12.09.07 Nachhaltige Aktien , Meldungen

12.9.2007: Aktien-News: Zuversicht beim Kellerkind – Unternehmenssprecher nimmt gegenüber ECOreporter.de Stellung zum Kursverfall der Enro AG

Auch heute setzte sich die Talfahrt des Aktienkurses der Essener Enro AG fort. Im XETRA verlor der Anteilsschein heute Vormittag weitere 8,56 Prozent an Wert und notiert dort nun bei 2,99 Euro. Im März war die Aktie noch über neun Euro wert gewesen, auf Jahressicht hat sie sich um über 50 Prozent verbilligt. Unternehmenssprecher Christoph Hellrung machte auf Nachfrage von ECOreporter.de vor allem die Verunsicherung der Börsianer durch den plötzlichen Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden im Juli verantwortlich. Ex-Vorstand Peter Korak war nach Angaben des Sprechers neben seinem Vorsitz im zweiköpfigen Vorstand für die Bereiche Finanzen und Unternehmensentwicklung zuständig. „Differenzen zwischen Vorstand und Aufsichtsrat“ waren als Grund für die Trennung genannt worden (nachzulesen im ECOreporter.de-Beitrag vom 18. Juli). Damals war der Kurs der Enro-Aktie allerdings bereits auf sechs Euro abgesackt.

Zwar sei der Erfolg des Geschäftsmodells von Enro nicht von einer einzelnen Führungsperson abhängig, stellte Hellrung im Gespräch mit ECOreporter.de klar. Doch sei man zuversichtlich, wieder Vertrauen auf dem Aktienmarkt zurückgewinnen zu können, wenn ein Nachfolger des abgetretenen Vorstand gefunden sei. Er zeigte sich zuversichtlich, dass in den nächsten zwei bis drei Monaten jemand fürden Posten gefunden werde, der dafür geeignet sei und weitere Ideen einbringen könne. Das Unternehmen werde seine Wachstumsstrategie fortsetzen und damit auf lange Sicht auch überzeugen.

Wie Hellrung weiter ausführte, verläuft die für diesen Monat angekündigte Inbetriebnahme des Bio-Heizkraftwerkes Ludwigsfelde nach Plan. Die erste Feuerung sei erfolgt, die Anlage funktioniere. Noch in diesem Monat werde mit der Stromeinspeisung begonnen. Die Anlage soll Frischholz aus der Region als Brennstoff verwenden und eine Leistung von 1,5 Megawatt erreichen. Laut dem Unternehmenssprecher sind weitere Projekte geplant, die gebaut oder übernommen werden sollen. „Wir haben eine große Projektpipeline“, so Hellrung.

Im Geschäftsjahr 2006 hatte die Enro AG einen Jahresfehlbetrag von rund 2,3 Millionen Euro und ein negatives Bilanzergebnis von 1,6 Millionen Euro erzielt. Bereinigt um Sondereffekte belief sich das Bilanzergebnis auf minus 0,4 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte von rund sieben auf rund elf Millionen Euro, die Bilanzsumme von 18 auf 44 Millionen Euro. Außer in Ludwigsfelde betreibt das Unternehmen ein Bio-Heizkraftwerk in Elsterwerda. Außerdem hat es die Mehrheit an den Stadtwerken Elsterwerda übernommen.

Enro AG: ISIN DE0005492821 / WKN 549282

Bildhinweis: Das Bio-Heizkraftwerk in Ludwigsfelde verwendet Holz als Brennstoff. / Quelle: BMU
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