15.04.05 Nachhaltige Aktien , Meldungen

15.4.2005: Aktion?rssch?tzer wollen Verschmelzung von T-Online mit der Deutschen Telekom nicht zustimmen

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) will der Verschmelzung von T-Online mit der Deutschen Telekom AG nicht zustimmen. Laut einer Meldung der Aktion?rssch?tzer mit Sitz in M?nchen wird die SdK auf der Hauptversammlung der T-Online International AG am 28. April 2005 in Hannover zudem Vorstand und Aufsichtsrat des Unternehmens nicht entlasten. Die Deutsche Telekom AG hatte als Gro?aktion?r die bevorstehende Verschmelzung mit der Tochter T-Online International erzwungen.

F?r die freien Anteilseigner ist das entt?uschend: Bei der Einf?hrung von T-Online an der B?rse im April des Jahres 2000 kosteten die Aktien 27 Euro. Laut einer Meldung der Telekom wurde in der Vorbereitung der Verschmelzung für die Aktie der T-Online AG ein Ertragswert in H?he von 14,00 Euro ermittelt, für die Deutsche Telekom AG ein Betrag von 27,00 Euro je Aktie. Das schlie?lich festgelegte Umtauschverh?ltnis von T-Online-Aktien in Aktien der deutschen Telekom AG lautet 1 zu 0,52. Aus 25 T-Online-Aktien w?rden 13 Aktien der Deutschen Telekom. Die T-Aktie wurde zuletzt für 15,56 Euro gehandelt, die freien Aktion?re von T-Online w?rden also einen Gegenwert von 8,09 Euro, deutlich weniger als die von der Telkom im Vorfeld offerierte Barabfindung von 8,99 Euro. Wer bei der Internettochter der Telekom von Anfang bis Ende dabei war, hat innerhalb von f?nf Jahren einen Verlust in H?he von 70 Prozent zu verkraften.

Die M?nchener Aktion?rssch?tzer k?ndigten an, dass sie auf der Hauptversammlung des Internetdienstleisters Gegenantr?gen stellen werden. Darin hei?t es laut der SdK: "Die T-Online-Aktion?re sind entt?uscht und f?hlen sich an der Nase herumgef?hrt. Nachdem sie den Aufbau des Gesch?fts in langen Verlustjahren finanziert haben, und zwar verleitet von den vollmundigen Versprechungen des Gro?aktion?rs Deutsche Telekom, werden sie nun, da das Investment endlich Fr?chte tr?gt, von ebendiesem Gro?aktion?r vor die T?r gesetzt und zur Realisierung ihrer Verluste gezwungen. Die Kleinaktion?re haben offensichtlich ihre Schuldigkeit getan und k?nnen gehen. Das Kaufangebot und der Umtauschkurs in H?he von jeweils weniger als einem Drittel des Emissionspreises sind vor diesem Hintergrund eine zus?tzliche Dem?tigung."

Vorstand und Aufsichtsrat h?tten dem Verschmelzungsvertrag zugestimmt, hie? es weiter, dabei h?tten sie die Interessen der freien Minderheitsaktion?re aus dem Blick verloren. Die SdK wolle die F?hrungsgremien deshalb nicht entlasten.
Zus?tzlich zu ihrem Protest gegen das Verhalten der Deutschen Telekom AG beabsichtigt die Schutzgemeinschaft den Angaben zufolge, ein juristisches Vorgehen gegen die Verschmelzung zu pr?fen. Dabei werde es unter anderem um die Frage der Treuepflicht des Gro?aktion?rs gehen. Auf jeden Fall werde die SdK ein Spruchverfahren zur ?berpr?fung des Umtauschverh?ltnisses einleiten.

Gegen die Verschmelzung will laut einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa-AFX auch die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), D?sseldorf, stimmen. "Die Verschmelzung liege nicht im Interesse der privaten T-Online- Aktion?re", erkl?rte Ulrich Hocker, Gesch?ftsf?hrer der DSW, laut dpa. Hocker sagte ferner, die DSW werde den Vorstandsmitgliedern von T-Online die Entlastung verweigern, die den Verschmelzungsvertrag unterschrieben h?tten.

Die Aktie der Deutschen Telekom AG ist in zahlreichen Nachhaltigkeitsfonds enthalten.

Deutsche Telekom AG: ISIN:DE0005557508 / WKN: 555750
T-Online International AG: ISIN DE0005557706 / WKN 555770
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