14.05.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

14.5.2004: Neuer Qualitätsbegriff: Soziale und ökologische Verantwortung als Anzeiger für Wettbewerbsfähigkeit

Der Umgang von Unternehmen mit ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung gewinnt zunehmend an Bedeutung. Wie die Agentur ECC Kohtes Klewes meldet, ist das die Prämisse des "Responsible Competitiveness Index", der im Dezember 2003 erstmals vorgestellt wurde. Die Orientierung an einer auch als CSR (Corporate Social Responsibility) bezeichneten Verhaltensnorm für Firmen werde mehr und mehr zu einer Frage, von der die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit ganzer Nationen abhängig sein könne. Die Untersuchung wurde laut der Meldung vom Institute for Social and Ethical Accountability (England) und dem Copenhagen Centre (Dänemark) in enger Konsultation mit der Weltbank, dem Weltwirtschaftsforum und der Europäischen Kommission erstellt. Der Index sei der erste seiner Art, in dem unternehmerische Nachhaltigkeitselemente klassischen Wettbewerbsfaktoren an die Seite gestellt werden. In den 18 Monaten der Projektentwicklung vor der Veröffentlichung sei zuerst ein "National Corporate Responsibility Index (NCRI)" entwickelt worden, der festhalte, inwieweit ein Staat fruchtbare Bedingungen für unternehmerische Verantwortung schaffe und inwieweit dies zu einem erkennbar hohem Verantwortungsbewusstsein auf unternehmerischer Seite geführt habe, so ECC. Die 51 untersuchten Staaten werden nach diesem NCRI gerankt, dabei schneiden westeuropäische Staaten den Angaben zufolge am besten ab, insbesondere die Skandinavier. Die Liste werde von Finnland angeführt, Deutschland befinde sich hier an Rang zwölf.

Die Leistungen dieser Länder würden dann mit etablierten Wettbewerbsrankings wie dem des Weltwirtschaftsforums abgeglichen, berichtet ECC. Dabei versuche man festzustellen, ob und wie "Corporate Responsibility" mit der Wettbewerbfähigkeit korreliere. Bei einer Punktebewertung im Plusbereich sei dies eine positive Korrelation. Im Falle Deutschlands liege der Wert bei minus 1,6, womit angedeutet werde, dass Deutschland zu einem geringem Maß "mehr verantwortlich als wettbewerbsfähig" ist. Vielen Ländern in der unteren Hälfte der Liste wird dagegen ein "Verantwortungsdefizit" zugeschrieben, das sich über kurz oder lang negativ auf ihre Wettbewerbsfähigkeit auswirken wird, so die Autoren. Innerhalb dieser Gruppe sind die USA, Japan, Korea und China in einer besonders prekären Lage. Das Ergebnis werten die Verfasser allerdings generell noch als einen ersten Schritt zur Beurteilung des Zusammenhangs von unternehmerischer Verantwortung und Wettbewerbsfähigkeit, der durch weitere Forschungsarbeiten ausgeweitet und untermauert werden soll.
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