15.2.2007: Meldung: Warmer Winter belastet Ergebnis der MVV Energie AG

Absatzrückgang bei Fernwärme und Gas bis zu 22 Prozent - Umsatz steigt im ersten Quartal um sechs Prozent auf 582 Millionen Euro, EBIT mit 69 Millionen Euro um 10 Prozent unter Vorjahr - Jahresergebnis 2006/07 voraussichtlich leicht unter Geschäftsjahr 2005/06

Deutschlands größter Stadtwerke-Konzern, das im SDAX notierte Mannheimer Energieverteilungs- und Dienstleistungsunternehmen MVV Energie (ISIN: DE000A0H52F5, WKN: A0H52F), hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2006/07 (1. Oktober - 31. Dezember 2006) seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent auf 582 Millionen Euro (Vorjahr: 551 Millionen Euro) gesteigert. Gleichzeitig ist das operative Ergebnis (EBIT) mit 69 Millionen Euro um 10 Prozent unter dem Vorjahr (77 Millionen Euro) geblieben. "Der anhaltend und außergewöhnlich warme Winter hat dafür gesorgt, dass uns beim Absatz in den witterungsabhängigen Bereichen Fernwärme und Gas bis zu 22 Prozent fehlen. Alle anderen Bereiche entwickeln sich weiter sehr erfreulich", betonte der Vorsitzende des Vorstands der MVV Energie, Dr. Rudolf Schulten, am Mittwoch in Mannheim bei der Vorlage der Quartalszahlen.

Da sich die außergewöhnlich warme Witterung auch im bisherigen Verlauf des zweiten Quartals fortsetze, müsse die MVV Energie im Wärme- und Gasgeschäft mit weiteren Mengen- und Ertragseinbußen rechnen. Dr. Schulten: "Wir gehen daher davon aus, dass unsere im November 2006 für das Gesamtjahr 2006/07 vorgegebenen Ziele für Umsatz und operatives Ergebnis nicht erreicht werden. Aus heutiger Sicht werden wir am Ende des Geschäftsjahres 2006/07 voraussichtlich leicht unter dem Ergebnis des sehr erfolgreichen Geschäftsjahres 2005/06 liegen." Dr. Schulten abschließend: "Auf die Veröffentlichung eines veränderten Umsatz- und Ergebnisziels muss das Unternehmen vor dem Hintergrund der noch im ersten Kalenderhalbjahr anstehenden Kapitalerhöhung verzichten."

Neben den Witterungseinflüssen werde das Ergebnis zudem durch einmalige Sondereffekte belastet, insbesondere Restrukturierungskosten für Personalrückstellungen bei den Stadtwerken Kiel in Höhe von 8 Millionen Euro, die in den kommenden Jahren zu deutlichen Kostensenkungen des größten Beteiligungsunternehmens der MVV Energie Gruppe führen werden. Dies könne jedoch durch positive Effekte, insbesondere in den Wachstumssegmenten Umwelt und Dienstleistungen, kompensiert werden, in denen sich das Geschäft weiterhin sehr erfreulich entwickle. Dr. Schulten verwies dabei insbesondere auf die erfolgreiche Integration der erstmals voll konsolidierten Gesellschaften MVV Energiedienstleistungen GmbH, Berlin (vormals IVB in Berlin), des Industrieparks Gersthofen bei Augsburg und der Consultingtochter DECON.

In den Segmenten Wärme und Gas gingen die Absatzmengen im Quartalsvergleich um 22 beziehungsweise 20 Prozent zurück. Die Umsatzerlöse erreichten im Segment Wärme 76 Millionen Euro und lagen damit um 10 Prozent unter dem Vorjahr. Das Segment Gas verzeichnete einen Umsatzrückgang von 15 Prozent auf 111 Millionen. Euro. Die operativen Ergebnisse betrugen bei Gas 7 Millionen Euro (Vorjahresquartal 18 Millionen Euro) und bei Wärme 24 gegenüber 26 Millionen Euro im Vorjahr. In beiden Segmenten ist ein Teil des Ergebnisrückgangs auch auf anteilige Belastungen aus den Personalrückstellungen der Stadtwerke Kiel zurückzuführen. Dem stehe "die erfolgreiche Entwicklung unserer Wachstumsgeschäftsfelder Umwelt und Energiedienstleistungen" gegenüber. Im Umweltsegment konnte das operative Ergebnis um 24 Prozent auf 21 Millionen Euro gesteigert werden. Im Segment Dienstleistungen erhöhte sich das operative Ergebnis von 1 auf 9 Millionen Euro.

Die inländischen Stadtwerke-Beteiligungen erreichten im 1. Quartal 2006/07 vor Konsolidierung einen Umsatz einschließlich der Energiesteuern von 257 Millionen Euro gegenüber 243 Millionen Euro im Vorjahr und haben so zu der positiven Umsatzentwicklung beigetragen. Aber auch hier waren die im Wärme- und Gasgeschäft tätigen Unternehmen natürlich von witterungsbedingten Einbußen betroffen.

Bei den Stadtwerken Kiel stieg der Umsatz zwischen Oktober und Dezember 2006 um 1 Prozent auf 102 Millionen Euro, während das EBIT um 7 auf 6 Millionen Euro zurück ging. Die Energieversorgung Offenbach konnte ihren Umsatz im selben Zeitraum um 12 Prozent auf 96 Millionen Euro und das EBIT, vor allem durch Verbesserungen im Müll- und Dienstleistungsgeschäft, um 3 auf 13 Millionen Euro steigern. Der Umsatz der Stadtwerke Solingen nahm um 3 Prozent auf 27 Millionen Euro zu, das EBIT sank gleichzeitig um 1 auf 3 Millionen Euro. Bei den Stadtwerken Ingolstadt stieg der Umsatz durch höhere Umsätze im Strom- und Dienstleistungsgeschäft um 11 Prozent auf 28 Millionen Euro, während das EBIT um knapp 1 auf 3 Millionen Euro zurückging. Der witterungsbedingte Absatzrückgang führte bei der Köthen Energie zu einer Umsatzverringerung um 6 Prozent auf 4 Millionen Euro und zu einer Verringerung des EBIT von 0,9 auf 0,5 Millionen Euro.

Auch in den ausländischen Teilkonzernen hinterließ der milde Winter seine Spuren. So war die Witterung ausschlaggebend für den Rückgang des EBIT in Tschechien um 1 auf 4 Millionen Euro und in Polen um 0,3 auf 1 Million Euro.

Der Vorstandsvorsitzende der MVV Energie, Dr. Rudolf Schulten, zeigte sich mit der Entwicklung in den witterungsunabhängigen Geschäftsfeldern zufrieden: "Hier konnten wir deutlich zulegen. Durch unser ausgewogenes Geschäftsportfolio und den Ausbau wetterunabhängiger Geschäfte können wir die nicht planbaren Einbußen aus den außergewöhnlich milden Witterungsverhältnisse in den diesjährigen Wintermonaten besser abfedern als andere Unternehmen unserer Branche."

Kontakt:
MVV Energie AG
Investor Relations
Luisenring 49
68159 Mannheim
Deutschland
E-Mail: ir@mvv.de
Telefon: (0621) 290-2567
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x