12.04.06 Nachhaltige Aktien , Meldungen

12.4.2006: Ein neues Solarunternehmen rüstet sich für den Börsengang - Klein aber fein?

Ein weiteres Solarunternehmen strebt möglicherweise demnächst an die Börse. Die Gesellschaft will auf Ihrer Hauptversammlung im Mai ein neues Genehmigtes Kapital von 414.000 Euro schaffen, unter anderem "zum Zwecke der Platzierung der Aktien der Gesellschaft an einer Börse", heißt es in der Einladung zur Hauptversammlung an die Aktionäre. Der Vorstand soll ferner ermächtigt werden, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre bei Ausgabe von Aktien in Höhe von bis zu zehn Prozent des Grundkapitals im Zeitpunkt der Ausgabe auszuschließen; dies allerdings nur insoweit, als einerseits der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenkurs nicht wesentlich unterschreiten darf.


Kommunikationsprofis für Erneuerbare Energien

Der neue Börsenaspirant ist die Berliner Solarpraxis AG. Das Unternehmen bietet Ingenieur- und Kommunikationsdienstleistungen für Industriekunden und Institutionen an. Die Solarpraxis AG gliedert sich in die Geschäftsbereiche Fachverlag, Kongresse, Fachinformationsdienst sowie Design und Kommunikation. In der Verlagssparte werden Basisinformationen, Fachwissen und Schulungsmaterial zu den Themen Solarenergie, regenerative Energie und rationelle Energienutzung angeboten.
Als Veranstalter richtet die AG regelmäßige Kongresse aus, darunter das 2006 zum siebten mal in Berlin stattfindende "Forum Solarpraxis". Drei mal wurde ferner das "Forum Wärmepumpe" ausgerichtet, im Dezember 2006 fand erstmalig das "Forum Bioenergie" statt.
Im Geschäftsbereich Fachinformationsdienst bietet das Berliner Unternehmen Dienstleistungen im technischen Bereich. Das Spektrum umfasst eigenen Angaben zufolge den kompletten Zyklus der Produktentwicklung, von der Forschung und Entwicklung bis zu Schulungen oder einer Fach-Hotline. Im Bereich von Photovoltaik Anlagen fertigt die Solarpraxis Ertragsgutachten und bewertet Gesamtplanungen und ausgeführte Anlagen.
Im fünften Geschäftsfeld Design und Kommunikation beschäftigen sich die Berliner unter anderem mit Fragen von Corporate Design und Corporate Identity.

Schließlich soll das Bezugsrecht für den Fall eines Börsengangs ausgeschlossen werden können. Der Gang an die Börse (mit oder ohne Platzierung neuer Aktien) liege im Gesellschaftsinteresse, so die Solarpraxis AG. Die Gesellschaft könne mit dem Zugang zum Kapitalmarkt die für künftiges Wachstum gerade auf internationaler Ebene als Kompetenzzentrum Solartechnik nötigen Mittel leichter einwerben. Zusätzlich werde ihr Bekanntheitsgrad erhöht; der Börsengang liege auch im Interesse der Aktionäre in der Möglichkeit, Aktien der Gesellschaft jederzeit veräußern oder auch neue Aktien erwerben zu können.


Klein aber fein - fast zehn Prozent Gewinnmarge

Der Bilanzgewinn 2005 des Unternehmens belief sich laut der Meldung auf rund 205.000 Euro, nach rund 155.000 im Vorjahr. Der Umsatz stieg von 1,95 Millionen Euro in 2004 auf 2,08 Millionen. Die Gewinnmarge lag 2005 demnach bei stattlichen 9,85 Prozent.
Auf der Hauptversammlung im Mai soll auch eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln von 276.150 Euro um 552.300 Euro auf 828.450 Euro beschlossen werden. Dafür will die Solarpraxis AG 552.300 Euro aus der Kapitalrücklage umwandeln. Die Kapitalerhöhung soll durch die Ausgabe von 552.300 auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von je einem Euro durchgeführt werden. Die Aktionäre der Gesellschaft erhielten demnach zwei neue für je eine alte Aktie. Die neuen Aktien sollen vom Beginn des Geschäftsjahres 2006 an gewinnbezugsberechtigt sein.


Vorstände sind Großaktionäre

Großaktionäre der Solarpraxis AG sind die drei Vorstände Karl-Heinz Remmers, (Vorstandsvorsitzender), Kay Neubert und Holger Bedurke. Sie besitzen zusammen 163.000 der insgesamt 276.000 Aktien der Berliner Gesellschaft. Das entspricht einem Anteil von 59 Prozent. Viertgrößter Anteilseigener ist mit rund 22.700 Aktien das Bonner Anlageportfolio "Umwelt Aktien Depot Deutschland" (rund acht Prozent; UAD Deutschland). Geschäftsführer des UAD Deutschland ist der Finanzexperte Philipp Spitz, gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Solarpraxis AG. Die restlichen cirka 90.300 Anteilscheine verteilen sich auf weitere rund 100 freie Aktionäre.

Solarpraxis AG: WKN 549547 / ISIN 0005495477

Bild: Sonne / Quelle: Webshots (frei)
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