12.06.03

12.6.2003: Bäumchen wechsel Dich — Wird Flender wieder zur AG? SdK klagt

Die Frankfurter Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) hat eine Anfechtungsklage gegen die A. Friedr. Flender GmbH angestrengt. Die Aktionärsschützer kritisieren die beabsichtigte "Rückumwandlung" der erst im Jahre 2001 von einer AG in die Rechtsform einer GmbH umgewandelten Gesellschaft. Als Zweck der Umwandlung sei 2001 angeführt worden, dass damit die Grundlage für effizientere Entscheidungsstrukturen und größere Flexibilität geschaffen werden sollte, ohne die Beteiligungsverhältnisse zu verändern. Zweck der nunmehr beabsichtigten Rückumwandlung sei nach Darstellung der Geschäftsführung der Abschluss eines Beherrschungsvertrages zwischen Flender und der Mehrheitsgesellschafterin FBVG, die allerdings nur eine Briefkastenfirma der Citigroup Inc. sei.

Laut der SdK dient die neuerliche Umwandlung ausschließlich dem Ziel, anschließend die bisherigen GmbH-Gesellschafter, die dann wieder Aktionäre sind, im Wege des Squeeze out zwangsweise aus dem Unternehmen zu entfernen. Diese Möglichkeit, sich der Minderheitsgesellschafter zu entledigen, bestehe nur in der Rechtsform der Aktiengesellschaft, nicht aber in der GmbH.

Dass die Mehrheitsgesellschafter bei Flender diese Strategie verfolgen, ist nach Auffassung der SdK offensichtlich: die Verwaltung bzw. die Mehrheitsgesellschafterin sei auf der Gesellschafterversammlung nicht bereit gewesen sei, eine verbindliche Erklärung abzugeben, dass es nicht alsbald zu einem Squeeze out kommen werde. Die SdK wirft Flender daher vor, dass sie das Umwandlungsrecht institutionell missbrauche, um umwandlungsfremde Ziele zu erreichen.

Die bis zu Umwandlung in eine GmbH börsennotierte Flender fertigt unter anderem Getriebe für die meisten der großen Hersteller von Windkraftanlagen.
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