15.08.03

15.8.2003: Meldung: Drägerwerk AG:- Halbjahresergebnis 2003

· Erwartungen zum Halbjahr erfüllt
· Konzern-Ergebnis deutlich gestiegen - trotz schwacher Konjunktur und starkem Euro
· Finanzverbindlichkeiten erneut reduziert
· Teilkonzerne Dräger Medical und Dräger Safety weiterhin auf Erfolgskurs
· Aktienkurs verdoppelt
· positiver Ausblick
Lübeck, 14. August 2003 - Die Lübecker Drägerwerk AG, weltweit tätiger Medizin- und Sicherheitstechnik-Konzern, war auch im ersten Halbjahr 2003 erfolgreich und hat den bisherigen Wachstumskurs fortgesetzt. Der Konzern-Jahresüberschuss stieg von 11,3 Mio Euro auf 34,2 Mio Euro, maßgeblich bedingt durch ein außerordentliches Ergebnis von 20,5 Mio Euro aus dem Verkauf der Dräger Aerospace GmbH. Aber auch ohne das a.o. Ergebnis nahm der Halbjahresüberschuss um 21 Prozent auf 13,7 Mio Euro zu. Der Ergebniseinfluss aus den Wechselkursveränderungen beträgt minus 2,2 Mio Euro. Das EBIT erreichte mit 33,5 Mio Euro (wechselkursbereinigt 36,3 Mio Euro) trotz Mehraufwand aus Sondereinflüssen und wechselkursbedingten Ergebniseinflüssen in Höhe von insgesamt rund 9 Mio Euro das Vorjahresniveau (VJ: 33,6 Mio Euro). Der Konzern-Umsatz nahm wechselkursbereinigt in den ersten sechs Monaten um 6,8 Prozent, nominal um 1,0 Prozent auf 616,3 Mio Euro (VJ: 610,5 Mio Euro) zu.
Der Auftragseingang stieg in der gleichen Zeit wechselkursbereinigt um 7,0 Prozent, nominal um 1,2 Prozent auf 665,7 Mio Euro (VJ: 657,5 Mio Euro). Das Capital Employed ist saisonbedingt von 532 Mio Euro Ende 2002 auf 543 Mio Euro gestiegen. Die Nettofinanzverbindlichkeiten wurden von 190 Mio Euro Ende 2002 auf 175 Mio Euro im Juni 2003 vermindert. Erfreulich entwickelt sich wiederum der Kurs der Dräger-Vorzugsaktie. Lag er Anfang 2003 noch bei 18 Euro, erhöhte sich der Wert der Aktie um 100 Prozent auf 36 Euro Mitte August 2003.

Die Umsatz- und Ergebnisverbesserungen sind vor allem auf weitere Leistungs- und Kostenoptimierungen in den Teilkonzernen Dräger Medical und Dräger Safety zurückzuführen. In einem harten Wirtschafts- und Wettbewerbsumfeld konnten sie ihre jeweilige Marktstellung wiederum verbessern.

Dräger Medical steigert operatives EBIT um 37 Prozent
Mit einem Wachstum des operativen EBIT (vor Joint Venture-bezogenen Einmalkosten von 5,1Mio Euro) um 37 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2002, verzeichnete die Dräger Medical im Berichtszeitraum ein operatives Ergebnis von 28,6 Mio Euro (Erstes Halbjahr 2002: 20,9 Mio Euro). Dies entspricht einer EBIT-Marge von 7,6 Prozent (2002: 5,6 %). Auf das zweite Quartal 2003 bezogen, ergibt sich ein EBIT (vor Joint Venture-bezogenen Einmalkosten) von 17,8 Mio Euro (2002: 15,9 Mio Euro). Nicht zuletzt wegen der stetig ver-besserten Kostenstruktur des Teilkonzerns - weltweit - , verzeichnete das Unternehmen im zehnten Quartal in Folge ein besseres Ergebnis als im entsprechenden Vorjahresquartal. Entsprechend liegt die EBIT-Marge im zweiten Quartal bei 8,4 Prozent nach 7,8 Prozent im Vorjahresquartal. Da die Dräger Medical wertschöpfungsmäßig gut ausbalanciert ist, hatte der schwache US-Dollar nur eine Auswirkung von weniger als 2 Mio Euro auf das Ergebnis.

Allerdings gibt es einen signifikanten Währungseffekt auf den Umsatz zu verzeichnen. Lag der Umsatz im ersten Halbjahr 2002 bei 371,1Mio Euro, so belief er sich 2003 auf 377,5 Mio Euro und befand sich damit lediglich um 1,7 Prozent über Vorjahresniveau. Auf Basis der Vorjahreskurse ergäbe sich ein Wachstum des Umsatzvolumens von 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Hinsichtlich des Auftragseingangs ergab sich im zweiten Quartal eine Verbesserung gegenüber dem schwachen ersten Quartal 2003. So wurden im zweiten Quartal 213,7 Mio Euro Aufträge gebucht. Im Verhältnis zum Vorjahresquartal (206,5 Mio Euro) stellt dies eine Steigerung von 3,5 Prozent zu aktuellen Kursen dar. Währungsbereinigt wäre dies ein Zuwachs von 9,1 Prozent.
In Summe lag damit der Auftragseingang des ersten Halbjahres 2003 mit 405,8 Mio Euro nur leicht unter dem Vorjahresniveau (2002: 413,8 Mio Euro) - nach einem Rückstand von 7,3 Prozent im ersten Quartal. Die Gründe für diese positive Entwicklung lagen unter anderem darin, dass das Asien-Geschäft nicht mehr unter dem Eindruck der SARS-Epidemie stand. Mit einem Zuwachs von 20,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, konnte in der Region Asien-Pazifik ein erfreuliches Wachstum verbucht werden. Das Ende des Irak-Konflikts hat sich bisher allerdings noch nicht auf die zurückhaltende Investitionsbereitschaft im Mittleren Osten ausgewirkt. Trotz eines starken Juni-Monats, liegt der kumulierte Auftragseingang für die ersten sechs Monate in den USA um 14 Prozent unter Vorjahr. Dies ist überwiegend währungsbedingt.

Für Dr. Wolfgang Reim, Vorstandsvorsitzender Dräger Medical, waren die Schwerpunkte des ersten Halbjahres 2003 der erfolgreiche Abschluss der Vorbereitung zum operativen Start des Joint Ventures mit Siemens zum 30.6.2003 und die weltweiten Verkaufstrainings mit IBM Global Services, die bereits auf drei Kontinenten durchgeführt sind. Das Training versetzt die Vertriebsmitarbeiter in die Lage, umfassende Lösungen für den Kunden zu entwickeln und somit noch erfolgreicher zu agieren. 20 Prozent der rund 1.000 Vertriebsmitarbeiter der Dräger Medical sind bereits geschult. Darüber hinaus wurde im April auf dem Deutschen Anästhesie Congress mit dem Fabius Tiro ein neues Narkosegerät zur Inhalationsanästhesie speziell für Einleitungsräume vorgestellt. Zusammen mit den in den vorangegangenen Quartalen bereits eingeleiteten Restrukturierungs- und Prozessmaßnahmen ist damit eine gute Basis für das zweite Halbjahr gelegt.

Erfolgreiches Halbjahr 2003 auch für die Dräger Safety - EBIT im Plan und weltweites Wachstum im Breitengeschäft
Die Dräger Safety erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2003 ein EBIT in Höhe von 19,3 Mio Euro (VJ: 23,2 Mio Euro); auf Basis vergleichbarer Wechselkurse sind dies 20,5 Mio Euro. Die Veränderung zum Vorjahr war im Wesentlichen beeinflusst durch temporäre Konsolidierungseffekte im ersten Halbjahr 2003. Die EBIT-Marge betrug 8,4 Prozent (VJ: 10,1 %). Der weltweite Umsatz der Dräger Safety stieg im ersten Halbjahr 2003 auf 230,2 Mio Euro (Vorjahr: 227,6 Mio Euro). Bei vergleichbaren Wechselkursen (kursbereinigt) beträgt das Wachstum damit 7,6 Prozent, auf aktueller Wechselkursbasis 1,1 Prozent. Damit ist der Umsatz der Dräger Safety wiederum schneller gewachsen als der Markt. Der Auftragseingang legte auf 248,8 Mio Euro gegenüber dem Vorjahr (228,9 Mio Euro) zu. Kursbereinigt betrug dieses Wachstum 15,8 Prozent, auf Basis aktueller Wechselkurse 8,7 Prozent.
Die Investitionen lagen mit 9,1 Mio Euro um 4,5 Mio Euro über dem Vorjahr (4,6 Mio Euro). Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus Rationalisierungs- und Erweiterungsinvestitionen für Neuprodukte.

Außerordentlich positiv entwickelte sich das Geschäft in der Region NAFTA. Hier wurde das Wachstum vor allem durch das Breitengeschäft getragen. Aufträge in den USA für den Zivilschutz ("Domestic Preparedness") sowie in Kanada für das Bergbau-Rettungswesen sorgten für eine Steigerung des Auftragseingangs von kursbereinigt 41 Prozent bzw. auf aktueller Wechselkursbasis 21,1 Prozent. Die Dräger-Geräte konnten sich gegen den Wettbewerb vor allem aufgrund ihrer innovativen Technologie und der hohen Leistungsfähigkeit durchsetzen. Im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit SARS hielt die Nachfrage in der Region Asien-Pazifik nach der filtrierenden Atemschutzhalbmaske Piccola auch im zweiten Quartal 2003 an. Im ersten Halbjahr 2003 lag ein Auftragsvolumen in Höhe von rund 7 Mio Euro für diese Masken aus den von SARS betroffenen Ländern vor.
Auch in Europa hat die Dräger Safety ihr Geschäft weiter ausgebaut und die Marktanteile gesteigert. So avanciert Dräger Safety zum Beispiel in Frankreich zum Marktführer in der Atemalkoholmesstechnik, nachdem die französische Polizei sich ab sofort mit dem Dräger Alcotest 7110 ausrüstet. Die Messergebnisse dieses Gerätes werden alternativ zur Blutprobe gerichtsverwertbar anerkannt.
Zur Erweiterung ihres Produkt-Portfolios wird die Dräger Safety im zweiten Halbjahr 2003 die Sparte "Schutzluft" der RWE Piller GmbH übernehmen. Der Vertrag wurde im Juli unterzeichnet. Damit unterstreiche die Dräger Safety, so Prof. Albert Jugel, Vorstandsvorsitzender der Dräger Safety, ihre Rolle als der Anbieter eines ganzheitlichen Gefahrenmanagements. Die in Osterode im Harz ansässige Schutzluftsparte der RWE Piller ist Know-how-Spezialist für die Entwicklung, Projektierung und Fertigung von Fahrzeug-Atemluftversorgungsanlagen.

Ausblick
Unter den aktuellen Bedingungen und Unsicherheiten einer ungünstigen Konjunktur und eines starken Euros ist der Vorstand dennoch zuversichtlich, dass der Dräger-Konzern auch im zweiten Halbjahr 2003 seinen Wachstumskurs fortsetzen und den angestrebten Jahresüberschuss in Höhe von 37 Mio Euro (inkl. a.o. Erlös Verkauf Aerospace und Joint Venture 2. HJ) für das Gesamtjahr 2003 (VJ: 19,2 Mio Euro) erzielen wird. Auch das EBIT (vor Einmalaufwendungen für die Integrationsphase des Joint Ventures) wird wie bisher geplant in Höhe von 98 Mio Euro erwartet. Für den Konzern-Jahresumsatz 2003 wird weiterhin mit einem Anstieg auf 1.415 Mio Euro (VJ: 1.333 Mio Euro) gerechnet. Der Teilkonzern Dräger Medical geht auch bei weiter schwachem Dollar für das Gesamtjahr 2003, in dem sechs Monate Joint Venture-Volumen enthalten sein werden, von einem EBIT in Höhe von 95 Mio Euro (ohne Einmalaufwendungen aus dem Joint Venture in Höhe von ca. 35 Mio Euro) aus (VJ: 75,3 Mio Euro), da die Wertschöpfungsstruktur weitgehend währungsbalanciert ist. Hinsichtlich des erwarteten Umsatzes rechnet die Dräger Medical jedoch damit, dass der geplante Umsatz von 975 Mio Euro im Geschäftsjahr 2003 nicht erreicht wird. Währungsbedingt erwartet der Teilkonzern einen Umsatz von 940 Mio Euro (VJ: 848,3 Mio Euro).
Die Dräger Safety rechnet ebenfalls durch die veränderten Währungsparitäten mit einem leicht verminderten Umsatz in Höhe von 460 Mio Euro (VJ: 471,1 Mio Euro), geht aber davon aus, dass das geplante EBIT von 39 Mio Euro (VJ: 40,1 Mio Euro) erreicht werden kann.


Drägerwerk Aktiengesellschaft
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