14.05.07

14.5.2007: Interseroh AG will individuelle Einkünfte der Vorstandsmitglieder nicht veröffentlichen - "kein nennenswerter Informationsvorteil"

Die Kölner Interseroh AG will nicht individualisiert offen legen, was die ihre Vorstandsmitglieder verdienen. In der Tagesordnung zur Hauptversammlung des börsennotierten Rohstoff- und Recyclingkonzerns findet sich unter Punkt 14 ein entsprechender Antrag der Unternehmensleitung. Die Hauptversammlung ist für den 21. Juni 2007 geplant.

Im einzelnen heißt es in der Tagesordnung: "Beschlussfassung gemäß § 286 Absatz 5 HGB zur Befreiung von der Verpflichtung zu einer individualisierten Offenlegung der Vorstandsbezüge
§ 285 Satz 1 Nr. 9 Buchstabe a) Satz 5 bis 9 bzw. § 314 Absatz 1 Nr. 6 Buchstabe a) Satz 5 bis 9 HGB in der Fassung des Vorstandsvergütungs-Offenlegungsgesetzes für Jahres- und Konzernabschlüsse für nach dem 31. Dezember 2005 beginnende Geschäftsjahre sehen vor, dass die Bezüge von Vorstandsmitgliedern einer börsennotierten Gesellschaft im Jahres- und Konzernabschluss oder dem jeweiligen Lagebericht individualisiert offen zu legen sind.
§ 286 Absatz 5 sowie § 314 Absatz 2 Satz 2 HGB sehen jedoch vor, dass die Hauptversammlung beschließen kann, dass individuelle Angaben sowohl im Anhang als auch im Konzernanhang aufgrund eines Dispensbeschlusses unterbleiben können.

Aus Sicht der Gesellschaft bietet die individuell aufgegliederte Veröffentlichung von Gehaltsbestandteilen keinen nennenswerten Informationsvorteil. Die Angemessenheit der Vorstandsbezüge kann der Aktionär auch aus der Gesamtvergütung des Vorstandes herleiten, die zudem entsprechend den Anforderungen des Corporate Governance Kodexes in fixe und variable Bezüge aufgegliedert ist und neben der diesbezüglichen Ausweisung auch im Vergütungsbericht des Aufsichtsrates erläutert wird. Eine weitergehende individuelle Offenlegung der Vergütung beeinträchtigt nach Überzeugung der Verwaltung die Persönlichkeitsrechte der Vorstandsmitglieder, was bei der zu treffenden Abwägung ebenfalls zu berücksichtigen ist.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen daher unter Bezugnahme auf § 286 Absatz 5 und § 314 Absatz 2 Satz 2 HGB in der Fassung des Vorstandsvergütungs-Offenlegungsgesetzes vor, zu beschließen, dass bei der Aufstellung des Jahres- und Konzernabschlusses der Gesellschaft die nach §§ 285 Absatz 1 Nr. 9 Buchstabe a) Satz 5 bis 9, 314 Absatz 1 Nr. 6 Buchstabe a) Satz 5 bis 9 HGB verlangten Angaben im Anhang und im Konzernanhang unterbleiben. Dieser Beschluss gilt für das am 1. Januar 2007 begonnene Geschäftsjahr und die weiteren vier folgenden Geschäftsjahre, also bis zum 31. Dezember 2011."

Den vollständigen Text der Einladung des Unternehmens zur Hauptversammlung finden Sie in unserer Rubrik Adhoc/Firmenmeldungen
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