14.09.05 Nachhaltige Aktien , Meldungen

14.9.2005: Internationale Automobilausstellung IAA: Die Blech- und Glanz-Show l?uft - bietet sie auch dem nachhaltig orientierten Anleger etwas?

In Frankfurt am Main ?ffnet die 61. Internationale Automobilausstellung (IAA) ihre Pforten. Einige der ausstellenden Unternehmen sind auch in Nachhaltigkeitsfonds enthalten. Bei Volkswagen zum Beispiel und Renault wird sich das jetzt allerdings teilweise ?ndern. Denn beide Aktien wurden bei der Aktualisierung aus dem Nachhaltigkeitsindex DJSI World (wir berichteten: ECOreporter.de-Beitrag vom 9. September) aussortiert. Volkswagen (Stammaktie, Kurs vor einem Jahr: 33,36 Euro, Kurs am 13.9.: 44,13 Euro) hatte in diesem Jahr die Produktion des 3-Liter-Fahrzeugs Lupo eingestellt und erst vor kurzem den Einstieg in die emissionsarme Hybridtechnologie beschlossen, die etwa Toyota (Kurs vor einem Jahr: 31,85 Euro, Kurs am 13.9.: 34,58 Euro) und Honda (Kurs vor einem Jahr: 41,25 Euro, Kurs am 13.9.: 43,84 Euro) schon seit acht Jahren anbieten.

Der DJSI World umfasst die Nachhaltigkeitsbesten 10 Prozent jeder Branche unter den weltweit gr??ten 2500 Unternehmen. Bei den Autoherstellern ist Volkswagen nicht mehr in dieser Gruppe der Nachhaltigkeitsbesten, wohl aber BMW (Kurs vor einem Jahr: 35,38 Euro, Kurs am 13.9.: 36,46 Euro) und - nun wieder - DaimlerChrysler (Kurs vor einem Jahr: 35,44 Euro, Kurs am 13.9.: 40,80 Euro).

Beide Unternehmen wollen gemeinsam mit General Motors (Kurs vor einem Jahr: 34,75 Euro, Kurs am 13.9.: 26,70 Euro) einen Hybridantrieb entwickeln und ab 2007 damit ausger?stete Modelle vorstellen. Allerdings gilt diese Technologie unter Experten keineswegs als der Weisheit letzter Schluss. Zum einen ist sie sehr komplex, zum anderen ist ihr Potential zur Emissionseinsparung begrenzt. Die deutschen Autobauer forcieren ihre Anstrengungen um den kombinierten Antrieb aus Verbrennungs- und Elektromotor wohl nur deshalb, weil Toyota mit dem Hybrid-Wagen Prius wirtschaftlich so au?erordentlich erfolgreich ist.

Doch nicht nur aufgrund seines Prius gilt Toyota als Nachhaltigkeitsprimus der Branche. Das Unternehmen wurde von der US-amerikanischen Ratingagentur Innovest als eines der drei nachhaltigsten Unternehmen weltweit pr?miert. Der japanische Konzern bem?ht sich intensiv um eine umwelt- und klimaschonende Produktionsweise, seine Fabriken warten mit hohen Umweltstandards auf. Dem eifern die deutschen Autobauer mit einigem Abstand nach. Hinzu kommt, dass sie sich auch von franz?sischen Konkurrenten beim Umweltschutz haben ?berholen lassen. So stattet Peugeot (Kurs vor einem Jahr: 50,00 Euro, Kurs am 13.9.: 51,92 Euro) bereits seit vier Jahren Diesel-Fahrzeuge mit Ru?partikelfiltern aus, w?hrend die Deutschen im Fr?hjahr bei der Diskussion ?ber die Feinstaubbelastung in den St?dten mit leeren H?nden am Pranger standen.
Dass Peugeot gar nicht alle Diesel mit Ru?filtern ausstattet, dass etliche deutsche Diesel auch ohne den Ru?filter schon schadstoffarm sind, fiel in der aufgeregten Diskussion meist unter den Tisch. Auch dass etwa DaimlerChrysler seit Jahren in die Entwicklung des Brennstoffzellenantriebs investiert, wird wenig wahrgenommen. Es wird noch viele Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte dauern, bis nennenswerte St?ckzahlen solcher Fahrzeuge mit einem klimaschonenden Antrieb auf den Markt kommen werden.

Dabei schl?gt das Bundsumweltamt (UBA) schon jetzt Alarm. 2003 trug der Verkehr bereits 20 Prozent zum energiebedingten CO2-Aussto? in der Bundesrepublik bei, erkl?rte in dieser Woche UBA-Pr?sident Andreas Troge. Rund 95 Prozent davon entfielen auf den Stra?enverkehr. Laut der EU-Kommission k?nnte es sein, dass die Emissionen, die die Energiewirtschaft, die Industrie, die Land- und der Abfallwirtschaft reduziert haben, durch die steigenden Emissionen im Verkehr ausgeglichen werden. In einem Brief an den Pr?sidenten des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Bernd Gottschalk, hat Bundesumweltminister J?rgen Trittin vorgeschlagen, dass sich alle europ?ischen Hersteller und Importeure von Autos dazu verpflichten, den durchschnittlichen Kohlendioxidaussto? ihrer Flotten für neu zugelassene PKW in definierten Schritten auf 120 Gramm pro Kilometer zu senken. Das w?rde einem durchschnittlichen Verbrauch von rund 5 Litern auf 100 Kilometer entsprechen. In einem Positionspapier des Verbandes hat sich die Branche zwar zu ihrer klimapolitischen Verantwortung bekannt. Sie lehnt jedoch neue verbindliche Obergrenzen für den Durchschnittsverbrauch von PKWs ab.

Noch weniger offen für Klimaschutzanstrengungen zeigen sich die Autobauer in den USA. Dort sind sich in Kalifornien Demokraten und Republikaner dar?ber einig, per Gesetz den Treibhausgasaussto? von Fahrzeugen drastisch zu begrenzen. Dagegen l?uft die Alliance of Automobile Manufacturers Sturm und hat Klage eingereicht. Mit BMW, DaimlerChrysler, Porsche (Vorz?ge, Kurs vor einem Jahr: 541,00 Euro, Kurs am 13.9.: 667,96 Euro) und Volkswagen geh?ren vier deutsche Autobauer zu den neun Mitgliedern der Allianz, daneben Ford und - Nachhaltigkeit und Hybridantrieb hin oder her - auch Toyota.

Ab dem 19. September sind insgesamt acht Hersteller und Zulieferer aus der Automobilindustrie in dem wichtigen Nachhaltigkeitsindex DJSI World enthalten: BMW AG, DaimlerChrysler AG, Ford Motor Corp. (Kurs vor einem Jahr: 11,25 Euro, Kurs am 13.9.: 7,95 Euro), Toyota; das japanische Elektronikunternehmen Denso, der Reifenhersteller Michelin, der US-amerikanische Hersteller von Autobatterien Johnson Controls Inc. und der Ausr?ster Visteon Corp., ebenfalls aus den USA.

Doch auch jenseits des DJSI World gibt es nachhaltige Aktien aus der Automobilindustrie. Dazu z?hlt beispielsweise das Wertpapier der CCR Logistics Systems AG. Das M?nchener Unternehmen steuert für seine Kunden die Entsorgung etwa von Altautos. Dabei leistet die im Prime Standard der Deutschen B?rse notierte CCR die Logistik, die konkrete Arbeit erledigen Entsorgungsfachbetriebe. CCR strebt geschlossene Stoffkreisl?ufe an: Abf?lle gehen nach der Aufarbeitung m?glichst zum Hersteller zur?ck.

Die Quantum Fuel Systems Technologies Worldwide Inc. , eine 100-prozentige Tochter der Spezialistin für Kraftstoffsysteme IMPCO Technologies, Inc., hat Ende 2004 mit der kalifornischen Starcraft Corporation einen Hersteller von Komponenten für die Autoindustrie ?bernommen, der zuletzt einen Umsatz von ?ber 200 Millionen Dollar generierte.

Zu erw?hnen ist auch die Citycom AG, ein Hersteller von Elektroleichtfahrzeugen mit Sitz im fr?nkischen Aub. Das Unternehmen erzielt auch Einnahmen durch das Vermieten seiner Fahrzeuge. Die Citycom-Aktie wird ?ber die Valora Effekten Handel AG, Ettlingen, gehandelt. Im Juli hatte das nicht b?rsennotierte Unternehmen anl?sslich der Einladung zur j?hrlichen Hauptversammlung mitgeteilt, dass es mehr als die H?lfte des Grundkapitals verloren hat. Lesen Sie zur Citycom AG auch den ECOreporter.de-Beitrag vom November 2004).

Volkswagen AG Stammaktien o.N.: ISIN: DE0007664005 / WKN 766400
Toyota Motor Corp. Registered Shares: ISIN JP3633400001 / WKN 853510
Honda Motor Co. Ltd.: ISIN JP3854600008 / WKN 85322
Bayerische Motorenwerke AG, Stammaktien: ISIN DE0005190003 / WKN 519000
Daimler Chrysler AG: ISIN DE0007100000 / WKN 71000
Generla Motors Corp.: ISIN US3704421052 / WKN 850000
Dr.Ing.H.C.F. Porsche AG, Vorz?ge: ISIN DE0006937733 / WKN 693776
Ford Motor Co.: ISIN US3453708600 / WKN 502391
Denso Corp.: ISIN JP3551500006 / WKN 858734
Cie. G?nle. ?ts. Michelin: ISIN FR000012126 / WKN 850739
Johnson Controls Inc.: ISIN US4783661071 / WKN 857069
Visteon Corp.: ISIN US92839U1079 / WKN 615794
CCR Logistics Systems AG: WKN 762720 / ISIN DE0007627200
Quantum Fuel Syst. Tech. Worldw.: ISIN US74765E1091 /WKN 662286
Citycom AG: ISIN DE0006881808 / WKN 688180
Impco Technologies Inc.: ISIN US45255W1062 / WKN 912737


Bild: Toyota Hybridfahrzeug Modell "Prius" / Quelle: Unternehmen
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