13.09.07 Fonds / ETF

13.9.2007: Nachhaltigkeitsfonds-News: Zentralkomitee der deutschen Katholiken bekennt sich zur ethischen Geldanlage und nennt Kriterien

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat Christen in einer aktuellen Erklärung ausdrücklich zu ethischem Investment ermuntert. Darauf weist die Steyler Bank aus Sankt Augustin bei Bonn hin. Von den Steyler Missionaren gegründet ist sie die einzige Missionsbank Europas; sie setzt seit Jahren auf ethische Geldanlagen. In der Erklärung mit dem Titel „Ethisches Investment - Mit Geldanlagen Verantwortung übernehmen“ fordert das ZdK private und institutionelle, insbesondere katholische Einrichtungen auf, zu prüfen ob deren Geldanlage den Kriterien Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung entsprechen.

Bei Geldanlage im Sinne einer christlichen Ethik gehe es vor allem um drei Fragen: Ob Geldanlage das Leben der Menschen, die Bewahrung der Schöpfung sowie die „internationale und intergenerationale Gerechtigkeit“ fördert; ob das Instrument dazu beiträgt, „dass arme Menschen in ihrem Bemühen um bessere Lebensbedingungen konkret unterstützt werden“; und ob durch die Geldanlage Unternehmen finanziert werden, deren Produkte und Herstellungsverfahren den Menschen, der Umwelt und den Volkswirtschaften gerade auch in Entwicklungs- und Schwellenländern zugute kommen. Ziel eines verantwortlichen Umgangs mit Geldanlagen sei „die Herstellung einer ethischen Balance zwischen Gemeinwohlverantwortung, finanzieller Rendite, Sicherheit und Liquidität“.

Das ZdK empfiehlt hierbei eine Orientierung an den drei Oberzielen Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung und nennt hierzu eine Reihe von Negativ- und Positivkriterien als Orientierungshilfe. Zu den Negativkriterien gehören etwa Rüstung, Drogen, Pornografie, Kinderarbeit, Zwangsarbeit, Diskriminierung, Missachtung von Menschenrechten, Verletzung von Gewerkschaftsrechten, Umweltzerstörung. Kritisch zu bewerten ist außerdem auch jede Form der Abwälzung der Kosten wirtschaftlichen Handelns auf Dritte, auf die Umwelt oder auf künftige Generationen (Externalisierung). Positivkriterien sind z. B. Armutsbekämpfung (etwa durch Mikrokredite), Umwelttechnologien, ethische Unternehmensführung, gesellschaftliche Unternehmensverantwortung, Familienfreundlichkeit, entwicklungsorientiertes staatliches Handeln.

Das Zentralkomitee fordert die Akteure am Finanzmarkt zu einem verstärkten Engagement im Bereich des ethischen Investment auf. „Banken und Fondsgesellschaften können zu einer Förderung des ethischen Investments beitragen, indem sie ihre Kunden verstärkt auf die Möglichkeiten einer ethischen Geldanlage aufmerksam machen, ihre Angebote transparent gestalten und entsprechend attraktive Produkte entwickeln“, so das ZdK. „Unternehmen können und sollen die Chancen nachhaltigen Wirtschaftens und ethischer Unternehmensführung noch stärker für sich nutzen“, heißt es weiter in der Erklärung. Unternehmen müssten ihre Kunden, potentielle Geldgeber wie private und institutionelle Anteilseigner davon überzeugen, dass es sich lohnt, neben den ökonomischen auch soziale und ökologische Ziele anzustreben. „Nachhaltigkeitsaspekte wie Beachtung der Menschenrechte, Umweltschutzbedingungen, Mitarbeiterzufriedenheit etc. haben sich gerade in den letzten Jahren zu positiven Wettbewerbsfaktoren entwickelt, die zunehmend an Bedeutung gewinnen“, stellt das ZdK fest. Gerade die Kirche könne mit ihrer Anlagepolitik einen entscheidenden Beitrag leisten, damit ethisches Investment in der Öffentlichkeit mehr Bedeutung erlangt.

Bildhinweis: Kirchenbanken setzen verstärkt auf nachhaltige Investments: Schalter der Bank im Bistum Essen. / Quelle: Unternehmen
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