16.01.03

16.1.2003: Gasmotorenbauer Jenbacher weiter auf Wachstumskurs - Ergebnis durch Abschreibungen belastet

Der österreichische Gasmotorenhersteller Jenbacher AG (WKN 851442) hat seine Geschäftszahlen für die ersten zehn Monate des laufenden Geschäftsjahres vorgelegt. Als Grund für den ungewöhnlichen Veröffentlichungszeitpunkt gab das Tiroler Unternehmen die Begebung einer Anleihe an, in deren Unterlagen die Zahlen ebenfalls erscheinen würden. In den ersten zehn Monaten 2002 steigerte Jenbacher den Umsatz um rund 13 Prozent auf 203,2 Mio. Euro, das Umsatzziel sei damit wie schon im 3. Quartal knapp verfehlt worden, hieß es. Hauptgrund dafür sei die anhaltende Verunsicherung im US- amerikanischen Energiesektor in Folge der Enron-Krise. Das Ergebnis werde weiterhin durch Expansionskosten und hohe Abschreibungen auf Erweiterungsinvestitionen belastet; der in den ersten zehn Monaten erzielte Gewinn vor Steuern belaufe sich auf 9,8 Mio. Euro (Vorjahr: 14,1 Mio. Euro). Bei einem Eigenkapital in Höhe von 56,6 Mio. Euro betrage die Eigenkapitalquote 20 Prozent.

Weiteres kräftiges Wachstum meldet Jenbacher beim Auftragseingang, der in den ersten zehn Monaten um 28 Prozent auf 298 Mio. Euro (Vorjahr: 233 Mio. Euro) gestiegen sei. Zum Stichtag am 31. Oktober 2002 hätten die Aufträge einen Stand von 371 Mio. Euro erreicht, 55 Prozent mehr als im Vorjahr.

Ihren bislang größten Auftrag im Wert von acht Mio. Euro haben die Österreicher aus Russland erhalten. Jenbacher werde insgesamt zehn Blockheizkraftwerk-Module mit Gasmotoren der größten Baureihe (Modell 620) an den russischen Energieversorger Baschkirenergo liefern, hieß es. Die Anlagen sollten mit Erdgas betrieben werden und die Stadt Sibai mit 25.000 Einwohnern mit Strom und Wärme versorgen. Durch ihre Lage am Fuß des Ural sei die Stadt extremen Temperaturschwankungen von minus 40 bis plus 30 Grad Celsius ausgesetzt. Die Wärmeversorgung der Haushalte reiche im Winter oft nicht aus. Mit Hilfe der Jenbacher Anlagen, die eine elektrische und thermische Gesamtleistung von 55,4 Megawatt erreichten, solle in Zukunft die Nahwärmeversorgung sicher gestellt werden.

Das Jahr 2002 sei von den außerordentlichen Belastungen aus dem forcierten Aufbau neuer Märkte geprägt, bilanziert die Jenbacher AG; insgesamt erwarte man aufgrund der guten Auftragslage jedoch ein zufrieden stellendes Ergebnis und einen Umsatzzuwachs im zweistelligen Prozentbereich.
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