14.04.05 Wachhund

14.4.2005: EECH "Euro Anleihe Solar"

Wer von privaten Anlegern Geld haben will, sollte sehr transparent darstellen, was er mit dem Geld plant. Die EECH - European Energy Consult Holding AG aus Hamburg - hat das Emissionsvolumen ihrer "Euro Anleihe Solar" um 10 Millionen Euro auf stolze 30 Millionen Euro erh?ht. Aber wo soll das Geld hinflie?en? ECOreporter.de hat bei EECH-Vorstand Michael Bode versucht, Antworten zu Investitionen zu bekommen. Beispielsweise zu zwei, wie es die EECH beschreibt, "aussichtsreichen Solar-Projekten in Andalusien". Dabei ein 1,3-MW-Photovoltaik-Projekt in Los Cabezos, zum anderen ein "bedeutendes Solarthermie-Vorhaben von 50 MW in Palma del Rio". Au?erdem soll der Investitionsbeginn für ein Photovoltaik-Projekt in der N?he von Dresden anstehen, die Grundst?cke sollen gesichert sein, Baugenehmigungen vorliegen.

Gro?e Pl?ne. ECOreporter.de wollte wissen, ob neben der EECH auch andere Investoren beteiligt sind. Und wie viel denn die EECH zum Gesamtinvestitionsvolumen von 23 Millionen Euro beisteuert? Und ob der EECH die Projekte geh?ren? Denn was aus den EECH-Meldungen nicht hervorgeht, ist, wie viel Geld in welches Projekt gesteckt wird. Oder sind es gar komplette EECH-Projekte? Keine schwierigen Fragen, sollte man vermuten. Aber wie es so geht: Bei der EECH hei?t es zun?chst, nur der Vorstand Bode k?nne antworten. Der ist aber nicht da. Dann hei?t es, er ist im Urlaub. Dann ist er zur?ck, beantwortet aber die Fragen nicht. Als Grund nennt er: Es handele sich um kapitalmarktrelevante Informationen. Genau deshalb hat ECOreporter.de ja nachgefragt. Au?erdem sagt Bode, er habe im ECOreporter.de-Beitrag vom 4. M?rz 2005 "alles ausf?hrlich erkl?rt". Das war allerdings, bevor die EECH die oben genannten Projekte in Spanien und Dresden per Pressemeldung verk?ndete.

8,25% Zinsen mit Solarenergie verspricht die EECH ihren Anlegern mit der "Euro Anleihe Solar" (ISIN: DE000A0DLY65). Laufzeit bis zum 15.11.2010. Nach allen Erfahrungen aus der Vergangenheit m?ssen sp?testens jetzt die Alarmglocken schrillen, wenn es um die EECH-Anleihe geht. Eine Informationspolitik, die auf einfache Fragen Antworten schuldig bleibt, kann sich vielleicht ein Familienunternehmen erlauben, das keine Investoren braucht. Wer aber private Anleger anlocken will, muss auf Heller und Cent nachweisen, was er vorhat, was er realisiert hat und wie weit Planung und Realisierung ?bereinstimmen. Zu viele Projekte und Unternehmen im Bereich der Erneuerbaren Energien sind in den letzten Jahren gescheitert. Sicheres Vorzeichen daf?r, dass etwas verquer l?uft, war immer die Informationspolitik. Anleger sollten daher aus Vorsicht erst einmal davon ausgehen, dass Murphys Law auch hier gilt: Was schief gehen kann, geht auch schief. Die ECOreporter.de-Empfehlung: Nicht in diese Anleihe investieren, so lange nicht alle Fragen beantwortet sind.

Bildhinweis:
Der ECOreporter.de-Wachhund / Quelle: ECOreporter.de;
EECH-Vorstand Michael Bode / Quelle: Unternehmen
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