16.01.03

16.1.2002: Fernsehbericht: 80 Prozent des indonesischen Tropenholzes aus illegalen Quellen

Das ZDF hat am Dienstag in der Sendung Frontal21 einen Beitrag unter dem Titel "Gnadenloser Raubbau - Illegales Tropenholz in Deutschland" ausgestrahlt. Darin wurde der Chef der Espen AG (WKN 594168), Bad Vilbel, Händlerin FSC-zertifizierten Holzes, Jürgen Jordan zitiert: Die Nachfrage nach FSC-Holz sei vergleichsweise bescheiden. Das habe damit zu tun, dass FSC wenig bekannt sei. "Bisher sind es weniger als zwei Prozent und die Zunahme ist auch nur eine recht moderate. Hinzu kommt, dass mitunter die Preise nicht immer so attraktiv sind, wie es der Endkunde akzeptiert. Er muss hier gewisse Mehrpreise von zwei bis zehn Prozent je nach Produkt in Kauf nehmen."

Dem deutschen Konsum von Tropenholz fielen allein in Indonesien jährlich 400 Quadratkilometer Urwald zum Opfer, so der Bericht. Rund 80 Prozent des Holzes stammten aus illegalen Quellen, bestätigte eine Sprecherin des World Wildlife Fund Deutschland. Der Bericht erzählte vor allem die Geschichte des Journalisten Abi Kusno, der im indonesischen Borneo der Holzmafia nachgespürt hat, die illegal und im großen Stil den Urwald abholzt. Nachdem Schiffe der Holzmafia aufgrund seiner Recherchen im Hafen aufgehalten worden waren, wurde er im November 2001 von mehreren Männern überfallen und mit Buschmessern geschlagen. Man hielt ihn bereits für tot, erst im Leichenschauhaus entdeckte man, dass er sich noch regte.

Frontal21 hat außerdem herausgefunden, dass in der Frankfurter Festhalle 1300 Quadratmeter Holzboden aus afrikanischem Tropenholz verlegt worden sind. Dabei hatte sich die Stadt am Main explizit gegen die Abholzung des Regenwaldes erklärt. Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth habe dazu nicht Stellung nehmen wollen, hieß es.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x