13.11.03

13.11.2003: Meldung: Drägerwerk setzt positiven Ergebnistrend fort

Die Drägerwerk AG, Lübeck, blickt auf einen erfolgreichen Verlauf der ersten neun Monate im Geschäftsjahr 2003 zurück. Wie der Medizin- und Sicherheitstechnik-Konzern mitteilte, stiegen der Auftragseingang auf 1.027 Mio Euro (2002: 987,8 Mio Euro), der Umsatz auf 949 Mio Euro (2002: 909,4 Mio Euro), das EBIT erhöhte sich auf 43 Mio Euro (2002: 42,5 Mio Euro) und der Konzernjahresüberschuss auf 34,4 Mio Euro (2002: 12,1 Mio Euro).

Diese Zuwächse sind umso beachtlicher, als sich der starke Euro, die schwache Konjunktur und Maßnahmen zur strukturellen Neuausrichtung und Fokussierung des Konzerns auf die Kerngeschäftsfelder ergebnismindernd auswirken. So enthält das EBIT in Höhe von 43 Mio Euro Sonderaufwendungen von 16 Mio Euro (2002: 5 Mio Euro). Die Sonderaufwendungen sind saldiert mit Sondererträgen und enthalten 5,2 Mio Euro Aufwand aus der Währungsumrechnung. In den 16 Mio Euro Sonderaufwendungen sind 13,4 Mio Euro für das Joint Venture mit Siemens enthalten. Mit dem a.o. Ertrag aus dem Aerospace-Verkauf in Höhe von 20,5 Mio Euro ergibt sich per September ein Jahresüberschuss von 34,4 Mio Euro (2002: 12,1 Mio Euro); der Einfluss aus der Währungsumrechnung beträgt hier 4 Mio Euro.

Dräger Medical
- Operatives EBIT um 31 % gesteigert
- Auftragseingang 6,1% und Umsatz 8,2% über Vorjahreswert (währungsbereinigt 13,1% bzw. 15,3%)
- JV erfolgreich umgesetzt

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2003 erreichte die Dräger Medical - kumuliert - ein operatives Ergebnis von 42,4 Mio Euro (vor JV-Einmalkosten von 11,5 Mio Euro). Im Vergleich zum Vorjahr (2002: 32,3 Mio Euro) stellt dies eine Steigerung von 31 Prozent dar und entspricht einer EBIT-Marge von 7,1 Prozent (2002: 5,8%). Das dritte Quartal schloss Dräger Medical ebenfalls erfolgreich mit einem EBIT von 13,8 Mio Euro vor Einmall-kosten aus dem JV ab und lag - zum 11. Mal in Folge - über dem Vorjahresquartal (2002: 11,4 Mio Euro). Dieses erneut positive Ergebnis ist nicht zuletzt das Resultat der andauern-den Optimierung der globalen Geschäftsprozesse und damit einhergehender, noch effektive-rer Kostenstrukturen innerhalb der Dräger Medical.

Nach neun Monaten ergibt sich ein kumulierter Umsatz von 597,7 Mio Euro (2002: 553 Mio Euro), was einer Steigerung von 8,2 Prozent entspricht. Damit hat die Dräger Medical auch im dritten Quartal, genauso wie im zweiten Quartal, den Rückstand aus dem ersten Quartal des Jahres aufgeholt. Ähnliches gilt auch für den Auftragseingang: Hier konnte der Rück-stand zu 2002 - kumuliert betrachtet - aufgeholt werden und liegt für die ersten neun Monate mit 654,8 Mio Euro gebuchten Aufträgen 6,1 Prozent über Vorjahr (2002: 617,2 Mio Euro). Der schwache US-Dollar hatte auf das Ergebnis nicht unerhebliche Auswirkungen trotz der gut währungsbalancierten Wertschöpfungsstruktur von Dräger Medical: zu Wechselkursen des Vorjahres würde das EBIT bei 50,7 Mio Euro liegen, d.h. 58 Prozent über Vorjahr und die Wachstumsrate in Umsatz und Auftragseingang wäre vergleichbar 15,3 Prozent und 13,1 Prozent.

Die weiterhin positive Entwicklung ist zurückzuführen auf die zielführende und schnelle Um-setzung der vielfältigen Prozess- und Produktivitätsprogramme. Im dritten Quartal ist es aus-serdem gelungen, das Joint Venture reibungslos operativ umzusetzen. Schon am ersten Tag des operativen Joint Ventures, dem 1. Juli 2003, war man in der Lage, in allen großen Län-dern weltweit den Service für die installierte Basis der ehemaligen Siemens-Einheiten aus-zuführen. Dabei war in mehr als 150 Ländern das Patienten-Monitoring-Geschäft von der Siemens Medical Solutions auf die Dräger Medical transferiert worden. Auch die Integration der knapp 600 neuen Mitarbeiter ist reibungslos vollzogen worden. Nachdem in den Ländern die operative Integration bereits im August abgeschlossen wurde, laufen bis zum Jahresende unterstützende Programme zur kulturellen Integration weiter. Trotz der gesundheitspolitischen Unsicherheiten in Deutschland und einer weiterhin zurückhaltenden Investitionsbereitschaft hält die Dräger Medical hier ihre Marktanteile auf hohem Niveau. Im US-Markt hat die Dräger Medical im Berichtszeitraum ihren Umsatz-Rückstand gegenüber Vorjahr aufgeholt und liegt jetzt mit nominell 3 Prozent leicht über Vorjahresniveau. Positiv verläuft das Geschäft in China und einigen europäischen Ländern.

Nach dem Vollzug der Übernahme der Siemens Life Support Systems durch die GETINGE AB erwartet Dräger Medical den Zufluss des Verkaufserlöses im vierten Quartal 2003. Hinsichtlich der angekündigten Akquisition des Geschäftsbereichs Neonatologie der nord-amerikanischen Hill-Rom Company, Inc., der unter dem Namen Air-Shields weltweit auftritt, erwartet die Dräger Medical für das erste Quartal 2004 den operativen Geschäftsstart; vor-ausgesetzt, die notwendigen behördlichen Zustimmungen liegen vor. Nach einem saisonal bedingt starken September erwartet die Dräger Medical für das vierte Quartal ein außeror-dentlich gutes Jahresendgeschäft und steht zu den bisher gegebenen Zahlen im Jahresaus-blick, d.h. zu einem Umsatz von rund 940 Mio Euro und einem EBIT von 95 Mio Euro für 2003 (vor Einmalaufwendungen aus dem JV mit Siemens).

Dräger Safety
- Weiter weltweites Wachstum im Breitengeschäft
- Steigerung in den Regionen NAFTA und Asien/Pazifik
- Marktstärke in Europa behauptet

Dräger Safety erzielte in den ersten neun Monaten 2003 ein EBIT in Höhe von 24,9 Mio Euro. Dieses Ergebnis ist durch den starken Euro beeinflusst. Bei Anwendung der Vorjahres-kurse auf das operative Geschäft und die Umrechnung von Ergebnissen würde das EBIT bei 30,6 Mio Euro liegen und damit knapp unter dem Vorjahreswert von 31,1 Mio Euro. Der Umsatz in Höhe von 339,5 Mio Euro liegt zwar leicht um 1,2 Prozent unter dem Vorjah-reswert von 343,6 Mio Euro. Kursbereinigt konnte der Teilkonzern aber weiter wachsen: Auf der Basis vergleichbarer Wechselkurse erhöhte sich der Umsatz um 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch der Auftragseingang legte auf der Basis aktueller Wechselkurse um 2,6 Prozent auf 361,3 Mio Euro gegenüber dem Vorjahr (2002: 352 Mio Euro) zu. Kursbereinigt beträgt das Wachstum 9,6 Prozent. Im dritten Quartal 2003 lag der Auftragseingang der Dräger Safety bei 112, 5 Mio Euro (2002: 123,1 Mio Euro) und damit um 8,6 Prozent bzw. kursbereinigt um 1,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Beim Umsatz wurden 109,3 Mio Euro erzielt (2002: 116,0 Mio Euro), d.h. im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang von 5,8 Prozent bzw. kursbereinigt ein Anstieg von 0,8 Prozent. Das EBIT betrug 5,6 Mio Euro (2002: 8,1 Mio Euro).
Die Marktposition des Unternehmens in der Region NAFTA konnte ausgebaut werden. Der Zuwachs im Auftragseingang betrug kursbereinigt 31,8 Prozent. Neben Aufträgen für den Zivilschutz (‚Domestic Preparedness‘) erhielt Dräger Safety weitere Aufträge über die Liefe-rung von Gasmess- und Personenschutztechnik aus dem öffentlichen Bereich, von Feuerwehren und Industriekunden. Teilweise wurde Dräger Safety auch mit dem sicherheitstech-nischen Training des Feuerwehrpersonals und dem Servicemanagement für die Atemschutztechnik beauftragt. In der Region Asien/Pazifik betrug das kursbereinigte Wachstum im Auftragseingang 31,3 Prozent. Damit hat Dräger Safety auch in dieser Region ihre Marktposition ausgebaut. Hier kam es z.B. zu einem weiteren Vertrag über die fortgesetzte Lieferung von Atemschutzmas-ken Piccola für vorbeugende Maßnahmen gegen die Lungenkrankheit SARS. Ein australi-scher Kunde orderte 2.000 Gasmess-Kits für die Überwachung von Begasungsmitteln in Containern. In Europa konnte Dräger Safety ihre starke Marktposition behaupten. Der Auftragseingang lag mit plus 2 Prozent leicht über dem Vorjahresniveau. So erhielt das Unternehmen im drit-ten Quartal den Auftrag über die Lieferung eines zweiten Rettungszuges für den im Bau be-findlichen St.-Gotthard-Tunnel. Ein Unternehmen der chemischen Industrie beauftragte Dräger Safety, im Rahmen ihres kundenspezifischen Systemlösungsansatzes ein kombi-niertes Gasüberwachungs- und -warnsystem zu projektieren, zu planen und zu realisieren. Zur Erweiterung ihres Produktportfolios hat Dräger Safety im Oktober 2003 die Sparte "Schutzluft" der RWE Piller GmbH übernommen. Damit unterstreicht sie ihre Rolle als der Anbieter eines ganzheitlichen Gefahrenmanagements. Die in Osterode im Harz ansässige Schutzluftsparte der RWE Piller GmbH ist Know-how-Spezialist für die Entwicklung, Projek-tierung und Fertigung von Fahrzeug-Atemluftversorgungsanlagen.
Dräger Safety erwartet bei einer positiven Entwicklung der Geschäfte im vierten Quartal 2003 angesichts nachhaltig veränderter Wechselkurse einen Jahresumsatz von 460 Mio Eu-ro, der nominell leicht unter dem Vorjahreswert von 471,1 Mio Euro liegt. Währungsbereinigt wird weiterhin der geplante Umsatzanstieg erwartet. Ebenso geht Dräger Safety davon aus, dass das geplante EBIT in Höhe von 39 Mio Euro (2002: 41,3 Mio Euro) erreicht werden kann.

Ausblick - Konzern auf Kurs
Auf Basis der aktuellen Eckdaten für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres bekräftigt der Vorstand der Drägerwerk AG seine Erwartungen für das saisonal starke vierte Quartal und das Gesamtjahr 2003: Der Konzern-Umsatz wird im vierten Quartal 2003 erneut ansteigen, so dass unter Berücksichtigung der Währungseinflüsse und des JV für das laufende Geschäftsjahr mit einem Anstieg des Umsatzes von 5 bis 6 Prozent auf ca. 1,4 Mrd Euro und des EBIT auf 98 Mio Euro (2002: 65 Mio Euro) vor Einmalaufwendungen aus dem JV mit Siemens gerechnet wird. Inklusive der Sondererträge in Höhe von 20,5 Mio Euro aus dem Verkauf der Aerospace soll der Jahresüberschuss von 19,8 Mio Euro im Vorjahr auf 37 Mio Euro zunehmen - wie bisher berichtet. "Wir sind auf Kurs", so der Vorstandsvorsitzende Theo Dräger in seiner Vorausschau.
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