14.03.07 Nachhaltige Aktien , Meldungen

14.3.2007: Rückzieher - Reinecke + Pohl Sun Energy AG wird spanische Projektentwicklungsgesellschaft doch nicht übernehmen, ECOreporter.de fragte nach

Das Hamburger Solarunternehmen Reinecke + Pohl Sun Energy AG wartet erneut mit einer unangenehmen Nachricht für seine Aktionäre auf. Wie es mitteilte, wird es die Option zur Übernahme einer spanischen Projektentwicklungsgesellschaft nicht wahrnehmen. Für den in Andalusien ansässigen Photovoltaikprojektierer wollte Reinecke + Pohl laut einer früheren Unternehmensmeldung ursprünglich einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag zahlen (wir berichteten darüber im ECOreporter.de-Beitrag vom 8. Dezember).

Wie Unternehmenssprecherin Heike Oelze gegenüber ECOreporter.de erklärte, war die damalige Optionsmeldung die Voraussetzung für die Durchführung einer Due Diligence-Prüfung. Nachdem diese durchgeführt worden sei, habe der Vorstand sich gegen eine Übernahme des spanischen Projektierers entschieden und beschlossen, sich stattdessen auf selektive Projekte mit der spanischen Gesellschaft zu fokussieren. Das bedeute "mehr Flexibilität bei geringerem Risiko", so Oelze. Reinecke + Pohl könne so auch auf Projekte anderer Projektierer zugreifen, stelle sich also breiter auf. Bei geringerem Aufwand könne man flexibler agieren und sich sozusagen "die Rosinen herauspicken". Schließlich habe Reinecke + Pohl den Kauf überhaupt nur erwogen, um an Projekte zu kommen. Erst nach der Durchführung der Prüfung habe man klarer einschätzen können, welcher Schritt der Bessere sei.

Die Reinecke + Pohl Sun Energy AG will nun über die bereits bestehende spanische Tochtergesellschaft mit Sitz in Madrid die Zusammenarbeit mit lokalen Projektentwicklern in Spanien intensivieren. Auf Nachfrage von ECOreporter.de konnte Heike Oelze nicht sagen, wann mit Ergebnisse der laufenden Verhandlungen in Spanien zu rechnen sei. Es sei aber davon auszugehen, dass Reinecke + Pohl in dem südeuropäischen Land in diesem Jahr "erhebliche Umsätze" erwirtschafte, so die Unternehmenssprecherin.

Angesprochen auf die Turbulenzen der letzten Monate verwies sie darauf, dass die im Herbst eingeleitete Restrukturierung des Hamburger Unternehmens noch nicht abgeschlossen sei. Reinecke + Pohl hatte Ende Oktober eine Gewinnwarnung herausgegeben und anschließend "Unregelmäßigkeiten" bei der Tochtergesellschaft Nastro Umwelttechnik GmbH gemeldet (siehe ECOreporter.de-Beitrag vom 13. November). Deren ehemaliger Geschäftsführer hatte sein Amt niedergelegt, um eine Haftstrafe anzutreten (siehe ECOreporter.de-Beitrag vom 14. November). Im November waren dann umfassende Restrukturierungsmaßnahmen, ein verbessertes Controlling und der Ausbau der Dünnschicht-Geschäfte angekündigt worden. Bereits 2007 soll wieder ein positives Ergebnis erwirtschaftet werden. Unternehmenssprecherin Oelze sieht das Geschäft des Solarunternehmens jetzt "auf guten Bahnen", es könne allerdings "noch Nachwehen geben".

Die Börsianer scheinen die Reinecke + Pohl weiter mit Skepsis zu betrachten. Deren Aktienkurs war 2006 massiv eingebrochen. Heute verlor sie bei allerdings schwachem Börsenumfeld knapp fünf Prozent und notierte am Mittag im XETRA bei 7,95 Euro. Trotz der zwischenzeitlichen Kurserholung in den ersten Monaten dieses Jahres kostet der Anteilsschein damit nur etwa ein Drittel des Vorjahrespreises.

Reinecke+ Pohl Sun Energy AG: ISIN DE0005250708 / WKN 525070

Bildhinweis: Der Sitz der Reinecke + Pohl AG in Hamburg. / Quelle: Unternehmen
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