15.12.06 Nachhaltige Aktien , Meldungen

15.12.2006: Sustainable Asset Management Group gibt Unabhängigkeit auf - Rabobank-Tochter übernimmt über 60 Prozent der Anteile - Branchenspekulationen zu den Hintergründen

Die Züricher Sustainable Asset Management Group (SAM) hat ihre Unabhängigkeit aufgegeben. Bei dem Vermögensberater steigt als Mehrheitseigner die Asset-Management-Tochter Robeco der niederländischen Rabobank ein. Wie SAM dazu mitteilte, übernimmt Robeco einen Anteil von 64 Prozent. Die restlichen 36 Prozent verblieben vollständig bei den Mitarbeitern von SAM.

SAM verfolgt laut der Meldung mit dem Geschäft das Ziel, seine "führende Position im Bereich Nachhaltigkeitsinvestment" auszubauen. Mit Robeco sei der ideale Partner gefunden worden, hieß es. Branchenkenner äußerten demgegenüber im Gespräch mit ECOreporter.de die Vermutung, dass die Altaktionäre der SAM Group Kasse gemacht haben. Bestätigt wurde das allerdings nicht. Branchengerüchten zufolge hatten die Schweizer Investmentspezialisten zudem in den letzten Jahren mit Liquiditätsproblemen zu kämpfen. In der jüngeren Vergangenheit seien auch in größerem Umfang Mitarbeiter entlassen worden.

Kim-My Schefer, Head of Communications der SAM, betont auf Nachfrage von ECOreporter.de: "Wir waren in den letzten Jahren außerordentlich erfolgreich. Die Kooperation mit Robeco ermöglicht uns nun den Zugang zu einer größeren Plattform. Wir haben im Vorfeld verschieden Optionen für solche Kooperationen evaluiert. Mit der Rabobank haben wir für unsere weitere Expansion einen starken Partner gefunden, mit Zugang zu internationalen Märkten." Den Gerüchten um Liquiditätsprobleme und Entlassungen hält Schefer entgegen: "Allein 2006 haben wir 25 Mitarbeiter neu eingestellt!"

Laut der Sprecherin stammen die SAM-Anteile, die nun Robeco übernommen hat, von externen Aktionären. "Ich kann ihnen aber davon nur einen namentlich nennen. Dabei handelt es sich um die IVC Venture Capital A, eine Tochtergesellschaft der Gerling AG. Sie hat ihre gesamten Anteile an SAM verkauft", so Schefer.

Wie SAM in der Meldung weiter ausführte, strebt man für das weitere Wachstum eine globale Vertriebsplattform, sowie die Erweiterung des Know-hows in Bereichen wie strukturierte Produkte, Emerging Markets oder Hedge Funds an. Gemeinsam mit Robeco will SAM den Angaben zufolge in die Entwicklung von neuen Produkten wie Emerging Markets, alternativen Investments, festverzinslichen Anlagen und strukturierten Anlagelösungen investieren. Die SAM-Kunden würden künftig von der neu gewonnenen globalen Präsenz profitieren. SAM werde auf allen Kontinenten Betreuung anbieten können und weltweit zur Verfügung stehen. Die "operative Unabhängigkeit" der SAM Group bleibe im Rahmen der Zusammenarbeit mit Robeco gewahrt, so die Meldung.

Dem SAM-Verwaltungsrat gehören nach der Umstrukturierung folgende fünf Mitgliedern an: Dr. Albert Gnägi (u.a. Präsident des Verwaltungsrates von Forbo Holding), ein nicht namentlich genannter weitere "unabhängiger Vertreter", George Möller (CEO Robeco) und Sander van Eijkern (Mitglied der Geschäftsleitung von Robeco) sowie Reto Ringger (CEO SAM Group).

Das Volumen der betreuten Vermögen bei SAM hat sich laut dem Unternehmen in den letzten fünf Jahren durchschnittlich um 40 bis 50 Prozent pro Jahr erhöht. Für ihre Kunden betreuen die Züricher demnach gegenwärtig etwa 10 Milliarden Schweizer Franken (3,5 Milliarden direkt und 6,5 Milliarden über Lizenzen). Die SAM Group beschäftige weltweit mittlerweile über 70 Mitarbeiter und betreue eine breite Palette verschiedener Sustainability- und Themenfonds sowie eine Beteiligungsgesellschaft.

Bild: Gebäude der Robeco in Rotterdam / Quelle: Unternehmen
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