13.11.03 Erneuerbare Energie

13.11.2003: Erstes deutsches Erdwärmekraftwerk geht in Mecklenburg-Vorpommern in Betrieb

In Mecklenburg ist das erste deutsche Erdwärme-Kraftwerk ans Netz angeschlossen worden. Umweltminister Jürgen Trittin habe die Anlage in Neustadt-Glewe gestern per symbolischem Knopfdruck in Betrieb genommen. Das berichtet das Bundesumweltministerium. Um das enorme Potenzial der Geothermie künftig nutzen zu können, kommt es darauf an, die Technologien zu optimieren, die Qualität und Wirkungsgrade der Anlagen zu steigern und die Kosten insgesamt zu senken, sagte der Bundesumweltminister zum Anlagenstart. Das technische Potential für die geothermische Stromerzeugung in Deutschland wird vom Ministerium mit rund 350 Terawattstunden pro Jahr angegeben, das entspreche rund 60 Prozent des heutigen Stromverbrauchs. Bislang wurde in Deutschland die Geothermie lediglich zur Bereitstellung von Wärme genutzt.

Errichtet hat die Anlage in Neustadt-Glewe ein mittelstädisches Unternehmen aus Thüringen, die GET-Anlagenbau aus Unterlemnitz. Die Markteinführung geothermischer Kraftwerke treibe mittelständischen Anlagenbauern die Sorgenfalten auf die Stirn, zitiert die Schweriner Volkszeitung Frank Eckert, den Chef des Anlagenbauers. Der Bedarf sei groß, sein Unternehmen habe in diesem Jahr Aufträge im Wert von fünf Millionen Euro ablehnen, an größtenteils ausländische Konkurrenz verweisen und die Einstellung von zehn Mitarbeitern stoppen müssen, weil die Finanzwirtschaft die technologischen Risiken scheue. Es fehlten Kredite, so Eckert.
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