14.06.05 Fonds / ETF

14.6.2005: Devise: Sicher, ethisch, ertragreich - ECOreporter.de-Interview mit Uli Kr?mer, Manager des Kepler Ethik Rentenfonds

Seit Monaten liegt der "Kepler Ethik Rentenfonds" ganz vorn in den Auswertungen unserer Datenbank ECOfondsreporter. Auf Jahressicht konnten Anleger mit dem 2003 aufgelegten Fonds der ?sterreichischen Fondsgesellschaft Kepler 8,8 Prozent Gewinn machen - ohne auf hohe ethische Anspr?che zu verzichten (Stichtag 31.5.2005). Der Rentenfonds der Kapitalanlagegesellschaft (KAG) mit Sitz in Linz beachtet eine lange Liste von Ausschlusskriterien wie zum Beispiel Alkohol, Chlorchemie und Agrarchemie, die Missachtung der Menschenrechte oder vermeidbare Tierversuche. Wie gelingt es der Kepler KAG die konstante Wertentwicklung des Fonds zu erreichen? Weshalb ist der Fonds besonders für "Kl?ster und kirchennahe Institutionen" geeignet? ECOreporter.de sprach mit Uli Kr?mer, Manager des Kepler Ethik Rentenfonds.


ECOreporter.de: Herr Kr?mer, in den Auswertungen unserer Datenbank ECOfondsreporter liegt der "Kepler Ethik Rentenfonds" seit Monaten immer in der Spitzengruppe, auf Sicht von zw?lf Monaten steht er auf dem ersten Platz. Was ist Ihr "Erfolgsrezept"?
Uli Kr?mer: Wenn es ein Erfolgsrezept gibt, dann eines, das für das ganze Rentenfondsmanagement der Kepler-Fonds KAG gilt. Denn der Kepler Ethik Rentenfonds wird wie alle anderen Kepler-Rentenfonds nach einem strengen Managementprozess unter Beachtung des Risikos verwaltet. Nat?rlich beachten wir zus?tzlich dazu die ethischen Kriterien für die Auswahl der Investments. An der Wertentwicklung des Kepler Ethik Rentenfonds l?sst sich erkennen, dass sich ethisches Investment und ertragreiche Veranlagung verbinden lassen. Wir sehen, dass unser Fonds auch in Vergleichsgruppen von Rentenfonds ohne ausdr?ckliche Ber?cksichtigung ethischer Kriterien eine gute Figur macht.


ECOreporter.de: Sind Sie als Fondsmanager allein für den Fonds verantwortlich?
Kr?mer: Jeder Rentenfonds der Kepler-Fonds KAG wird von einem Dreierteam verwaltet, um die Kontinuit?t im Management jederzeit zu gew?hrleisten. Das hei?t, dass wir sehr stark auf einen Teamansatz im Management setzen. Der einzelne Fondsmanager hat allerdings im Rahmen genereller Vorgaben gewisse Freiheitsgrade. Sehr wichtig ist uns, dass die Wertentwicklung vergleichbarer Fonds auch vergleichbar ist, denn nur dann kann im Interesse der Kunden gew?hrleistet werden, dass die Wertentwicklung weitestgehend unabh?ngig vom jeweiligen Fondsmanager ist.


ECOreporter.de: Der Fonds sei für "Privatpersonen mit besonderem ethischen Anspruch" sowie für "Kl?ster und kirchennahe Institutionen" besonders geeignet, hei?t es in einer Information Ihres Hauses. Wodurch qualifiziert sich der Kepler Ethik Rentenfonds gerade für christliche Investoren?
Kr?mer: Der Fonds richtet sich an alle Investoren (privat oder institutionell), die neben einer ertragreichen Veranlagung auch die Einhaltung ethischer Kriterien wollen, um damit mit ihrem Kapital indirekt auch die Emittenten zu ethischem Verhalten anzuregen. Die Betonung auf kirchliche Institutionen soll herausstreichen, dass der Kepler Ethik Rentenfonds mit seiner Veranlagung die Anspr?che seitens christlicher Ethik weitest m?glich erf?llt.


ECOreporter.de: Der Fonds beachtet eine lange Liste von ethischen Ausschlusskriterien. Wie oft kommt es vor, dass Sie Wertpapiere aus dem Fonds verkaufen m?ssen, weil sich Konflikte zu den Negativkriterien ergeben haben?
Kr?mer: Das investierbare Universum wird quartalsweise angepasst. Danach sind nach bisheriger Erfahrung zwischen null und drei Emittenten zu verkaufen, weil sie die ethischen Standards des Fonds nicht mehr erf?llen. Andererseits kommen auch neue investierbare Emittenten hinzu, so dass das Universum jederzeit eine breite Streuung der Veranlagung erlaubt.


ECOreporter.de: Wie ist die Gewichtung zwischen ?ffentlichen und privaten Emittenten im Portfolio des Fonds?
Kr?mer: Der Fonds enth?lt aktuell rund 54 Prozent Staatsanleihen.


ECOreporter.de: Welche L?nder und Unternehmen sind am h?ufigsten vertreten?
Kr?mer: Aktuell sind Staatsanleihen von ?sterreich, Deutschland, den Niederlanden und Norwegen enthalten. Unternehmensseitig sind momentan in erster Linie Banken vertreten, darunter aus ?sterreich die Kommunalkredit und die Bank Austria, aus den Niederlanden die ABN Amro, und von der britischen Insel HBOS (Halifax Bank of Scotland) und Northern Rock.


ECOreporter.de: Auf der Webseite Ihres Unternehmens wird ein "Tagesbericht" für den Fonds angeboten. Erscheint dieser Bericht t?glich mit jeweils aktualisierten Angaben?
Kr?mer: Ja, dieser Bericht wird jeden Tag ins Internet gestellt und ist ab cirka 16 Uhr mit den neuesten Daten aktualisiert. Wir wollen für unsere Kunden h?chstm?gliche Transparenz gew?hrleisten, der aktuelle Tagesbericht im Internet ist ein Teil unserer Unternehmensphilosphie.


ECOreporter.de: K?nnen Anteile des Kepler Ethik Rentenfonds ?ber jedes Geldinstitut in Deutschland gekauft werden?
Kr?mer: Ja, der Kepler Ethik Rentenfonds ist in Deutschland zum Vertrieb zugelassen. Anteile k?nnen somit ?ber jedes deutsche Geldinstitut gekauft werden.


ECOreporter.de: Das Volumen Ihres Fonds bel?uft sich auf inzwischen mehr als 40 Millionen Euro. Ist Ihnen bekannt, ob die Anteilseigner mehr private oder mehr institutionelle Investoren sind?
Kr?mer: Die Anteilseigner sind mehrheitlich institutionelle Investoren, wobei der Anteil der privaten Anteilseigner stetig steigt. Wir betrachten das als Zeichen, dass sich der Trend hin zu ethisch verantwortlicher Veranlagung ausgehend von der institutionellen Schiene immer mehr auch beim Privatpublikum verst?rkt. Nicht zuletzt deshalb, weil es nachgewiesenerma?en m?glich ist, ethisch verantwortlich und ertragreich zu veranlagen; der Kepler Ethik Rentenfonds ist daf?r ein ausgezeichnetes Beispiel.


ECOreporter.de: Herr Kr?mer. Wir danken Ihnen für das Gespr?ch!

Bild: Uli Kr?mer; Norwegischer Fjord. Der Kepler Ethik Rentenfonds investiert in Staatsanleihen des skandinavischen Landes.
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