15.01.04

15.1.2004: Globale Allianzen für erneuerbare Energien schmieden - Nächste Woche trifft sich die regionale Vorbereitungskonferenz für die "Renewables04"

Vom 19. bis 20. Januar findet in Berlin eine Europäische Konferenz für Erneuerbare Energien statt, die der Vorbereitung auf die "Renewables04" im Juni in Bonn dient. Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul und Bundesumweltminister Jürgen Trittin haben heute in Berlin gemeinsam auf die Bedeutung dieser Veranstaltungen hingewiesen.

Bei der Renewables04 solle der Energie aus Wind, Wasser, Sonne, Biomasse und Erdwaerme global zum Durchbruch verholfen werden, heißt es in einer Presserklärung des Umweltministers. Wieczorek-Zeul betonte die Relevanz der Erneuerbaren für die Armutsbekämpfung: "Zwei Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu moderner Energie. Um die Armut weltweit zu mindern, ist der Zugang zu Energie entscheidend." Trittin legte den Schwerpunkt auf den Klimaschutz: "Wir werden die Treibhausgasemissionen bis 2050 weltweit um mindestens 30 Prozent senken müssen, um gefährliche Veränderungen des Klimas zu vermeiden. Ein wichtiges Kernelement dazu ist der massive Ausbau erneuerbarer Energien."

Ausrichter der regionalen Konferenz für Europa ist die Europäische Kommission. Fast 500 Regierungsvertreter und Experten aus mehr als 30 Ländern sollen in der nächsten Woche (vom 19.-21. Januar) Ansätze zum Ausbau der erneuerbare Energien im Elektrizitätsbereich, im Wärmesektor und im Verkehr diskutieren. Es gehe in Berlin wie auf der Weltkonferenz im Juni in Bonn darum, erfolgreiche Politikansätze zur Förderung der erneuerbaren Energien im Wettbewerb zu vergleichen, so das Bundesumweltministerium.

In den nächsten Wochen folgen weitere regionale Vorbereitungskonferenzen im Jemen und in Thailand. In Brasilien und Kenia haben die regionalen Konferenzen schon stattgefunden. Bundeskanzler Gerhard Schroeder hatte die Internationale Konferenz für Erneuerbare Energien auf dem Weltgipfel in Johannesburg im September 2002 angekündigt. Dort war beschlossen worden, "den globalen Anteil der erneuerbaren Energiequellen substanziell zu erhöhen." EU-Kommission und Bundesregierung wollen nun politische Allianzen schmieden, um Blockaden wie bei anderen globalen Themen wie etwa dem Welthandel zu vermeiden. "Wir wollen diejenigen zusammenbringen, die eine nachhaltige Energiezukunft fördern wollen. Zu dieser Konferenz sind alle eingeladen - aber wir werden bei den Verhandlungen nicht auf die langsamsten Teilnehmer warten", meinte Wieczorek-Zeul.

Zur Konferenz im Juni werden über 1000 Teilnehmer aus aller Welt in Bonn erwartet. Regierungen, internationale Organisationen, Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen sollen beraten, wie die erneuerbaren Energien in Industrie- und Entwicklungsländern ausgebaut werden können. Die Konferenz solle in einen konkreten Aktionsplan münden, in den alle Beteiligten ihre Verpflichtungen und Aktionen einbringen, erklärte das Umweltministerium.
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