13.12.07

13.12.2007: Meldung: EVN AG: Jahresergebnis 2006/07

(1. Oktober 2006 – 30. September 2007)

• Konzernergebnis leicht über dem Vorjahreswert
• Rückgang der Netzerlöse durch warme Witterung und Netztarifsenkung im
Gasbereich
• Erstmalige Einbeziehung des mazedonischen Stromversorgers ESM AD im
gesamten Geschäftsjahr
• Fertigstellung der thermischen Abfallverwertungsanlage in Moskau
• Vertragsabschluss für die Übernahme des zweitgrößten bulgarischen
Fernwärmeversorgers, Closing steht bevor
• Vereinbarung über die Erhöhung der indirekten Beteiligung an der
Rohöl-Aufsuchungs AG, Closing am 17. Dezember 2007
• Einigung über Fernwärmekooperation mit der niederösterreichischen
Landeshauptstadt St. Pölten
• Verbindliches Angebot für den Erwerb einer Konzession zur Errichtung
von drei Wasserkraftwerken in Albanien
• Markeintritt in der Türkei im Umweltbereich


2006/07 Veränderung
Mio EUR %
Umsatzerlöse 2.233,1 +7,8
EBITDA 350,7 -11,8
Operatives Ergebnis (EBIT) 197,3 +7,0
Konzernergebnis 227,0 +2,3

Im Geschäftsjahr 2006/07 hat die EVN Gruppe vor allem mit Abschluss bzw.
Vorbereitung von Kooperationen und weiteren Akquisitionen eine solide Basis
für weiteres Wachstum geschaffen. Trotz der witterungsbedingten
Absatzeinbußen im Energiebereich und Fertigstellung von Großprojekten im
Umweltbereich stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 7,8 % auf 2.233,1
Mio EUR und das EBIT erhöhte sich um 7,0 % auf 197,3 Mio EUR. Das
Konzernergebnis der EVN Gruppe konnte um 2,3 % auf 227,0 Mio EUR leicht
gegenüber dem Vorjahr zulegen. Das Ergebnis je Aktie belief sich auf 5,55
EUR (Vorjahr: 5,43 EUR).

Anstieg der Umsatzerlöse trotz milder Witterung und Fertigstellung von
Großprojekten
Die Umsatzerlöse der EVN Gruppe lagen im Geschäftsjahr 2006/07 mit 2.233,1
Mio EUR um 161,6 Mio EUR über dem Vorjahreswert. Im Segment Energie wurde
trotz der milden Witterung aufgrund der erstmals während des gesamten
Geschäftsjahres erfolgten Konsolidierung der mazedonischen ESM AD eine
Umsatzerhöhung um 9,7 % bzw. 171,1 Mio EUR realisiert. Aufgrund der
Fertigstellung internationaler Großprojekte und der damit einhergehenden
Schwankungen in der Auftragsabrechnung weist das Segment Umwelt im
Vergleich zum Vorjahr einen Umsatzrückgang von 5,2 % bzw. 15,0 Mio EUR auf
275,1 Mio EUR aus. Der im Ausland generierte Umsatz stieg um rund 20,0 %
auf 833,1 Mio EUR. Damit erhöhte sich die Auslandsquote von 33,5 % auf 37,3
%.

Anhaltend hohes Niveau der Energiepreise
Im Geschäftsjahr 2006/07 hielt die Ergebnisbelastung durch die weiterhin
hohen – auf den Terminmärkten bereits kontrahierten – Preise für den
Energiebezug an. Demgegenüber halbierten sich die Aufwendungen für
zugekaufte CO2-Emissionszertifikate vor allem aufgrund eines deutlichen
Preisrückgangs auf 7,2 Mio EUR. Die Aufwandsposition Fremdstrombezug und
Energieträger erhöhte sich insgesamt um 12,9 % auf 1.176,1 Mio EUR.

Restrukturierung in Südosteuropa
Die EVN Gruppe weist für das Geschäftsjahr 2006/07 einen durchschnittlichen
Personalstand von 9.535 Mitarbeitern aus – um 4,4 % weniger als im Vorjahr.
Dies ist auf die erfolgreich initiierten Restrukturierungsprogramme in
Bulgarien und Mazedonien zurückzuführen. Trotz dieser Entwicklung nahmen
die Personalaufwendungen um 9,6 % auf 288,9 Mio EUR zu. Von dem Anstieg
entfallen insgesamt 19,2 Mio EUR auf die mazedonische ESM AD, die
darüberhinaus Einmalbeträge im Rahmen des freiwilligen Sozialprogramms in
Höhe von 7,6 Mio EUR zu verbuchen hatte.

EBITDA blieb unter dem Vorjahreswert – EBIT stieg um 7,0 %
Aufgrund der im Vergleich zum Umsatz stärker steigenden Aufwendungen
verringerte sich das EBITDA um 11,8 % auf 350,7 Mio EUR. Die Abschreibungen
von 153,3 Mio EUR beinhalten per Saldo mit 22,1 Mio EUR außerplanmäßige
Wertänderungen aufgrund von Werthaltigkeitsprüfungen (im Vorjahr per Saldo
Wertminderungen in Höhe von 34,4 Mio EUR) und lagen damit um 28,0 % bzw. um
59,7 Mio EUR unter dem Vorjahreswert. Insgesamt führte dies zu einer
Verbesserung des operativen Ergebnisses (EBIT) um rund 7,0 % auf 197,3 Mio
EUR. Das operative Ergebnis des Segments Energie nahm vor allem durch eine
flexible Vermarktungsstrategie der Kraftwerkserzeugung und
energiewirtschaftlicher Optimierungen im Handelsbereich um 21,6 % auf 172,3
Mio EUR zu. In Folge der Fertigstellung der Großprojekte verringerte sich
das EBIT im Umweltbereich um 17,2 % auf 38,1 Mio EUR.

Schwächeres Finanzergebnis aufgrund vorjähriger Einmaleffekte
Das Finanzergebnis der EVN Gruppe lag im Geschäftsjahr 2006/07 mit 90,1 Mio
EUR um 25,2 % unter dem durch Einmaleffekte geprägten Ergebnis des
Vorjahres. Dabei hat sich das Beteiligungsergebnis von 127,0 Mio EUR um
14,0 % verringert. Der Beitrag der at Equity einbezogenen Unternehmen ging
um 25,3 Mio EUR auf 89,8 Mio EUR zurück, bereinigt um Einmaleffekte des
Vorjahres in Höhe von 33,0 Mio EUR wird jedoch ein Anstieg um
7,7 Mio EUR ausgewiesen, der die unverändert positive Entwicklung dieser
Beteiligungsunternehmen unterstreicht. Hauptfaktor für das bessere Ergebnis
aus anderen Beteiligungen in Höhe von 37,2 Mio EUR war im Wesentlichen die
höhere Dividendenausschüttung der Verbundgesellschaft.

Konzernergebnis leicht über Vorjahr
Bedingt durch das schwächere Finanzergebnis lag das Ergebnis vor
Ertragsteuern der EVN Gruppe mit 287,4 Mio EUR um 5,7 % bzw. 17,4 Mio EUR
unter dem Vorjahreswert. Vor allem wegen geringerer latenter
Steuerverbindlichkeiten, die durch die Körperschaftsteuersenkungen in
Bulgarien, Deutschland und Mazedonien bewirkt wurden, reduzierten sich die
Ertragsteuern um 9,7 Mio EUR auf 28,5 Mio EUR. Nach Berücksichtigung der
Ergebnisanteile anderer Gesellschafter ergibt sich ein Konzernergebnis von
227,0 Mio EUR, das den Vergleichswert des Vorjahres um 2,3 % bzw. 5,1 Mio
EUR leicht übertrifft.

Dividendenvorschlag
Die Dividendenpolitik der EVN orientiert sich an einer nachhaltigen
Entwicklung. In diesem Sinn strebt die EVN eine schrittweise Erhöhung der
Dividende an. Aufgrund der Ergebnisentwicklung wird der Vorstand der
Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2006/07 eine Anhebung der Dividende
um 7,1 % von 1,40 EUR auf 1,50 EUR vorschlagen und diese als Basisdividende
erklären.

Meilensteine im Geschäftsjahr 2006/07 für weiteres Wachstum
Umsetzung des Energiekonzepts für den niederösterreichischen Zentralraum
Am Heimmarkt konnte EVN eine Fernwärmekooperation mit der
niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten vereinbaren. Zur
Realisierung des Vorhabens gliedert die Stadt St. Pölten ihre
Fernwärmeaktivitäten aus den St. Pöltener Stadtwerken in eine eigene
Gesellschaft aus, an der die EVN nachfolgend 49 % erwirbt. Ab der
Heizperiode 2009/10 werden zwei Drittel der Fernwärme für St. Pölten aus
den Kraftwerksanlagen am Standort Dürnrohr stammen und über eine 31 km
lange Wärmeleitung in die Landeshauptstadt transportiert werden. Im Bereich
Abfallverwertung erfolgte im Juni 2007 der planmäßige Start zur
Realisierung der Linie 3 der Thermischen Abfallverwertungsanlage in
Dürnrohr. Sie erhöht die Kapazität von derzeit 300.000 Tonnen auf 500.000
Tonnen und soll im Jahr 2010 in Betrieb gehen. Diese Projekte bilden einen
Teil des breit angelegten Energiekonzepts für den niederösterreichischen
Zentralraum, in das in den nächsten Jahren über
200 Mio EUR investiert werden.

Aufstockung der indirekten Beteiligung an der RAG
Einen weiteren Fortschritt in der vertikalen Integration verzeichnete die
EVN mit der Vertragsunterzeichnung zur Übernahme der E&P Holding GmbH durch
eine gemeinsame Tochtergesellschaft eines von den RBG-Partnern gebildeten
Konsortiums, mit der sich die indirekte Beteiligung der EVN an der
Rohöl-Aufsuchungs AG (RAG) erhöhen wird. Nachdem in den letzten Tagen die
fusionsrechtliche Abklärung erfolgt ist, ist das Closing der Transaktion
für 17. Dezember 2007 angesetzt worden.

Expansion im Wärmebereich in Bulgarien
In Südosteuropa konnte EVN einen wichtigen Meilenstein setzen und einen
Übernahmevertrag für den bulgarischen Fernwärmeversorger TEZ Plovdiv
abschließen. Dank dieser Akquisition wird EVN nach der Übernahme über die
ersten eigenen nennenswerten Produktionsanlagen für Strom und Fernwärme in
dieser Region verfügen. Das zweitgrößte Heizwerk Bulgariens versorgt
derzeit rund 40.000 Kunden, womit die Anzahl der EVN Wärmekunden verdoppelt
wird.

Erneuerbare-Energie-Projekte in Albanien
Nach dem Abschluss eines Memorandum of Understanding mit der albanischen
Regierung im Jänner 2007 hat EVN auf Basis von Machbarkeitsstudien Projekte
für drei Speicherkraftwerke mit einem Erzeugungsvolumen von rund 1.000 GWh
unterbreitet. Im November 2007 hat die EVN ein verbindliches Angebot für
den Erwerb einer Konzession zur Errichtung von drei Wasserkraftwerken in
Albanien gelegt.

Expansion in der Energieerzeugung
Zum weiteren Ausbau der eigenen Produktionskapazitäten erfolgte im November
2006 der Spatenstich zur Errichtung des modernen Kohlekraftwerks in
Duisburg-Walsum, Deutschland. Das Projekt wird in Kooperation mit der
Evonik Steag GmbH realisiert und soll bis 2010 fertig gestellt werden.

Markteintritt in der Türkei im Umweltbereich
Die 100% Tochtergesellschaft WTE konnte 2007 die internationale
Ausschreibung zur Errichtung einer Großkläranlage für die Stadt Istanbul
als schlüsselfertiger Anlagebau für sich entscheiden. Damit wurde die
Türkei als neuer Markt betreten.

Ausblick
EVN Vorstandssprecher Dr. Burkhard Hofer: "Die EVN konnte im Geschäftsjahr
2006/07 ihren Weg zur Positionierung als wachstumsorientiertes Energie- und
Umweltunternehmen konsequent fortsetzen. Die Ergebnisentwicklung des
Berichtsjahres bestätigt unseren Multi-Service-Utility-Ansatz: Trotz
herausfordernder Rahmenbedingungen konnten wir das Vorjahresergebnis leicht
übertreffen und eine starke Basis für das zukünftige Wachstum der EVN
schaffen.

In unserem Heimmarkt Niederösterreich werden die Strom- und Gaspreise über
die gesamte Heizperiode stabil bleiben. Anfang 2008 ist durch die zu
erwartenden Netzpreissenkungen bei Strom und Gas sowie die Verringerung des
Ökostromzuschlags in Niederösterreich sogar mit geringfügigen
Preissenkungen zu rechnen."

Den vollständigen Geschäftsbericht 2006/07 finden Sie unter
www.investor.evn.at.

EVN AG
Information und Kommunikation
EVN Konzern

Mag. Stefan Zach
EVN Platz
2344 Maria Enzersdorf
Tel.: 02236 200-122 94
Fax: 02236 200-822 94
Mobil: 0676 810 32 294
stefan.zach@evn.at
www.evn.at
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