14.12.07 Nachhaltige Aktien , Meldungen

14.12.2007: Aktien-News: Enttäuschendes Börsendebüt von Iberdrola Renovables - Ist die Aktie des weltweit führenden Erneuerbare-Energie-Unternehmens noch immer zu teuer?

Dass der Ausgabepreis mit 5,30 Euro am unteren Ende der Preisspanne lag, war schon ein negatives Vorzeichen für den Börsengang der Iberdrola Renovables SAU gewesen. Und so fiel das Debüt des Erneuerbare-Energie-Unternehmen gestern auch recht schwach aus. Seit der Notierung am Nachmittag liegt das Papier unter dem Ausgabepreis. An der Stuttgarter Börse kostete die Aktie um 14:30 Uhr 5,28 Euro. Der spanische Energiekonzern Iberdrola hat für das IPO (Initial Public Offering) seiner Tochtergesellschaft 20 Prozent der Anteile angeboten. Der Greenshoe-Anteil lag bei 76,8 Millionen Aktien, insgesamt wurden 844 Millionen angeboten.

Obwohl die Preisspanne von 5,30 bis 7,00 bei weitem nicht ausgereizt werden konnte und auch der Start wenig überzeugte, bezeichnete Iberdrola-Chef Ignacio Sanchez Galan das IPO als einen Erfolg. Ihm zufolge verlief das Debüt vor allem deshalb holprig, weil das Börsenumfeld aktuell so schwach sei. Er verwies insbesondere auf die allgemeinen Turbulenzen an den Märkten. Das italienische Windkraftunternehmen Fri-El hatte im Oktober den geplanten Börsengang abgeblasen, weil er nicht aussichtsreich genug erschien.

Der positiven Beurteilung des IPO durch Galan hält Antonio Lopez, Analyst der Fortis Bank, entgegen, dass der Emissionspreis für Iberdrola Renovables noch immer sehr hoch angesetzt gewesen sei. Die Marktkapitalisierung erreiche nun mit rund 22 Milliarden Euro ungefähr das 88-fache des 2006 erzielten Gewinns. Auch wenn es sich bei der Iberdrola Renovables um das größte Erneuerbare-Energie-Unternehmen der Welt handle, sei dies eine sehr ehrgeizige Bewertung. Zum Vergleich: der spanische Windturbinenhersteller Gamesa kommt lediglich auf den Faktor 25, selbst der weltweit führende Konkurrent Vestas liegt mit dem Faktor 58 weit hinter dem Börsenneuling zurück. Die Marktkapitalisierung von europäischen Energieversorgern liegt im Durchschnitt nur beim 15-fachen des letzten bilanzierten Jahresgewinns.

Gegenüber der in London erscheinenden Times bezweifelten Analysten, dass die Ausbaupläne der Iberdrola Renovables auch wirklich umgesetzt werden können. So stehe die Förderung der gegenwärtig boomenden Windkraft in den USA weiter auf unsicherem Fundament und es sei keinesfalls sicher, dass sie fortgesetzt werde. Das Unternehmen will die eingeworbenen Mittel vor allem in den Ausbau seiner Kapazitäten investieren. Für 2010 will Iberdrola Renovables seine Gesamtleistung im Bereich der Erneuerbaren Energien nahezu verdoppeln auf 13.600 Megawatt. Im Frühjahr hatte die Gesellschaft mit der Übernahme von ScottishPower bereits ihre Windkraftkapazität um 50 Prozent erhöht. Laut einer Einschätzung der WestLB ist es ihr bereits gelungen, sich mit den für den Ausbau benötigten Windkraftanlagen einzudecken. Allerdings könne die zunehmende Konkurrenz großer Energieunternehmen beim Wettbewerb um die besten Standorte für Erneuerbare-Energie-Projekte das Gewinnpotential der Spanier schmälern.

Iberdrola Renovables SA: ISIN ES0147645016 / WKN A0M8D3

Bildhinweis: Die Iberdrola-Tochter will unter anderem Windparks in den USA errichten: Projekt in Texas. / Quelle: Suzlon
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