15.07.03

15.7.2003: Elefant im Pozellanladen - Bayer verweigert in Australien Haftung für Genpflanzen

Gentechnisch veränderte Nahrungsmittel sind bislang in der australischen Landwirtschaft verboten Nun drängt der zum Bayer-Konzern gehörende Saatguthersteller Bayer CropScience auf die Zulassung von genetisch verändertem Raps. Dabei hat er Medienberichten zufolge heftige Proteste von australische Bauern auf sich gezogen. Zum einen weisen sie darauf hin, dass der fünfte Kontinent seinen Status als "Gentechnik-Frei" verlieren wird. Zum anderen seien Landwirte, die keine gentechnisch-veränderten Saaten anbauen, gezwungen, die Reinheit ihrer Produkte mit aufwändigen Testverfahren zu belegen. In einem offenen Brief forderte nun das Network of Concerned Farmers (NFC) von Bayer die Übernahme aller Folgekosten, die sich aus dem Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ergeben. Das hat der Konzern in einer Stellungnahme abgelehnt.

"Wenn die Verantwortlichen bei Bayer sicher sind, dass der Anbau von Gen-Raps keine Probleme verursacht, dann sollen sie auch die Haftung und alle Folgekosten übernehmen", erklärte dazu Julie Newman, Sprecherin der NFC. Offenbar plane der Konzern, den Gentechnik-frei arbeitenden Landwirten diese Kosten aufzubürden. Das käme einer unfreiwilligen Subventionierung gleich. Die Kosten von Gentechnik-frei arbeitender Landwirte für Tests und Aussortierung gentechnischer Verunreinigungen bezifferte bei Newman mit zehn bis zwanzig Prozent des Verkaufspreises. Außerdem gingen der australischen Landwirtschaft wichtige Importeure wie China und die EU verloren, da diese nur Gentechnik-freien Raps kauften.

Die Bayer-Aktie ist in zahlreichen Nachhaltigkeitsfonds und Indices enthalten.

Bayer AG: ISIN DE0005752000 / WKN 575200
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