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13.10.2006: Fragwürdiger Biodiesel-Boom an der Börse - der Regenwald auf Sumatra stirbt weiter: Und es gibt doch Zusammenhänge

1997 stürzte ein Airbus der indonesischen Fluggesellschaft Garuda.ab. Der Grund sollen dichte Rauchwolken gewesen sein. Wobei Rauchwolken ein harmloser Ausdruck ist: In Wirklichkeit hüllen Rauchwolken jedes Jahr eine mehrere hundert bis tausend Quadratkilometer große Fläche in Malaysia und Singapur ein.

Die Brände, die den Rauch verursachen, lodern in Indonesien. Um Land für Ackerbau zu gewinnen, greifen die Indonesier zur Brandrodung. Große Teile Sumatras und der Süden Borneos stehen in Brand und die dicken Rauchwolken ziehen Richtung Norden.
Umweltschutzverbände wie die Deutsche Organisation Rettet den Regenwald (RdR) machen die zunehmend größeren Palmplantagen dafür verantwortlich. "Nach Berichten aus Indonesien werden große Teile der Regenwälder für Palmöl-Plantagen gerodet", so Reinhard Behrend, Vorsitzender der RdR. Durch die große Nachfrage nach Palmöl als alternative Energie werde die Rodung der Regenwälder angeheizt, meint der Experte. "Regelmäßig werden riesige Waldflächen abgefackelt. Durch diese Waldbrände wurden in manchen Jahren bereits mehr als eine Milliarde Tonne CO2 freigesetzt. Das entspricht etwa 15 Prozent der weltweit vom Menschen verursachten CO2-Emissionen." Die Umweltorganisation fordert daher einen sofortigen Stopp des Imports von Palmöl aus Indonesien.

Die indonesische Regierung hatte per Gesetz Brandrodungen verboten, berichtet BBC, die Brände lägen allerdings in sehr entlegenen Regionen, in denen die Regierung keine Kontrolle habe. Auf den indonesischen Inseln Sumatra und Borneo wurden bisher rund fünf Mio. Hektar Regenwald in Palmöl-Plantagen verwandelt. In Malaysia sind diese Plantagen zu 87 Prozent für das Verschwinden der Regenwälder verantwortlich. "Mehr als 90 Prozent des weltweit gehandelten Palmöls kommen aus diesen zwei Ländern", so Behrend. Der Umstieg von fossilen Brennstoffen auf Palmöl, das unter diesen Umständen gewonnen wird, sei sinnlos. Behrend kritisiert die Pläne des Energiekonzerns RWE, ein großes Kraftwerk im englischen Littlebrook zukünftig mit Biodiesel aus Palmöl statt mit Erdöl zu befeuern. "Statt mit dem Einsatz von Palmöl das Weltklima anzugreifen, muss der deutsche Energiekonzern seine Millionen endlich in Energiesparmaßnahmen und einer Steigerung der Energieeffizienz investieren."
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