31.01.06 Nachhaltige Aktien , Meldungen

1.2.2006: Die 100 nachhaltigsten Unternehmen weltweit würden Vergleichsindizes schlagen - aber sind sie richtig ausgewählt? Weniger deutsche Unternehmen bei den Top-100

Zum zweiten Mal nach 2005 ist jetzt eine Liste der besten 100 Nachhaltigkeitsunternehmen vorgelegt worden. Wie im Vorjahr präsentierten die federführenden Gesellschaften Corporate Knights und Innovest die Auswahl auf dem aktuellen Weltwirtschaftsforum in Davos. Laut Toby Heaps, Gründer und Herausgeber des Corporate Knights Magazine, einem kanadischen Fachmagazin für Nachhaltigkeit, wurden weltweit rund 2000 börsengelistete Blue-Chip-Unternehmen in das Auswahlverfahren einbezogen und anhand von strengen Kriterien des Nachhaltigen Wirtschaftens bewertet. Die ausgewählten Top 100 weltweit zeichneten sich durch eine vorbildliche und konsequent durchgeführte Nachhaltigkeitsstrategie aus. Es handle sich hinsichtlich der Aspekte Umwelt, sozialer Verantwortung und Corporate Governance sämtlich um die Nachhaltigkeitsbesten ihrer Branche.

Allerdings befinden sich auf der Liste der ausgezeichneten Gesellschaften auch Unternehmen, deren Auswahl zumindest auf den ersten Blick nicht überzeugt. So wurden etwa der umstrittene Pharmariese GlaxoSmithKline und der in der Atomkraft involvierte Megakonzern General Electric ausgezeichnet. Dieser dürfte vor allem durch sein aktuelles Nachhaltigkeitsprogramm und sein Windkraftgeschäft gepunktet haben. Der weltweit führende Aluminiumhersteller Aluminium Company of America (Alcoa) befindet sich ebenfalls auf der Liste, obwohl er erst vor wenigen Monaten aus dem prominenten Nachhaltigkeitsindex DJSI World ausgeschlossen wurde. Er gilt vielen Naturschützern unter anderem wegen eines Projekts im isländischen Karahnjukar als ein großer Umweltfrevler (wir berichteten darüber ausführlich, unter anderem im ECOreporter.de-Beitrag vom März 2005). Die vollständige Liste sowie eine Darstellung des Vorgehens bei der Auswahl kann (in englischer Sprache ) herunter geladen werden unter www.global100.org.

Vor einem Jahr gehörten zu den ausgewählten 100 nachhaltigsten Unternehmen weltweit neun deutsche. Diese Zahl verringerte sich jetzt auf sechs: Adidas Salomon, Deutsche Telekom, Fresenius Medical Care, Henkel und SAP konnten ihre Position behaupten, die BASF wurde neu aufgenommen. Nicht mehr dabei sind Heidelberger Druckmaschinen, Hypovereinsbank, Siemens und Volkswagen. Eines der prominenten Unternehmen, die in der aktuellen Liste nicht mehr vertreten sind, ist etwa der Mineralölkonzern Shell. Weiter enthalten blieb dagegen der Konkurrent BP, den Initiatoren zufolge führend in der effizienten Verwendung von Energie und Ressourcen, bei Abfallvermeidung und Recycling und der Bekämpfung des Klimarisikos. Wie 2005 ist Großbritannien mit 30 Unternehmen am häufigsten in der Liste vertreten, gefolgt von den USA mit 17 Firmen. Deutschland fiel hinter Japan (10), Schweden und die Schweiz (je 8) zurück.

Neben ihrer Liste der 100 weltweit nachhaltigsten Unternehmen stellten das Corporate Knights Magazine und die US-amerikanische Ratingagentur Innovest in Davos auch eine begleitende Studie vor. Ihr zufolge hätte sich ein Anlageportfolio aus den ausgewählten 100 nachhaltigsten Unternehmen von Dezember 1999 bis Dezember 2005 deutlich besser entwickelt als der Weltindex MSCI. In diesen fünf Jahren wäre diese Benchmark um 7,11 Prozent geschlagen worden, erläuterte Innovest-Chef Matthew Kiernan.

Bildhinweis:
Alcoa-Zentrale in Pittsburgh / Quelle: Unternehmen; Werk der BASF in Antwerpen / Quelle: Unternehmen
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