12.05.03

12.5.2003: Wochenrückblick: Teurer Flopp: Keine Übernahme von Wedeco durch Trojan - CCR beim Clearing aus dem Rennen

Die Weltbörsen zeigten in der vergangenen Woche keine eindeutlige Tendenz. Der DAX gab ein Prozent ab, der MDAX legte leicht zu. TecDAX und Technology All Share Index sanken um zwei Prozent. In den USA lag der Dow Jones Industrial Average Index zum Wochenschluss unverändert, während der Nasdaq Combined Composite Index um ein Prozent gestiegen war. Der japanische Nikkei-225 kletterte um drei Prozent.

Gesprächsthema der Woche waren zwei Unternehmen, die Technik zur chemikalienfreien Wasseraufbereitung anbieten. Am Mittwoch gab die kanadische Trojan Technologies Inc. (ISIN CA8969241071 / WKN 902023) bekannt, dass die Verhandlungen zur Übernahme eines Wettbewerbers gescheitert seien. Welches Unternehmen Trojan kaufen wollte, wurde nicht gesagt, es handle sich um eine börsennotierte deutsche Gesellschaft, hieß es nur. Für Trojan seien Kosten von 9,5 Millionen Dollar entstanden. Nach den Worten von CEO Allan Bulckaert will das Unternehmen versuchen, trotz dieser Kosten am Jahresende ein positives Ergebnis vorweisen zu können, bei einem geplanten Umsatz von 110 Millionen Dollar. Am darauffolgenden Donnerstag teilte die Düsseldorfer Wedeco AG (ISIN DE0005141808 / WKN 514180) mit, dass im ersten Quartal ein Verlust von voraussichtlich 3,5 Millionen Euro entstanden sei. Dieser sei zum Teil auf Schwierigkeiten im operativen Geschäft zurückzuführen; deutlich belastend hätten sich aber auch außerordentliche Aufwendungen im Zusammenhang mit beendeten Verhandlungen über einen möglichen strategischen Unternehmenszusammenschluss mit einem ausländischen Wettbewerber ausgewirkt. Das ursprünglich angekündigte Jahresergebnis von 10,5 Millionen Euro werde Wedeco nun nicht mehr erreichen.
Während die Trojan-Aktie in Toronto nur fünf Prozent auf 8,15 kanadische Dollar verlor, brachen Wedeco nach dieser Meldung kräftig ein. Der Schlusskurs von 10,00 Euro liegt 32 Prozent unter dem Stand der Vorwoche. Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt rieten wie schon zuvor, die Aktien zu "reduzieren", da das Wedeco-Management an Glaubwürdigkeit verloren habe. Aus anderen Häusern hieß es, dass nun die von den Analysten so genannte Fantasie aus der Aktie heraus sei; man sei enttäuscht, denn Wedeco und Trojan hätten sehr gut zusammengepasst. Wedeco will am 13. Mai endgültige Quartalszahlen bekannt geben, Trojan am 21. Mai.

Die Hauptversammlung der REpower Systems AG (ISIN DE0006177033 / WKN 617703), Hamburg, hat eine Dividende von 0,60 Euro beschlossen. Fritz Vahrenholt, Vorstandsvorsitzender des Hamburger Unternehmens, bestätigte noch einmal die Prognose für das laufende Jahr: die Gesamtleistung soll auf 330 Millionen Euro steigen, die EBIT-Marge soll zweistellig ausfallen. Die Aktie des Windenergie-Unternehmens verteuerte sich trotz Dividendenabschlag um vier Prozent auf 24,50 Euro.

Spanische Hersteller von Windturbinen weiten ihre Aktivitäten kräftig aus. So meldete der Maschinenbau-Konzern Gamesa (ISIN ES0143416016 / WKN 589858) erneut einen Auftrag aus China zur Lieferung von 16 Windturbinen im Wert von acht Millionen US-Dollar. Gamesa legten an der Madrider Börse leicht auf 18,35 Euro zu. Energía Hidroeléctrica de Navarra (EHN, nicht börsennotiert) hat nach eigenen Angaben eine neue Fabrik eingeweiht. Hier können jährlich 250 Turbinen des Typs EHN 1500 (1,5 Megawatt) hergestellt werden, bereits im laufenden Jahr will man 42 Stück ausliefern. EHN plant darüber hinaus, Windenergie in Form von Wasserstoff zu speichern und zugleich zur Produktion von Trinkwasser einzusetzen. Eine solche Anlage unter dem Namen "P&T-System" hatte bereits die Hamburger P&T Technology AG (ISIN DE0006852809 / WKN 685280) im Angebot, konnte aber nur ein einziges Aggregat in Minimalkonfiguration verkaufen, bevor der neue Vorstand die Aktivitäten auf diesem Gebiet für beendet erklärte. Die P&T-Aktie notiert derzeit um die 0,35 Euro.

Farmatic biotech energy AG (ISIN DE0006051923 / WKN 605192) berichtete über einen Auftrag im Wert von 5,2 Millionen Euro. Das Unternehmen aus Nortorf wird im Saarland eine große biologische Kläranlage für das Abwasser von 15.500 Einwohnern errichten. Weiter hieß es, das von farmatic im Jahr 1999 erbaute Biogas-Kraftwerk in Neubukow (Mecklenburg-Vorpommern) sei nach technischen Veränderungen nun wieder in Betrieb. Die Großanlage war von den Behörden wegen Geruchsbelästigung geschlossen worden. Der farmatic-Kurs gab in der zurückliegenden Woche zehn Prozent auf 1,50 Euro ab.

Der Freiburger Solarmodul-Hersteller Solar-Fabrik AG (ISIN DE0006614712 / WKN 661471) gab die Ergebnisse des ersten Geschäftsquartals bekannt. Dem Bericht zufolge sind die Umsatzerlöse von 4,575 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf 4,871 Millionen gestiegen, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) hat sich von minus 887.000 Euro auf minus 1,07 Millionen Euro verschlechtert. Die wenig gehandelte Aktie steht unverändert bei 2,10 Euro.

Die Quartalszahlen der Interseroh AG (ISIN DE0006209901 / WKN 620990) weisen einen Anstieg des konsolidierten Konzernumsatzes auf 187,4 Millionen Euro aus, im Vorjahresquartal lag dieser Wert bei 151,2 Millionen. Das Vorsteuerergebnis erhöhte sich von 2,3 Millionen auf 6,9 Millionen. In der Meldung hieß es, die Zahlen könnten nicht auf das Gesamtjahr hochgerechnet werden. Wie der Kölner Dienstleistungs- und Rohstoffkonzern weiter mitteilte, wurde eine Klage der Fehring GmbH gegen Interseroh endgültig und vollständig abgewiesen. Interseroh gaben leicht auf 11,05 Euro nach.

CCR Logistics Systems AG (ISIN DE0007627200 / WKN 762720), Logistikanbieter aus München, meldete für das erste Quartal einen Umsatzanstieg um 6,5 Prozent auf 5,94 Millionen Euro. Das EBIT ist mit 55.000 Euro positiv, im Vergleichsquartal des Vorjahres hatte das Unternehmen noch einen Verlust eingefahren. Der Vorstand kündigte ein "mindestens zehnprozentiges" Wachstum beim Umsatz und positive Ertragszahlen für das Gesamtjahr an. CCR ist nach einer Entscheidung der Lenkungsgruppe Pfandsystem mittlerweile endgültig aus dem Rennen um das Betreiben der nationalen Clearingstelle für das deutsche Pfandsystem. Die Lenkungsgruppe hat den Auftrag an die zur Bertelsmann-Gruppe gehörende BFS finance GmbH vergeben. CCR-Aktien stiegen bei anziehenden Umsätzen um 26 Prozent auf 1,30 Euro. Deutlich um zwölf Prozent gestiegen ist auch der Kurs des norwegischen Herstellers von Pfandrücknahmeautomaten Tomra Systems ASA (ISIN NO0005668905 / WKN 872535). Außer einem meldepflichtigen Wertpapiergeschäft wurden keine neuen Nachrichten von den Norwegern bekannt.

Einen Auftrag in Höhe von rund 50 Millionen Euro meldete die Vossloh AG (ISIN DE0007667107 / WKN 766710). Die Budapester Verkehrsbetriebe haben 40 Straßenbahnen bestellt, für die Vossloh-Kiepe Ausrüstungen liefern wird. Vossloh notierten ein Prozent schwächer bei 32,99 Euro.

Evergreen Solar Inc. (ISIN US30033R1086 / WKN 578949), Solarzellen-Hersteller aus den USA, meldete für das erste Quartal Umsätze, die um 17 Prozent auf 1,1 Millionen Dollar gestiegen sind. Der Verlust pro Aktie habe sich auf 0,28 Dollar verringert, im Vorjahresquartal waren es 0,30 Dollar gewesen. Die zweite Produktionslinie für Solarzellen im Bandzugverfahren sei in Betrieb gegangen, hieß es, sie produziere Zellen mit einem durchschnittlichen Wirkungsgrad von 13 Prozent. Die Evergreen-Aktie legte einen Cent auf 1,54 Dollar zu.

Oxford Health Plans Inc. (ISIN US6914711063 / WKN 882570) konnte im ersten Quartal Umsatz und Ergebnis steigern. Pro Aktie wurden 0,86 Dollar Gewinn erzielt. Das Ergebnis sei durch Einmalzahlungen in Höhe von 45 Millionen Dollar (0,32 Dollar pro Aktie) belastet, die für die Beilegung von Aktionärsklagen ausgegeben wurden, teilte der US-amerikanische Krankenversicherer mit. Oxford Health Plans stiegen in New York um 13 Prozent auf 34,21 Dollar.

Der US-amerikanische Biomilch-Produzent Horizon Organic Holding Corp. (ISIN US44043T1034 / WKN 915302) steigerte sein Quartalsergebnis auf 0,09 Dollar je Aktie, nach 0,08 Dollar im Vorjahresquartal. Der Ertrag sei durch Einmalkosten belastet, berichtete das Unternehmen, ohne diese wäre ein Gewinn von 0,11 Dollar erwirtschaftet worden. Die Umsätze stiegen der Meldung zufolge von 42,2 Millionen auf 51,8 Millionen. Die Anleger zeigten sich enttäuscht: Der Kurs der Horizon-Aktie gab sieben Prozent auf 13,36 Dollar nach. Gleich um zwölf Prozent auf zum Schluss 54,21 Dollar stürzte die Aktie der Whole Foods Market Inc. (ISIN US9668371068 / WKN 886391), einer Einzelhandelskette für natürliche Lebensmittel. Das Unternehmen hatte einen Gewinnanstieg um nur 21 Prozent bekannt gegeben und lag damit am unteren Ende der eigenen Prognosen. Auch mit Blick auf das Wachstum in den Folgequartalen zeigte sich das Management nun zurückhaltender. Mit in den Strudel gerissen wurden die Papiere der Konkurrentin Wild Oats Markets Inc. (ISIN US96808B1070 / WKN 903461). Die Einzelhandelskette hatte die Erweiterung des Vorstands bekannt gegeben, der Kurs brach um 17 Prozent auf 9,30 Dollar ein.

Ganz im Gegensatz dazu führten die Quartalszahlen der Gaiam Inc. (ISIN US36268Q1031 / WKN 929048) zu einem zehnprozentigen Kursaufschlag auf 4,99 Dollar. Das Internet-Handelshaus aus den USA hatte sinkende Umsätze und einen Nettoverlust gemeldet, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Gewinnausgewiesen wurde. Das Unternehmen verfügt nach eigenen Angaben über einen hohen Kassenbestand und ist schuldenfrei. Gaiam zeigte den Beginn eines Aktienrückkauf-Programms an, das am 9. Mai startete.

Natural Alternatives International Inc. (ISIN US6388423021 / WKN 880900), Hersteller von Vitamin- und Diätpräparaten, hat erneut ein positives Quartalsergebnis gemeldet. CEO Mark LeDoux sagte, er erwarte trotz steigender Kosten für das Marketing, weiter profitabel bleiben zu können. Der Kurs gab um neun Prozent auf 4,08 Dollar nach.

Die Mitteilung der Transmeta Corp. (ISIN US89376R1095 / WKN 564775) über eine Zusammenarbeit mit dem Softwarekonzern Microsoft Corp. führte zu einem Kursplus von 21 Prozent. Der Hersteller energieeffizienter Prozessoren notierte zum Schluss bei 1,19 Dollar.

Die vorläufigen Quartalszahlen des kanadischen Wasserstofftechnik-Herstellers Hydrogenics Corp. (ISIN CA4488821006 / WKN 588386) weisen fast vervierfachte Umsätze und einen auf 0,05 US-Dollar pro Aktie halbierten Verlust aus. Die Aktie gab in Toronto leicht auf 6,04 kanadische Dollar nach. Ballard Power Systems Inc. (ISIN CA05858H1047 / WKN 890704) profitieren von einer Meldung über den Start des europäischen Brennstoffzellen-Busprojektes. Wie das kanadische Unternehmen mitteilte, wurde der erste Bus des Herstellers DaimlerChrysler, ausgerüstet mit Brennstoffzellen von Ballard Power, ausgeliefert und soll künftig im regulären Straßenverkehr Madrids eingesetzt werden. Weitere 30 Busse sollen folgen, sie sind für andere europäische Städte bestimmt, darunter Hamburg und Stuttgart. Ballard Power stiegen an der US-Börse Nasdaq um fünf Prozent auf 11,82 Dollar.

Deutliche Kursanstiege, ohne dass aktuelle Nachrichten vorliegen, gab es bei den Aktien des Kölner Kondomherstellers condomi AG (ISIN DE0005444905 / WKN 544490) mit einem Plus von 28 Prozent auf 2,70 Euro, die Anteilsscheine des österreichischen Telemetrie-Anbieters Adcon Telemetry AG (ISIN AT0000793658 / WKN 922220), legten 21 Prozent auf 1,15 Euro zu.


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