12.03.02

12.3.2002: Zur Lage bei B.A.U.M.: Vorstand Dr. Ulrich Kypke im ECOreporter.de-Interview

Die Hamburger B.A.U.M. AG (WKN 508 310) gab am gestrigen Montag bekannt, dass man auf Grundlage der vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2001 von einem Abschreibungsbedarf in Höhe von 7,7 Millionen Euro ausgehe (ECOreporter.de berichtete). Das Beratungs- und Medienunternehmen ging im Dezember letzten Jahres an die Börse, konnte aber nur gut zehn Prozent der Anteilsscheine aus seiner Kapitalerhöhung absetzen. Nachdem die jungen Aktien zum Preis von 3,15 Euro emittiert worden waren, brach die Notierung der B.A.U.M.-Papiere schon am ersten Börsentag drastisch bis auf 0,56 Euro ein, erholte sich nur kurzzeitig und bewegt sich seitdem überwiegend im Bereich um 0,60 Euro. Die schlechten Nachrichten beeindruckten die B.A.U.M.-Aktionäre zum Wochenbeginn scheinbar wenig, der Kurs pendelte weiterhin um die 60-Centmarke, Umsätze waren kaum zu verzeichnen.

Ecoreporter.de sprach mit Dr. Ulrich Kypke, Vorstand der B.A.U.M. AG, über den Hintergrund der Wertberichtigungen und die finanzielle Situation des Unternehmens.


Ecoreporter.de: Herr Dr. Kypke, Sie melden einen Abschreibungsbedarf der B.A.U.M. AG in Höhe von 7,7 Millionen Euro aus den Kosten für den Börsengang und für die Beteiligung an der Baumhaus Medien AG. Wie teilen sich diese Aufwendungen zwischen den beiden Positionen auf?

Kypke: Der Aufwand für den Börsengang einschließlich der vorangegangenen Kapitalerhöhung beträgt 750.000 Euro. Die Abschreibungen auf unsere Beteiligung an der Baumhaus Medien AG belaufen sich auf insgesamt 4,4 Mio. Euro. Hinzu kommen sonstige ausserordentliche Abschreibungen, darunter Abschreibungen auf Wertpapiere und Beteiligungen im Umfang von 2,55 Mio. Euro.

Ecoreporter.de: Können Sie etwas zum Hintergrund bei der Baumhaus AG sagen?

Kypke:: Wir haben mit einer Sachkapitalerhöhung (Rechteeinbringung) und Barkapitalerhöhungen insgesamt ca. 18 Mio. Stück Aktien der Gesellschaft zum Durchschnittspreis von 3,25 Euro als strategische Beteiligung erworben. Nach dem gescheiterten Börsengang der Baumhaus Medien AG haben wir entsprechend der Wertentwicklung dieser Gesellschaft deren Aktien stark abgeschrieben.

Ecoreporter.de: Zum 30. Juni 2001 verfügte die B.A.U.M. AG über ein Eigenkapital in Höhe von 15,93 Millionen DM. Wie stellt sich angesichts der erheblichen zusätzlichen Aufwendungen und der nicht plangemäß verlaufenen Kapitalerhöhung die Eigenkapitalsituation der Baum AG dar?

Kypke:: Da die B.A.U.M. AG im Jahr 2001 nicht nur zusätzliche ausserordentliche Aufwendungen, sondern auch ausserordentliche Erlöse hatte, beträgt das Eigenkapital nur der AG (vorläufige Zahl) ca. 15 Mio. DM.

Ecoreporter.de: Ist mit einer Kapitalherabsetzung zu rechnen?

Kypke:: Nein, dazu besteht kein Anlass.

Ecoreporter.de: Wie hoch ist vor dem Hintergrund der aktuellen Zahlen die Eigenkapitalquote ihres Unternehmens?

Kypke:: Die Eigenkapitalquote beträgt vorläufig ca. 14,5 Prozent (nur AG).

Ecoreporter.de: Wie tragfähig sind die Kreditlinien? Sind die, insbesondere zur Finanzierung der umfangreichen Pläne zur Weiterentwicklung der Janosch Film und Medien AG erforderlichen, Kredite gefährdet?

Kypke:: Mit der Rechteübertragung der "Janoschrechte" von der B.A.U.M. AG in die janosch film & medien AG per Sachkapitalerhöhung wird laut Einbringungsvertrag auch der (einzige) Kredit zur Mitfinanzierung der Janoschrechte von der B.A.U.M. AG an die Janosch film & medien AG übertragen. Dieser Kredit hat zur Zeit eine Höhe von noch 9,7 Mio. Euro. Die Weiterführung bzw. vertragsgemäße Bedienung dieses Kredits ist aus gegenwärtiger Sicht nicht gefährdet.
Weitere Kreditverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen per Saldo nicht; weder bei der Janosch film & medien AG noch bei der B.A.U.M. AG noch bei einer der Tochtergesellschaften. Alle bisherigen Investitionen und Projekte sind eigenfinanziert.


Weitere Informationen zur B.A.U.M. AG finden Sie auf der Homepage des Unternehmens.
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