15.06.07 Nachhaltige Aktien , Meldungen

15.6.2007: Aktien-News: Geothermieunternehmen Western Geopower Corp. treibt Kraftwerksprojekt in Kalifornien weiter voran – ECOreporter.de-Interview mit Vorstandvorsitzenden Ken MacLeod

Ein Geothermiekraftwerk mit 25,5 Megawatt Leistung will die kanadische Western Geopower Corp. auf dem Geothermiefeld The Geysers im Norden Kaliforniens bauen. Die Anlage soll planmäßig 2010 den Betrieb aufnehmen. Vor wenigen Wochen wurde bereits ein Stromliefervertrag mit Pacific Gas & Electric Company, San Francisco, Kalifornien (PG&E) unterzeichnet. ECOreporter.de sprach mit Ken MacLeod über die Entwicklung des Unternehmens. MacLeod ist sei 2001 Vorstandsvorsitzender der Western Geopower; von Seiten des Unternehmens wird er als „die treibende Kraft für strategische Ziele und Wachstum“ bezeichnet.


ECOreporter.de: Western GeoPower hat einen Vertrag mit dem kalifornischen Energieversorger Pacific Gas and Electric Company (PG&E) geschlossen. Was beinhaltet der Vertrag, ab wann wird er laufen?
Ken MacLeod: Der Vertrag wurde fertig gestellt und wird nach der Zustimmung des California Public Utilities Commission (CPUC) in Kraft treten, voraussichtlich innerhalb von zwei bis drei Monaten. Das Commercial Operation Date, das geschäftliche Betriebsdatum, ist auf den 1. April 2010 für einen Zeitraum von 20 Jahren gesetzt. Der Vertrag sorgt für die Lieferung von 212.000 MWh pro Jahr auf der Basis von 27,66 MW (brutto) / 25.5 MW (netto). Der Vertrag räumt eine Erhöhung der Kapazität bis auf 31.5 MW ein, welches zusätzlich von 44.000 MWh pro Jahr erbringen könnte, falls die neueste (und zukünftige) Pachtverlängerung solch eine Erhöhung unterstützten. Wegen des Geheimhaltungsabkommens mit PG&E muss der Strompreis vertraulich bleiben. Die Richtlinie für Stromabnahmeverträge in Kalifornia ist der Market Price Referent (MPR), und sie wird vom CPUC festgelegt. Für 20-jährige Verträge, die in 2010 beginnen, ist das MPR 86,91 Dollar/MWh.


ECOreporter.de: Damit sich ein Anleger ein Bild von Ihrem Vertragspartner machen kann: Welchen Umsatz hat PG&E, wie viele Kunden, wie viele Mitarbeiter?
MacLeod: Diese Informationen können Sie auf der Webseite von PG&E einsehen unter http://www.pge.com/about_us/company_profile/


ECOreporter.de: Warum will ein etablierter Energieversorger wie PG&E Strom aus einem Geothermiekraftwerk beziehen – spielt die Energie- und Umweltpolitik des kalifornischen Gouverneurs Arnold Schwarzenegger dabei eine Rolle?
MacLeod: Es gibt in Kalifornien ein Gesetz, welches erfordert, dass die Elektrizitätsversorger bis 2010 mindestens 20 Prozent der im Staate konsumierten Elektrizität aus erneuerbaren Energiequellen beziehen müssen. Die derzeitige Zahl liegt bei zirka 15 Prozent. Wenn die Energieversorgungsbetriebe diese gesetzliche Bestimmungen bis 2010 nicht einhalten, zieht dies eine Geldstrafe nach sich. Geothermie ist für die Energieversorungsbetriebe sehr attraktiv, da es die einzige Form von Grundlastgenerierung aus erneuerbaren Energien ist. Geothermische Kraftwerke operieren mit einer Kapazität von 95-99 Prozent gegenüber Wind mit 5-35 Prozent Kapazität. (Hinweis: Während der kalifornischen Hitzewelle vom August 2006, war die eigentliche Online-Kapazität für Wind nur zirka 2-3 Prozent der Gesamtkapazität.)


ECOreporter.de: Gibt es eine Vereinbarung darüber, wie viel Cent PG&E für eine Kilowattstunde Strom aus dem geplanten Geothermiekraftwerk vergüten wird?
MacLeod: Ja, aber dies unterliegt der Geheimhaltung und ich erwarte nicht, dass PG&E mir jemals die Befugnis erteilen wird, den Preis bekannt zu geben.


ECOreporter.de: Fassen wir die Situation zusammen: Western GeoPower hat das Recht zum Bau eines Geothermiekraftwerks an einem Standort, an dem schon einmal ein Geothermiekraftwerk betrieben wurde. Western GeoPower hat eine Vereinbarung mit einem Stromversorger, der den Strom aus dem Kraftwerk abnehmen wird. Jetzt fehlt das Kraftwerk selbst. Wer wird es wann bauen?
MacLeod: Western GeoPower wird Kapital beschaffen, um das Kraftwerk zu bauen und zu betreiben. Unser Zeitplan umfasst den Zeitraum von 2007 bis 2010.


ECOreporter.de: Mit welchen Kosten rechnen Sie für das Kraftwerk, wie planen Sie die Finanzierung?
MacLeod: Die Kapitalkosten des Projekts, einschließlich das Kraftwerk, Bohrlöcher, Dampfsammelsystem, Umspannstation, Unterzug, Interesse während der Konstruktion, Finanzierungsgebühren, Leitungs- und Betriebskosten werden auf 100 Millionen Dollar geschätzt. Wir erwarten es auf Basis von 75 Prozent Fremdkapital und 25 Prozent Eigenkapital zu finanzieren. Die Komponente Eigenkapital könnte durch Direktkapital durch Western GeoPower oder durch die Projektbeteiligung eines Joint Venture Partners finanziert werden. Es wird in beide Richtungen verhandelt.


ECOreporter.de: Wie werden Sie sicherstellen, dass Western GeoPower seine Interessen gegenüber den starken Partnern sichern kann?
MacLeod: Western GeoPower wird die Mehrheitskontrolle des Projekts beibehalten und sein eigenes Technik- und Managementteam haben.


ECOreporter.de: Bis wann könnte das Kraftwerk in Kalifornien gebaut werden, wann könnte es den Betrieb starten?
MacLeod: Das geschäftliche Betriebsdatum ist auf den 1. Januar 2010 festgelegt worden.


ECOreporter.de: Western GeoPower hat bisher ein weiteres Geothermieprojekt bearbeitet, das “South Meager Projekt“ in British Columbia (Kanada). Wird dieses Vorhaben nun erst einmal ausgesetzt?
MacLeod: Voraussichtlich werden wir in der Zeit zwischen August bis Oktober 2007 einen Strömungstest bei den drei Geothermie-Bohrlöcher durchführen, um den kommerziellen Wert zu ermitteln, wonach wir dann beabsichtigen, zusätzliche Löcher zu bohren, um die Größe der Ressource auszubauen, um die Größe des Kraftwerks zu ermitteln.


ECOreporter.de: Was wird beim South Meager Projekt der nächste Schritt sein?
MacLeod: Wir erwarten in 2008 den Abschluss der Machbarkeitsstudie, was zur kommerziellen Generierung in 2011 führen wird.



Zur Person (Text: Western GeoPower)
Ken MacLeod wurde im Dezember 2001 zum President, Chief Executive Officer und Director der Western GeoPower ernannt. Er besitzt eine über 25jährige Management- und Geschäftserfahrung in der Ressourcenexploration und Entwicklung auf internationaler Ebene. Er war maßgeblich an der Beschaffung von über 80 Millionen kanadischen Dollar (CAD) für seine Unternehmungen beteiligt, einschließlich einer Finanzierungsrunde von 39 Millionen CAD für WGP.
MacLeod besitzt Erfahrung im Bereich der Unternehmensleitung, Unternehmensfinanzierung, Projektleitung und Verwaltung.

Er ist für die Leitung der Western GeoPower verantwortlich und die treibende Kraft für deren strategischen Ziele und Wachstum. In der Zeit zwischen 1980 und 2000 war er als Senior Officer und Director bei mehreren Ressource-Unternehmen, die in Nordamerika, Asien und Afrika tätig waren. Von 1984 bis 2001 war er President der Kakanda Development Corp., eine der ersten in der Demokratischen Republik Kongo tätigen Bergbaugesellschaften. Vor seiner Mitwirkung an der Ressource-Entwicklung war er von 1974 bis 1980 unabhängiger technischer Berater. Er beschäftigte sich mit dem Entwurf und der Konstruktion von Industrieanlagen in Verbindung mit dem Ressource-Sektor.

Western Geopower Corp.: ISIN CA95827Q1037 / WKN 254049

Bild: Ken MacLeod / Quelle: Unternehmen
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