15.11.02

15.11.2002: Monopolstellung des "Grünen Punkts" wackelt

Das Bundeskartellamt ermittelt derzeit gegen das "Non-Profit-Unternehmen" Duales System Deutschland sowie gegen Vertreter des Handels wegen eines Boykottaufrufes gegen einen Konkurrenten des "Grünen Punkts", die Landbell AG aus Mainz. Das berichtet die WirtschaftsWoche aus Düsseldorf. Als erwiesen gelte den Ermittlern ein Boykott-Aufruf durch den Geschäftsführer des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), Holger Wenzel, in einem Schreiben an Markenhersteller. Der Verband soll bei dem Aufruf durch das DSD und die Metro unterstützt worden sein, so das Magazin. Den Boykott-Organisatoren drohen nun Geldbußen: Landbell beziffere seine Schäden auf einen Betrag in zweistelliger Millionenhöhe. Das Kartellamt überlegt nun angesichts der Vorfälle, "bei solchen marktbeherrschenden Unternehmen zu prüfen, ob es das richtige System ist".

Mit dem Dosenpfand steht dem DSD eine weitere Stärkung der "Konkurrenz" ins Haus: Durch die Einführung eines Pfands auf Einwegverpackungen ab 2003 seien Mindereinnahmen von etwa 350 Millionen Euro bei den Lizenzgebühren zu erwarten, heißt es in dem Bericht. Das DSD organisiert für Handel und Industrie die Sammlung, Sortierung und Verwertung von Verpackungen. Die Unternehmen finanzieren die Arbeit durch den Erwerb von Lizenzen für den "Grünen Punkt". Das Pfand werde Mehrwegsysteme wieder stärker machen, so die Erwartung.
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