15.10.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

15.10.2004: US-Gericht verurteilt Bayer zu 400.000 Dollar Schadensersatz - Erkältungsmedikament soll Schlaganfall ausgelöst haben

Ein Gericht in El Paso hat den Bayer-Konzern zur Zahlung von 400.000 Dollar Schadensersatz an einen Patienten wegen der Nebenwirkung des Wirkstoffs Phenlypropanolamin (PPA) verurteilt. Damit teilte es die Auffassung des Klägers, dass der in einem Erkältungsmedikament enthaltene Wirkstoff bei ihm einen Schlaganfall ausgelöst habe. Die Financial Times Deutschland zitiert in ihrer Meldung einen Analysten der HypoVereinsbank, der berichtet, dass insgesamt 1150 Verfahren zu PPA ausstünden, von denen sich 700 allein gegen Bayer richteten, bei den übrigen sei der Konzern einer von mehreren Beschuldigten.

Die Landesbank Rheinland-Pfalz erläuterte, von Schadensersatzforderungen im Zusammenhang mit PPA seien neben Bayer auch andere Pharmakonzerne betroffen. Der Verkauf des Wirkstoffs sei von Bayer im Jahr 2000 gestoppt worden. Der Konzern gehe gegen das Urteil in Berufung. Bisher hätten die PPA-Klagen immer im Schatten der Lipobay/Baycol Schadensersatzforderungen gestanden. Für beide Wirkstoffe habe Bayer eine Versicherungsabdeckung von 1,2 Mrd. Dollar und Rückstellungen von 360 Millionen Dollar gebildet. Bisher sei für die Baycol-Fälle Schadensersatz in Höhe von 1,1 Milliarden Dollar gezahlt worden. Die durchschnittliche Zahlungen bei den Baycol-Fällen betrügen ebenfalls rund 400.000. Der Konzern könnte sich als noch rund 1000 Fälle leisten.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x