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12.4.2007: Klimawandel wird Sicherheitsthema - US-Militär und Geheimdienste sollen Konflikt-Szenarien erarbeiten

Der US-Geheimdienst CIA und das US-Militär sollen sich künftig mit dem Sicherheitsaspekt des drohenden Klimawandels beschäftigen. Das meldet die renommierte US-Tageszeitung Boston Globe. Demnach haben Republikaner und Demokraten dem Kongress einen Antrag vorgelegt, den Chef des Geheimdienstes mit der Erstellung entsprechender Szenarien zu beauftragen. Mit einer großen Zustimmung in der parlamentarischen Kammer wird gerechnet.

Die US-Agenten werden sich dabei voraussichtlich auf neueste wissenschaftliche Erkenntnisse stützen. Ihre Aufgabe besteht dem Bericht zufolge darin, Orte auszumachen, an denen Länder oder ethnische Gruppen im Ernstfall über Rohstoffe streiten könnten, wo große Flüchtlingsströme zu erwarten sind, wie die Nahrungsmittelversorgung betroffen sein könnte und die Gefahr von Seuchenausbreitung zu identifizieren.

Mit dieser Inititative werde die Ernsthaftigkeit der Bedrohung durch den Klimawandel unterstrichen, heißt es weiter. Experten hofften, dass die Einbeziehung der Sicherheitsorganisationen dem Thema jenseits der Besetzung des Weißen Hauses entsprechendes Gewicht verleiht. Dem Bericht zufolge entwickelt sich langsam ein Bewusstsein, dass der Klimawandel nicht nur ein Umwelt- und Wirtschaftsthema, sondern auch ein Sicherheitsthema ist.

Vor drei Jahren hatte eine Studie des Pentagons über den Zusammenhang zwischen Klimawandel und Sicherheitsrisiken für Aufsehen gesorgt. Sie war erst monatelang geheim gehalten und dann dem britischen "Observer" zugespielt worden. Wissenschaftler des US-Verteidigungsministeriums bezeichneten darin die Klimaveränderungen als die größte Bedrohung der Menschheit. Sie verwiesen nicht nur auf die schleichende Erwärmung der Erde, sondern zeigten zudem die Gefahr abrupter und drastischer Klimaveränderungen auf, zum Beispiel durch einen Zusammenbruch des Golfstroms. Zu erwarten seien Dürren, Überschwemmungen, neue Krankheiten, Kriege um Rohstoffe und um Nahrungsmittel. Bereits innerhalb der nächsten 20 Jahre könnten "rasche Klimaveränderungen" die Welt an den Rand der Anarchie bringen. Das Bundesumweltministerium wollte sich damals den von ihm als "apokalyptisch" bezeichneten Szenarien aus dem Pentagon nicht anschließen.

Die vom Pentagon in Auftrag gegebene Studie "An Abrupt Climate Change Scenario and Its Implications for United States National Security" kann noch immer
hier heruntergeladen werden.
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