13.01.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

13.1.2004: Assoziation der britischen Pensionsfonds will Shells Corporate Governance prüfen

Die britische Nationale Assoziation der Pensionsfonds (NAPF) hat angekündigt, sie wolle die Management-Strukturen des Shell-Konzerns nach ihrer Übereinstimmung mir Corporate Governance-Standards überprüfen. Shell hatte am Freitag bekannt gegeben, dass es 20 Prozent seiner Öl- und Gasreserven (insgesamt 3,9 Milliarden Barrel) neu bewerten werde. Es gebe keine begründete Sicherheit, dass sie sich erschließen ließen. Nach diesem Schock für die Aktionäre gerate Shell-Chef Sir Philip Watts zusehends unter Druck, berichtet die in London erscheinende Times. Am Freitag sei er einem Briefing für die Investoren ferngeblieben.

Sir Philip ist zugleich Aufsichtsratsvorsitzender und Geschäftsführer der Shell-Gruppe. Diese Doppelrolle verstoße gegen die Higgs-Richtlinie für Corporate Governance, merkt die Times an. Diese sieht vor, dass Aufsichtsrat und Exekutive zu trennen sind. Das Unternehmen habe sich jedoch lange jedweder Kritik entziehen können, weil es sich als Teil der Royal Dutch/Shell Group in einer einzigartigen Lage befinde.

Nun kündigt die NAPF an, man werde sich die Management-Strukturen bei Shell vor der Jahreshauptversammlung im April sehr genau ansehen. "Wir werden sicherlich danach schauen, welche Fortschritte gemacht worden sind, um die Corporate Governance zu verbessern", hieß es bei der NAPF.

Ein großer Teil der britischen Pensionsfonds-Branche ist in der NAPF (National Association of Pensions Funds) organisiert. Die Assoziation vertritt also auch für Shell wichtige institutionelle Investoren.

Die Shell-Aktie ist in zahlreichen Nachhaltigkeitsfonds enthalten.
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