13.02.03

13.2.2003: Kritik an Windfondsbeitrag von Ökotest

Christian Zydat, Geschäftsführer der Dezentralen Energie-Agentur (deag) in Osnabrück war offensichtlich sauer: Die Tester der Zeitschrift Ökotest hätten "schlampig recherchiert", zitiert ihn Holger Boden von der Cellesche-Zeitung in seinem Beitrag unter dem Titel "Windpark mit schlechten Zahlen?". Hintergrund für Zydats Ärger ist nach Angaben der Zeitung ein Windfondstest von Ökotest, in dem der Windpark Beedenbostel, dessen Finanzierung über die Dezentrale Energie-Agentur (deag) in Osnabrück abgewickelt werde, die Bewertung "mangelhaft" erhalten habe.

Die sogenannten "leistungsspezifischen Investitionskosten" seien zu hoch, hieß es bei Ökotest. Der Anlagenlieferant habe keine Garantiere für die Verfügbarkeit der Windturbinen in den ersten Betriebsjahren gegeben, Finanzierungszusagen der Bank fehlten und zu den steuerlichen Verlusten gebe es keine Angaben.

Zydat will das nicht auf sich sitzen lassen. Er meinte gegenüber der Celleschen Zeitung, nicht einmal die in dem Beitrag genannte Anzahl von Windkraftanlagen in Beedenbostel stimme. Natürlich bestehe auch ein Wartungsvertrag mit dem Anlagenbauer Vestas, mit dem eine Herstellergarantie von zwei Jahren vereinbart worden sei. Der Windpark verfüge mit seinen 150 Meter hohen Windrädern über einen guten Wirkungsgrad, die Gutachter hätten durchschnittliche Windgeschwindigkeiten von 6,7 bis 7,2 Meter pro Sekunde ermittelt. Das hätten auch die Tester nicht angezweifelt, wohl aber den Wirkungsgrad in Frage gestellt. Beate Rossbach, Sprecherin der deag, bringt die Sache auf den Punkt: "Die Tester haben sich rein an die Fragebögen orientiert, die sie uns geschickt haben, aber sie haben nicht mehr nachgefragt."

Der Fonds sei mit 330 Anlegern voll gezeichnet, schließt die Cellesche Zeitung
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