12.06.06 Erneuerbare Energie

12.6.2006: Bundesverband Erneuerbare Energie: Stromkonzernen berechnen seit Jahren zu hohe Kosten für Einspeisung und Übertragung erneuerbarer Energien

Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) greift die deutschen Stromkonzerne scharf an. Nach Verbandsangaben stellten die Konzerne ihren Kunden seit Jahren zu hohe Entgelte für die Einspeisung und Übertragung erneuerbarer Energien in Rechnung. Pro Jahr kassierten sie demnach mehr als eine halbe Milliarde Euro zuviel. Bestätigt sieht sich der Verband durch eine aktuelle Entscheidung der Netzagentur. Diese habe bei einer Prüfung festgestellt, dass der ostdeutsche Netzbetreiber Vattenfall vor allem für die Weiterleitung von Strom aus erneuerbaren Energien zu hohe Kosten angegeben habe. 18 Prozent der von Vattenfall angegebenen Kosten seien nicht anerkannt worden. Der Konzern müsse jetzt seine Netzentgelte senken.

Vor allem die Kosten für die Bereithaltung von Energiekapazitäten für den Fall, dass die Energie aus erneuerbaren Quellen nicht reiche, seien bei Vattenfall zu hoch angesetzt gewesen, heißt es weiter. "Auch die anderen Netzbetreiber geben seit Jahren überhöhte Kosten für den Ausgleich von Windschwankungen an. Diese Kostenpositionen muss die Netzagentur bei allen streichen", fordert BEE-Geschäftsführer Milan Nitzschke. Damit könne die Kostenschere für Strom aus herkömmlichen und erneuerbaren Quellen weiter geschlossen werden.

Bild: Die Bereithaltung von sogennanten "Schattenkraftwerken", die einspringen, wenn kein Wind weht, ist seit Jahren Streitpunkt zwischen der Erneuerbare-Energien-Branche und den Netzbetreibern / Quelle: Frei
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