen Eigenschaften, die den Menschen seit je her von größtem Nutzen sind. Und das nicht nur als Nahrung oder als Medizin, als Farbstoff, Dünger oder als Pflanzenschutz, die Fasern der Nesseln sind für die Entwicklung der Menschen schon immer von besonderer Bedeutung gewesen. So wurden Pfeil und Bogen mit reißfesten Nesselfasern umwickelt, die Schiffssegel der nordischen Seefahrervölker waren aus Nesseln, ebenso die Schiffstaue. Die Ausdrücke "nähen" und "Netz" sind aus dem Wort Nessel (Urwort "ne") entstanden. Das Nesseltuch war viele tausend Jahre lang ein weit verbreitetes Gewebe mit hoher Popularität, auch wenn es früher sehr grob war und bis zum Verschwinden vor etwa 100 Jahren als das Leinen der armen Leute galt. Und nun, viele Jahrzehnte später, beginnt ein neuer Siegeszug mit der alten Pflanze. Moderner zwar und mit viel technischer Innovation in der Verarbeitung, aber dennoch ganz naturnah in allen Produktionsstufen. Der Natur über die Schulter geschaut und gelernt, wie sie es macht. Brennnesselfelder als Naturbiotope, durch moderne Landwirtschaft angebaut und hoch rentabel als Rohstofflieferant. Man wollte ganz nah an den Wurzeln des Lebens bleiben.

Und herausgekommen ist ein neuer Stoff. Ein Stoff, der den Traum vom Menschen erlebbar macht, mit der Natur im Einklang zu leben. Ein Stoff, der die Geheimnisse der Natur in sich trägt und geeignet ist, uns alle ein wenig zu verzaubern und in Erstaunen zu versetzen. Wen wundert es da noch, dass dieser neue Stoff auch noch reißfester als andere Naturfasern ist, in kurzer Zeit so viel Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben kann oder aufgeraut so herrlich warm hält. Es ist nun mal ein Geschenk der Natur. Und - ganz unromantisch - ein interessantes Geschäft ohne schlechtes Gewissen.

Mehr Informationen bekommen Sie bei dem weltweit einzigen Hersteller dieser Textilien:

Stoffkontor Kranz AG
Dannenberger Str. 27
D-29439 Lüchow
Tel. 05841-9798-0
Fax 05841-9798-48
info@stoffkontor-ag.de
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