12.05.03 Fonds / ETF

12.5.2003: Skandalnudel - Vergleich kostet Bayer 256,6 Millionen Dollar

Der Skandal um das Antibiotikum Ciprobay kostet den Pharmakonzern Bayer rund 251 Millionen Dollar Schadenersatz sowie eine Geldbuße in Höhe von 5,6 Millionen Dollar. Das berichtet Spiegel Online. Demnach hat sich das Leverkusener Unternehmen schuldig erklärt, sein Medikament "Cipro" nicht bei der US-Gesundheitsbehörde FDA angemeldet zu haben. Ciprobay sei das einzige zugelassene Mittel gegen Lungenmilzbrand. Bayer habe nach den ersten aufgetretenen Milzbrand-Fällen in den USA auf den Patentschutz seines Antibiotikums Ciprobay bestanden und damit die Zulassung preiswerterer Nachahmerprodukte verhindert. Erst nach heftigen Auseinandersetzungen mit dem amerikanischen Gesundheitsministerium, das sich auf einen nationalen Notfall berufen habe, seien diesem von Bayer kräftige Rabatte auf seine Ciprobay-Tabletten zugestanden worden. Der US-Verbraucheranwalt Ralph Nader habe in seinem Magazin "Multinational Monitor" das Verhalten des Konzerns nach den Milzbrand-Anschlägen kritisiert und den Stein ins Rollen gebracht. Die nun von Bayer akzeptierten Einzelzahlungen seien Bestandteil eines im April mit den US-Behörden geschlossenen Vergleichs im Zusammenhang mit den Vorwürfen.

Der Basler Zeitung zufolge wurde Bayer ferner vorgeworfen, zwischen 1995 und 2000 den Regierungsbehörden und anderen öffentlichen Institutionen nicht wie vorgeschrieben die jeweils besten Preise und Rabatte im Rahmen des staatlichen Gesundheits-Programms Medicaid eingeräumt zu haben. Mit dem Programm werden unter anderem gering verdienende US-Bürger sowie Behinderte beim Kauf von Medizin und Behandlungen unterstützt.

Die Bayer-Aktie ist in zahlreichen Nachhaltigkeitsfonds und Indices enthalten.

Bayer AG: ISIN DE0005752000 / WKN 575200
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x