12.07.07

12.7.2007: Meldung: Solar Millennium AG: Grundsteinlegung des Parabolrinnen-Kraftwerks Andasol 2

Weltweit größter Solarstandort wird ausgebaut
Grundsteinlegung des Parabolrinnen-Kraftwerks Andasol 2

Erlangen/Aldeire, 11. Juli 2007
Heute erfolgte die Grundsteinlegung des Parabolrinnen-Kraftwerks Andasol 2 in der Hochebene von Guadix im südspanischen Andalusien. Der andalusische Minister für Innovation, Wissenschaft und Unternehmen Francisco Vallejo Serrano begleitete vor Ort die Grundsteinlegung einer Technologie, die in der Lage ist, fossil und nuklear betriebene Kraftwerke zu ersetzen und damit einen Beitrag zur zukünftigen, klimafreundlichen Energieerzeugung zu leisten. Das 300 Millionen Euro Projekt wurde von der Erlanger Solar Millennium AG entwickelt und entsteht in direkter Nachbarschaft des seit einem Jahr in Bau befindlichen Kraftwerks Andasol 1.

Bei den Andasol-Kraftwerken handelt es sich um die ersten Anlagen dieser Art in Europa. Die Bauzeit beträgt 24 Monate. Die Erdbauarbeiten für Andasol 2 haben bereits im Februar begonnen, so dass die Anlage Anfang 2009 in Betrieb geht. Ein Kraftwerk wird bis zu 200.000 Menschen mit umweltfreundlichem Strom versorgen. Mit einer Kollektorfläche von 512.000 Quadratmetern pro Anlage entstehen hier die größten Solarkraftwerke der Welt.
An der Technologie sind deutsche Unternehmen maßgeblich beteiligt: Die Flagsol GmbH, Technologietochter von Solar Millennium, liefert Engineering-Leistungen für das Solarfeld, also Planung, Auslegung und Bauüberwachung sowie die Steuerung. Schott und Flabeg liefern wichtige Komponenten des Solarfeldes, Siemens die Turbine. Für den Bau zeichnet vor allem die spanische ACS/Cobra-Gruppe verantwortlich, die auch 75 Prozent der Anteile an der Projektgesellschaft übernommen hat.

Die Solarkraftwerke können Strom planbar auch nach Sonnenuntergang bereitstellen. Große thermische Reservoirs speichern eine Energiemenge, die ausreicht, das Kraftwerk 7,5 Stunden unter Volllast weiter zu betreiben. Die Andasol-Kraftwerke helfen, die Nachfragespitzen im spanischen Stromnetz in den Sommermonaten abzudecken, die vor allem durch den hohen Energiebedarf der Klimaanlagen verursacht werden.

„Der Bau dieser ersten europäischen Parabolrinnen-Kraftwerke in Andalusien erfüllt für den Markt der solarthermischen Kraftwerke eine wichtige Vorbildfunktion. Dank der erfolgreichen Pionierarbeit verfügt Solar Millennium heute über eine Spitzenposition im Markt, die wir weiter ausbauen wollen“, so Christian Beltle, Vorstandsvorsitzender von Solar Millennium. Am selben Standort hat Solar Millennium noch ein drittes Kraftwerk entwickelt, das zusammen mit der portugiesischen EDP-Gruppe realisiert wird. Der Bau dieser Anlage soll Ende dieses Jahres beginnen.

Der Bau der Andasol-Projekte für eine umweltfreundliche Stromversorgung in Spanien ist nur der Auftakt für den massiven Ausbau regenerativer Energie und die Vergrößerung vom Strommix in Europa. „Solarthermische Kraftwerke im Mittelmeerraum, insbesondere in den riesigen sonnenreichen Flächen Nordafrikas, können wesentlich kostengünstiger große Mengen klimafreundlichen Stroms erzeugen als Solaranlagen in Deutschland. Der Stromimport nach Deutschland ist bei entsprechender Leitungsinfrastruktur effizient möglich und kann die Versorgungssicherheit steigern,“ erläutert Christian Beltle diese Langfriststrategie, die so auch vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in wissenschaftlichen Studien untermauert wird: 2050 könnten 15 Prozent des europäischen Strombedarfs aus Solarkraftwerken in Nordafrika und dem Mittleren Osten kommen. Im Mittelmeerraum würden solarthermische Kraftwerke dann zweimal soviel elektrische Energie liefern wie Wind, Photovoltaik, Biomasse und geothermische Kraftwerke zusammen.

Über die Solar Millennium AG:
Die Solar Millennium AG, Erlangen, ist ein global tätiges Projektentwicklungs- und Technologieunternehmen im Bereich erneuerbarer Energien. Zusammen mit Tochtergesellschaften und Partnern projektiert und realisiert Solar Millennium solarthermische Kraftwerke. Bei diesen solaren Großkraftwerken hat sie sich auf zwei Technologien spezialisiert: Sie ist Technologiegeber für Parabolrinnen-Kraftwerke, eine erprobte und zuverlässige Technologie, in der das Unternehmen weltweit eine Spitzenposition einnimmt. Außerdem entwickelt das Unternehmen Aufwind-Kraftwerke mit dem Ziel, auch deren Marktreife zu erreichen.
Solar Millennium hat in Spanien die ersten Parabolrinnen-Kraftwerke Europas entwickelt, von denen sich zwei Anlagen bereits im Bau befinden. Weitere Projekte mit einer Leistung von mehreren hundert Megawatt befinden sich weltweit mit Schwerpunkt in Spanien, USA, China und Nordafrika in Planung.

Über die Technologie:
Solarthermische Kraftwerke erzeugen aus der Wärmeenergie der aufgefangenen Sonnenstrahlung Strom. Bei einem Parabolrinnen-Kraftwerk bündeln rinnenförmige Spiegel die einfallenden Strahlen auf ein Rohr in der Brennlinie des Kollektors. Durch ihre Absorption wird im Rohr eine Wärmeträgerflüssigkeit erhitzt, die im Kraftwerksblock mittels Wärmetauscher Dampf erzeugt. Wie bei konventionellen Kraftwerken wird der Dampf in einer Turbine zur Stromgewinnung genutzt. Bei Integration eines thermischen Speichers kann der Strom planbar bereitgestellt werden. Die Solarkraftwerke können dann auch nach Sonnenuntergang Strom erzeugen.

Für weitere Informationen:
Solar Millennium AG
Dipl.-Ing. Sven Moormann
Telefon (09131) 9409-0
presse@SolarMillennium.de







Die Andasol-Projekte
Weltweit größter Standort zur Nutzung der Sonnenenergie
Generelle Projektbeschreibung

Mit den Andasol-Kraftwerken entstehen die ersten Parabolrinnen-Kraftwerke in Europa. Bis Ende 2009 werden in der Hochebene von Guadix im südspanischen Andalusien insgesamt drei solcher solarthermischen Kraftwerke ans Netz gehen, die von der Erlanger Solar Millennium AG entwickelt wurden: Andasol 1, das sich seit Juni 2006 in Bau befindet, Andasol 2, das seit Februar 2007 gebaut wird und Andasol 3, dessen Baubeginn für Ende 2007 geplant ist. Die Parabolrinnen-Technologie ist in der Lage, fossil und nuklear betriebene Kraftwerke zu ersetzen und damit einen grundlegenden Beitrag zur zukünftigen, klimafreundlichen Energieerzeugung zu leisten. Eine Kollektorfläche von mehr als 510.000 Quadratmetern pro Anlage macht die Andasol-Kraftwerke zu den größten Solarkraftwerken der Welt. Mit einer elektrischen Leistung von jeweils 50 Megawatt und thermischen Speichern werden die Kraftwerke nach einer Bauzeit von knapp zwei Jahren jeweils ca. 176 Gigawattstunden Strom pro Jahr erzeugen und damit insgesamt bis zu 600.000 Menschen mit umweltfreundlicher Energie versorgen. Anders als die Photovoltaik, die elektrische Energie direkt aus Sonnenlicht gewinnt, erzeugen solarthermische Kraftwerke aus der Wärmeenergie der aufgefangenen Sonnenstrahlung Strom. Die Andasol-Kraftwerke schaffen eine neue Dimension solarer Stromerzeugung in Europa. Gleichzeitig kommt ihnen aufgrund ihrer Größe und Neuartigkeit eine Vorbildfunktion im Markt solarthermischer Stromerzeugung zu. Mit der Projektentwicklung hat Solar Millennium bereits Ende der 90er Jahre begonnen. In Spanien, aber auch weltweit sind eine Vielzahl weiterer solarer Großkraftwerke geplant. Als Partner für die 300 Mio. Euro Projekte Andasol 1 und 2 konnte Solar Millennium die spanische ACS/Cobra-Gruppe, größter Baukonzern und Anlagenbauer Spaniens, gewinnen. Für das Projekt Andasol 3 hat Solar Millennium die NEO Energía, eine Tochterfirma für erneuerbare Energien der EDP Gruppe (Energias de Portugal, S.A.) gewonnen, die im Frühjahr 2006 an diesem Projekt 50 Prozent der Anteile erworben hat. Die Projekte Andasol 1 und 2 befinden sich bereits in der Bauphase. Die ACS/Cobra-Gruppe verantwortet den Bau des Kraftwerkes und greift dabei auf Erfahrungswerte von Solar Millennium zurück; so liefert die Flagsol GmbH, Technologietochter der Solar Millennium AG, Engineering-Leistungen für das Solarfeld, also Planung, Auslegung und Bauüberwachung sowie die Steuerung.

Die Projektentwicklung der Andasol-Kraftwerke im zeitlichen Überblick:
1999 Beginn der Projektentwicklung am Andasol-Standort
2004 Einstieg der ACS/Cobra-Gruppe in Andasol 1
2005 Einstieg der ACS/Cobra-Gruppe in Andasol 2
Mandatierung der Banken für Andasol 1
2006 Einstieg der EDP-Gruppe in Andasol 3
Finanzierungszusage der Banken und Baubeginn von Andasol 1
Finanzierungszusage für Andasol 2
2007 Baubeginn für Andasol 2 und erwarteter Baubeginn für Andasol 3
2008 Erwartete Inbetriebnahme Andasol 1
2009 Erwartete Inbetriebnahme Andasol 2 und 3

Auf einen Blick – die Kraftwerksdaten von einem Andasol-Kraftwerk
Kraftwerkstyp Solarthermisch
Kraftwerkstechnik Parabolrinnen-Technologie
Kraftwerksleistung 50 MW
Investitionsvolumen Ca. € 300 Mio.
Stromproduktion 176 GWh/Jahr
Kraftwerksgröße 2 km2
Spiegelfläche 512.000 m2
Wärmespeicher 28.500 t Salz, genug für 7,5h Stromproduktion
mit voller Leistung (50 MW)
Bauzeit Knapp 2 Jahre
Solarstrom Für ca. 200.000 Menschen
Anzahl Arbeitskräfte im Bau Bis zu 500
Anzahl Arbeitskräfte Betrieb Ca. 40

Parabolrinnen-Kraftwerke bieten hohe Versorgungssicherheit
Solarthermische Kraftwerke erzeugen aus der Wärmeenergie der aufgefangenen Sonnenstrahlung Strom. Bei einem Parabolrinnen-Kraftwerk bündeln rinnenförmige Spiegel die Sonnenstrahlen auf ein Rohr in der Brennlinie des Kollektors. Im Rohr wird dadurch eine Wärmeträgerflüssigkeit erhitzt, die im Kraftwerksblock mittels Wärmetauschern Dampf erzeugt. Wie bei konventionellen Kraftwerken wird der Dampf in einer Turbine zur Stromgewinnung genutzt. Auf diese Weise kann Sonnenenergie effizient und kostengünstig genutzt werden. Parabolrinnen-Kraftwerke gelten als anerkannte und zuverlässige Technologie und werden in Kalifornien seit rund 20 Jahren kommerziell betrieben. Mit Hilfe von Flüssigsalztanks, die als thermische Speicher dienen, kann der Strom bedarfsgerecht bereitgestellt werden. Die Solarkraftwerke können so auch nach Sonnenuntergang Strom erzeugen. Die Andasol-Kraftwerke verfügen über Salzspeicher mit einem Fassungsvermögen von 28.500 Tonnen, die tagsüber aufgeladen werden. Die gespeicherte Energie reicht aus, um das Kraftwerk nach Sonnenuntergang 7,5 Stunden unter Volllast zu betreiben.



Positive Marktaussichten für solarthermische Stromerzeugung
Heute ermöglichen die politischen Rahmenbedingungen in Spanien die Realisierung der Kraftwerksprojekte. Denn solarthermisch erzeugter Strom erhält hier 25 Jahre lang eine gesetzlich garantierte Einspeisevergütung. Da die Technologie solarthermischer Stromerzeugung deutliche Kostenreduktionspotenziale aufweist, kann sie gemäß dem Programm der Weltmarktinitiative für solarthermisch erzeugten Strom jedoch bereits in zehn Jahren mit Spitzen- und Mittellaststrom aus fossilen Energieträgern wettbewerbsfähig sein. Über eine drastische Ausweitung des solarthermischen Kraftwerksbaus besteht große Einigkeit: Sowohl die Internationale Energieagentur (IEA) als auch Greenpeace und das US Department of Energy prognostizieren bis 2020 jeweils mindestens 20.000 Megawatt installierter Kraftwerksleistung. Greenpeace und der Dachverband der Europäischen Erneuerbaren Energie Industrie (EREC) sagen 267.000 MW bis 2040 voraus. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) geht davon aus, dass bis 2050 in Ländern im Mittelmeerraum erneuerbare Energien fossile weitestgehend verdrängt haben und solarthermische Kraftwerke dabei doppelt soviel Strom liefern können wie Wind, Photovoltaik, Biomasse und geothermische Kraftwerke zusammen. Die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) und der Club of Rome empfehlen mittelfristig den Import von solarthermisch erzeugtem Strom aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland. Eine Übersicht über Studien zu solarthermischen Kraftwerken mit einigen Zitaten und der Internetquelle erhalten Sie gerne auf Anfrage. Informationen zum Thema auch im Internet:
www.SolarMillennium.de

Die Parabolrinne: Eine ausgereifte Technologie
Das technische Know-how der beteiligten Projektpartner, insbesondere auch der Solar Millennium AG und ihrer Technologietochter Flagsol GmbH, ermöglichte eine übliche Projektfinanzierung der Solarkraftwerke Andasol 1 und 2 durch einen Zusammenschluss europäischer Banken und der Europäischen Investitionsbank. Es sind derzeit die einzigen bewilligten Bankenfinanzierungen für solarthermische Großkraftwerke weltweit. Ermöglicht wurde dies durch den Nachweis der Einsatzreife der verwendeten Parabolrinnen- Technologie, die in Kalifornien schon seit 1985 im kommerziellen Betrieb verwendet wird und dort bis heute in neun Kraftwerken nahezu die gleiche Menge Solarstrom wie Hunderttausende Photovoltaikzellen weltweit erzeugt hat. In einem dieser Solarkraftwerke hat die Erlanger Solar Millennium AG ein Demonstrationsvorhaben (Skal-ET) errichtet und so den Nachweis erbracht, dass sie die inzwischen weiterentwickelte Parabolrinnen- Technologie für den kommerziellen Einsatz beherrscht. In dem Demonstrationsvorhaben hat Solar Millennium dazu eine 5.000 Quadratmeter große Kollektorreihe errichtet - eine Weiterentwicklung der Euro-Trough-Technologie, die von einem europäischen Konsortium in den 1990er Jahren an der Plataforma Solar de Almería in Spanien entwickelt wurde. Im direkten Vergleich mit dem bislang zum Einsatz kommenden Kollektordesign wies Solar Millennium eine Effizienzsteigerung von rund 10 Prozent im kommerziellen Betrieb nach. Das Demonstrationsvorhaben wurde mit Mitteln aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm der deutschen Bundesregierung gefördert. Die Förderung dieser Technologie durch das Bundesumweltministerium ermöglichte, dass deutsche Unternehmen heute führend bei Planung, Auslegung und bei Einzelkomponenten von Parabolrinnen-Kraftwerken sind. So sind neben Solar Millennium und der Flagsol GmbH weitere deutsche Unternehmen in dieser Technologie tätig: Schott Rohrglas und Flabeg liefern wichtige Solarfeld-Komponenten für Parabolrinnen-Kraftwerke, so dass in Deutschland durch den Bau solcher Kraftwerke weitere Arbeitsplätze entstehen. Siemens liefert die Dampfturbine. Skal-ET Demonstrationsvorhaben der Solar Millennium AG in Kalifornien


Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Sven Moormann
Leiter Unternehmenskommunikation
Solar Millennium AG
Nägelsbachstr. 40
91052 Erlangen
Tel.: +49 (0)9131 9409-0
Fax: +49 (0)9131 9409-111
E-Mail: presse@SolarMillennium.de
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