15.10.07 Nachhaltige Aktien , Meldungen

15.10.2007: Wochenrückblick: Neue Nachhaltigkeitsindices der Bank Sarasin und der Deutschen Börse – 150-Megawatt-Auftrag für REpower Systems AG – Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt gegen EECH AG – CropEnergies AG steigert Umsatz und

In der vergangenen Börsenwoche übersprang der DAX die 8000er-Marke, er legte 1,12 Prozent zu auf 8.033,69 Punkte. Der Dow-Jones-Index verbesserte sich leicht um 0,29 Prozent auf 14.015,12 Punkte. Kräftig gestiegen ist der japanische Nikkei-Index: Er schloss die Woche beim Stand von 17.458,98 Punkten, ein Plus von 2,14 Prozent. Der Ölpreis näherte sich wieder der Schwelle von 80,00 US-Dollar; er sprang auf 79,98 Dollar, ein Zuwachs von 1,3 Prozent (Vorwoche: 78,95 US-Dollar; Sorte "Brent Crude Oil"). Kupfer ist 50 Cents je Tonne teurer geworden (Copper Grade A). Nach 8.225,00 Dollar pro Tonne in der Vorwoche kostete das Metall nun 8.225,50 Dollar. Der Euro hält sich weiter über der Marke von 1,40 Dollar, er kostete 1,4177 Dollar nach 1,414 Dollar in der Vorwoche.

Die Schweizer Bank Sarasin und die Deutsche Börse haben zwei gemeinsame Nachhaltigkeitsindices ins Leben gerufen. Der DAXglobal Sarasin Sustainability Germany Index zeigt laut den Partnern die Performance von nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen, die ihren Sitz in Deutschland haben. Der DAXglobal Sarasin Sustainability Switzerland Index leiste dies für nachhaltig wirtschaftende Schweizer Unternehmen. Der Index für Deutschland umfasst zurzeit 34 Werte, der Index für die Schweiz 27 Unternehmen.

Der Hamburger Windturbinenbauer REpower Systems AG wird Anlagen für ein Windparkprojekt mit 150 Megawatt (MW) Leistung in China liefern. Wie das TecDAX-Unternehmen mitteilte, sollen die Windräder an der Küstenlinie der chinesischen Provinz Shandong, 500 Kilometer südöstlich von Peking, errichtet werden. Die Lieferung der ersten 75 Anlagen sei von Juni 2008 bis April 2009 geplant. Der Kunde habe eine Option auf die Lieferung von weiteren 75 Anlagen in 2009 und 2010.
Den Auftrag erteilte den Angaben zufolge ein Konsortium, bestehend aus der Guohua Energy Investment Co. Ltd. mit Sitz in Peking und dem australischen Unternehmen Roaring 40s Renewable Energy Pty Ltd.

Der spanische Energieversorger Endesa hat einen Nachfolgeauftrag an den Windturbinenbauer Gamesa vergeben. Demnach soll das ebenfalls in Spanien ansässige Unternehmen in den Jahren 2008 bis 2010 für Windparks von Endesa Windkraftanlagen mit einer Gesamtkapazität von 500 MW liefern. Das Auftragsvolumen wurde mit 430 Millionen Euro beziffert.
Um die erfolgreiche Auslieferung von Anlagen insbesondere nach China und die USA zu sichern, hat Gamesa zusammen mit der Logistikexpertin Bergé Negocios Marítimos ein Joint Venture gegründet. Die neu gegründete Compass Transworld Logistics, S.A. (CTL) soll für Gamesa jährlich Lieferungen im Wert von 150 bis 175 Millionen Euro durchführen.

Den Zukauf eines Windenergieunternehmens meldete der französische Energieversorger Gaz de France. Das Unternehmen mit Sitz in Paris hat demnach 95 Prozent der Anteile der Eralia übernommen. Die Gesellschaft aus Maxeville entwickele und betreibe Windparks mit fast 70 Megawatt Windenergieleistung im Nordosten Frankreichs. Gaz de France machte keine Angaben zum Kaufpreis. Bis 2012 will der Energiekonzern den Anteil regenerativer Energien an der eigenen Stromerzeugung in Europa auf 20 Prozent steigern.

Der zur EDP Energias de Portugal SA gehörende Windkraftprojektierer Horizon Wind Energy LLC aus Texas hat bei dem indischen Windturbinenbauer Suzlon Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 400 MW bestellt. In 2008 solle Suzlon die ersten 95 Anlagen mit je 2,1 MW Leistung liefern.

Die Aktien des Solarstromunternehmens centrotherm photovoltaics AG hatten einen perfekten Börsenstart: Der Kurs der Anteilscheine sprang am ersten Handelstag bei umfangreichen Umsätzen auf mehr als 46 Euro. Der Ausgabepreis lag bei 34,50 Euro pro Aktie. Die Emission sei zum Platzierungspreis vielfach überzeichnet gewesen, hieß es. Das Platzierungsvolumen betrug rund 185 Millionen Euro, davon kommen rund 138 Millionen direkt dem Unternehmen zugute.

Solarsysteme für Aufdachanlagen in Europa mit insgesamt 21,15 MW Leistung hat die belgische Enfinity bei United Solar Ovonic LLC bestellt. Das berichtete deren Muttergesellschaft von United Solar, die US-amerikanische Energy Conversion Devices, Inc. aus Auburn Hills im Bundesstaat Michigan. Über das Finanzvolumen des Auftrags wurde nichts mitgeteilt.

Der chinesische Solarzellenhersteller China Sunergy Co. Ltd. ist unter dem Vorwurf falscher Angaben im Zusammenhang mit seinem Börsengang verklagt worden. Das Unternehmen soll die Aktionäre unter anderem mit falschen Angaben über die Rohstoffversorgung in die Irre geführt haben. Im 2. Quartal des laufenden Geschäftsjahres war Sunergy aufgrund von Engpässen bei Silizium in die roten Zahlen gerutscht. Durch einen Ausrüstungsvertrag mit Luoyang Zhonggui High-tech Co. Ltd. hat das Unternehmen sich eigenen Angaben zufolge nun Siliziumlieferungen im Umfang von 13 MW Leistung gesichert. Angaben über das Finanzvolumen der Bestellung wurden nicht gemacht.

Das Management der chinesischen Solarwaferproduzentin LDK Solar Co. Ltd. hat die Umsatzprognose für das soeben beendete 3. Quartal erhöht. Statt 115 bis 125 Millionen Dollar stellte es nun 140 bis 150 Millionen Dollar in Aussicht. LDK Solar hat zudem eine Liefervereinbarung mit der ebenfalls in China ansässigen Chinalight Solar Co., Ltd. abgeschlossen. Diese soll im nächsten Jahr von LDK Solarwafer im Wert von umgerechnet rund 9 Millionen Euro erhalten. Insgesamt habe man einen Liefervertrag über drei Jahre abgeschlossen, hieß es.

Der Ausrüster für die Solarindustrie Amtech Systems Inc. hat die R2D Ingenierie (R2D) aus dem französischen Montpellier übernommen. Wie Amtech aus Tempe im Bundesstaat Arizona mitteilte, liefert R2D weltweit Automationssysteme für die Herstellung von Solarzellen, Wafern und Halbleitern. Nach eigenen Angaben zahlt Amtech rund 6,1 Millionen US-Dollar für die Übernahme. R2D habe zuletzt einen Umsatz in Höhe von rund 4,9 Millionen Dollar erzielt und einen Betriebsgewinn von 797.000 Dollar.

Die in Hawaii ansässige US-Tochter der chinesischen Hoku Materials, Hoku Scientific, will künftig Trichlorosilane produzieren. Hierbei handele es sich um ein wichtiges Element zur Herstellung von Silizium, hieß es. Durch die Eigenproduktion will das Unternehmen seine Kosten senken.

Aktienzertifikate (ADS American Depository Shares) im Volumen von 266 Millionen Dollar hat der chinesische Solarzellenhersteller JA Solar Holdings an Investoren abgegeben. Die Transaktion wurde von Lehman Bros und der Credit Suisse abgewickelt. Das Angebot mit einem Ausgabepreis von 42 Dollar je Aktie sei vierfach überzeichnet gewesen, hieß es.

Die taiwanesischen Solarzellenhersteller Motech und E-Ton Solar wollen ihre Produktion massiv ausbauen. Wie die Unternehmen ankündigten, will Motech die Kapazität in 2008 von 180 MW auf 280 MW steigern. Die Konkurrentin E-Ton Solar plane den Ausstoß von 200 auf 320 MW zu erhöhen. Bis 2011 strebe man einen Ausbau auf 1.000 MW an.

Der Mannheimer Bioethanolhersteller CropEnergies AG hat im ersten Halbjahr (Stichtag: 31. August) 34 Prozent mehr Umsatz erwirtschaftete als im Vorjahreszeitraum. Die Erlöse wuchsen demnach auf 87,2 Millionen Euro (Vorjahr 65,0). Das operative Ergebnis (EBIT) kletterte um 85 Prozent auf 14,0 Millionen Euro (7,5). Die operative Marge lag bei 16,0 Prozent (Vorjahr: 11,6 Prozent). Der Halbjahresüberschuss sprang von 3,4 auf 13,4 Millionen Euro.

An der Spezialistin für die Aufbereitung von Gärresten IMB Verfahrenstechnik GmbH, Frechen, hat sich die Schwandorfer Schmack Biogas AG zu 30 Prozent beteiligt. Der Kaufpreis liege im „mittleren sechsstelligen Bereich“, hieß es. Schmack besitze zudem eine Option auf die Übernahme der Mehrheit bei IMB im Jahr 2009. Mit Hilfe der Gärresteaufbereitung könnten Reststoffen bei der Biogasproduktion effizient genutzt werden, so Schmack.

Die Aachener Aixtron AG hat den britischen Nanotechnikspezialisten Nanoinstruments Ltd. übernommen. Wie Aixtron meldete, wurde über den Kaufpreis Stillschweigen vereinbart. Nanoinstruments stelle Forschungsanlagen für Nanomaterialien her. Diese sollten zukünftig vermehrt in optischen und elektronischen Bauelementen und Anwendungen zum Einsatz kommen.

Den Eingang von Aufträgen im Gesamtwert von 7,6 Millionen Dollar hat die Luftreinigungsspezialistin Ceco Environmental Corp. gemeldet. Laut dem Unternehmen aus New York beträgt das Gesamtvolumen der Auftragseingänge rund 145,5 Millionen Dollar. Im vergangen Jahr sei diese Menge erst im Dezember erreicht worden.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg geht gegen Tarik Yoleri, Vorstand der EECH AG, wegen gewerbsmäßigen Kapitalanlagebetrugs vor. Laut Rüdiger Bagger, Sprecher der Hamburger Staatsanwaltschaft, seien Geschäftsräume der EECH in Hamburg durchsucht worden. Dabei habe die Ermittlungsbehörde festgestellt, dass große Teile der von Anlegern gesammelten Gelder zweckentfremdet worden sind. "Was damit passiert ist, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen", sagte Bagger der Zeitung Hamburger Abendblatt.
Betroffen sind laut diesen Angaben die Anleihen Windkraft Frankreich mit einer Verzinsung von 8,15 Prozent und einer Laufzeit bis August 2008 sowie die Euro-Solar-Anleihe, die mit 8,25 Prozent verzinst ist und im November 2010 fällig würde. Laut der Staatsanwaltschaft hat EECH für die Windkraftanleihe 15 Millionen Euro eingesammelt, aber nur 2,5 Millionen Euro in Windkraftgeschäfte in Frankreich investiert. Von den 46 Millionen Euro-Solar-Geldern seien nur 3,5 Millionen ihrem Zweck entsprechend verwendet worden. EECH-Sprecher Jan Schleifer verwies gegenüber ECOreporter.de darauf, dass sein Unternehmen zu dem laufenden Verfahren bis auf weiteres keine Stellung nehmen wolle. Die genannten Zahlen seien im übrigen falsch, so die EECH auf ihrer Internetseite. Die richtigen Zahlen wolle sie derzeit nicht benennen.

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Bilder: Sitz der Bank Sarasin in Basel; Ethanolwerk der CropEnergies AG / Quelle jeweils: Unternehmen

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