13.11.02

13.11.2002: J.P. Morgan und IBM vor Outsourcing-Deal in Milliardenhöhe

Der Computerriese IBM und das US-Bankhaus J.P. Morgan Chase stehen vor dem Abschluss eines Deals in Milliardenhöhe. Nach Informationen des Wall Street Journals (WSJ) will das Bankhaus seinen gesamten IT-Bereich an Big Blue auslagern. Das Outsourcing-Abkommen würde eine Laufzeit von sieben Jahren und einen Wert von geschätzten fünf Mrd. Dollar haben, schreibt das WSJ.

Nach dem derzeitigen Stand der Verhandlungen würde J.P. Morgan alle IT-Prozesse auf Mainframe-Systemen und Netzwerk-Servern auslagern. Der Deal umfasst den Hypothekenbereich, das Retail-Banking, den Handel und die Wertpapierverarbeitung. Alle IT-Mitarbeiter des Bankhauses sollen von IBM übernommen werden.

Um den Auftrag hatte sich auch der Technologiekonzern Electronic Data Systems (EDS) beworben, der aber laut WSJ unter anderem wegen seiner unsicheren finanziellen Situation nicht zum Zuge kam. Für IBM kommt die Meldung, nunmehr als Einziger im Rennen um den J.P. Morgen Chase-Deal zu sein, zur rechten Zeit. Das Management von Big Blue sollte Mittwochnachmittag in einer jährlichen Konferenz den Wall-Street-Analysten Rede und Antwort stehen. Und der Abschluss des Megadeals dürfte als Anzeichen für die Stärke des Service-Geschäftes von IBM gewertet werden.

In diesem Jahr hatten bereits mehrere Konzerne ihre IT ausgelagert. IBM kam im Februar bei einem auf vier Mrd. Dollar taxierten Deal mit American Express zum Zug und ist dabei, einen ähnlichen Vertrag mit der Deutschen Bank an Land zu ziehen, der auf mehr als zwei Mrd. Dollar geschätzt wird.

In dieser Woche hat der Konzern darüber hinaus einen Zehn-Jahres-Vertrag mit Singapurs größter Bank DBS abgeschlossen, der einen Wert von 679 Mio. Dollar aufweist.

Die Aktie des Computerherstellers IBM ist in vielen Nachhaltigkeitsfonds enthalten, beispielsweise im UBS (LUX) Equity Fund Eco Performance (WKN 577333).
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