12.05.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

12.5.2004: Auf Konfrontationskurs: Aktionärsschützer wollen Nordex-Vorstände für Verluste zur Rechenschaft ziehen

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW) will den Vorstand der Nordex AG nicht entlasten. Laut einer Presseerklärung der Aktionärsschützer mit Sitz in Düsseldorf, werden die Vertreter der DSW auf der heutigen Nordex-Hauptversammlung in Warnemünde die Einzelabstimmung über die Entlastung der Vorstandsmitglieder beantragen. Den im vergangenen Jahr ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern Dietmar Kestner und Wilhelm Hecking sowie dem noch amtierenden Vorstandsmitglied Carsten Pedersen solle die Entlastung verweigert werden.

Malte Diesselhorst, Berliner DSW-Landesgeschäftsführer, begründete die Entscheidung: Der Vorstand sei aus seiner Sicht unglaubwürdig und habe die Anteilseigner getäuscht, so Dieselhorst. Der Nordex-Vorstand habe in der Hauptversammlung vom 14. Februar 2003 die vorher prognostizierten Umsatz- und Ertragsziele für das Geschäftsjahr 2002/2003 bestätigt, obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits klar war, dass das Unternehmen einen deutlichen Umsatzeinbruch werde hinnehmen müssen.

Tatsächlich habe Nordex im Geschäftsjahr 2002/2003 statt der geplanten 520 Millionen Euro nur einen Jahresumsatz von 196,2 Millionen Euro erwirtschaftet, so die DSW. Statt des angekündigten Gewinns sei ein Verlust in Höhe von 172 Millionen Euro entstanden.

Die Vorstände hätten die Aktionäre unzureichend und viel zu spät über die bedrohliche Lage der Nordex AG informiert, wirft Diesselhorst der Führung des Windanlagenbauers vor. Wenn die die Hauptversammlung der Einzelabstimmung über die Entlastung der Vorstandsmitglieder nicht zustimme, werde die DSW dem Vorstand insgesamt die Entlastung verweigern.

Nordex AG: ISIN DE0005873574 / WKN 587357

Bildnachweis: Windkraftanlage Nordex N80 / Quelle: Unternehmen
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