16.12.02 Anleihen / AIF

16.12.2002: Einspeisevergütung für Windstrom im internationalen Vergleich

In der Windenergie-Branche gewinnt das Auslandsgeschäft immer mehr an Bedeutung. ECOreporter.de präsentiert daher einen Überblick über die Einspeisevergütung für Windstrom in einigen ausgewählten Ländern.

Belgien
Zertifikat-Regelung garantiert einen Minimalpreis in Höhe von 5,0 cent/kWh für zehn Jahre. Energieversorger, die sich von der Verpflichtung zur CO2-freien Stromerzeugung freikaufen wollen, müssen in diesem Jahr 7,5 cent/kWh zahlen. In 2003 steigt dieser Maximalpreis auf 10,0 und in 2004 auf 12,5 cent/kWh.

Dänemark
Die meisten Windstromerzeuger erhalten zurzeit 8,1 cent/kWh. Für neu errichtete Anlagen gilt: Vergütung gemäß Marktpreis plus Bonus (ergibt insgesamt 3,3 bis 5,7 cent/kWh).Markt für Grüne Zertifikate geplant. Für die Experten der BTM Consult ist Dänemark zurzeit der Markt mit den schlechtesten Konditionen in Europa (gemessen an der Höhe der Einspeisevergütung).

Deutschland
Maximale Vergütung mindestens für die ersten fünf Betriebsjahre, Herabstufung je nach Ertragskraft des Standortes. An sehr guten Standorten erfolgt die Herabstufung schon nach fünf Jahren, an schlechten Standorten ist die maximale Vergütung sogar 20 Jahre und länger möglich (Regelung durch Erneuerbare-Energien-Gesetz vom 25.2.2000).

Frankreich
Der Betreiber erhält in den ersten fünf Jahren die Maximalvergütung. Nach Ablauf dieses Zeitraumes schließt sich eine zehnjährige Periode an, in der sich die Vergütung aus der durchschnittlichen jährlichen Stromproduktion der ersten fünf Jahre errechnet und - je nach Standort - auf bis zu 3,05 cent/kWh absinken kann.

Griechenland
Private Windstromerzeuger erhalten 90% des üblichen Verbrauchspreises als Vergütung, Energieversorger 70 %. Außerdem sind Investitionskostenzuschüsse möglich.

Großbritannien
Markt für grüne Zertifikate (Renewable Obligation Certificates, ROC) im Aufbau. Die ROCs werden den Stromerzeugern voraussichtlich etwa 3,6 cent/kWh einbringen. Einnahmen aus dem Stromverkauf (etwa 3,0 cent/kWh) und Gutschrift für erneuerbare Energien (etwa 0,7 cent/kWh) erhöhen die Einnahmen auf maximal etwa 7,3 cent/kWh.

Irland
Im Rahmen der fünften Ausschreibungsrunde erhielten Windenergieprojekte Stromeinspeiseverträge (Power Purchase Agreements, PPA) zwischen 4,5 und 5,3 cent/kWh bei einer Laufzeit von 15 Jahren.

Italien
Marktpreis (etwa 5 cent/kWh) plus Einnahmen aus dem Verkauf Grüner Zertifikate (etwa 7,2 cent/kWh) ergibt eine Maximalvergütung von rund 12,2 cent/kWh.

Japan
Feste Einspeisevergütung über 17 Jahre. Außerdem sind Investitionskostenzuschüsse möglich.

Niederlande
Maximale Vergütung in Höhe von 7,71 cent/kWh.

Portugal
Die Einspeisevergütung hängt von den Standortbedingungen ab. Außerdem sind Investitionskostenzuschüsse in Höhe von maximal 40% möglich.

Spanien
Ähnlich wie in Deutschland gibt es in Spanien eine feste Einspeisevergütung, allerdings nur für Windparks, deren Nennleistung unter 50 MW liegt. Der Erzeuger regenerativer Energie kann im spanischen Modell zwischen zwei Vergütungsoptionen wählen. Die erste Möglichkeit der Vergütung garantiert einen Fixpreis für jede produzierte Kilowattstunde. In der zweiten Option setzt sich der Vergütungspreis aus zwei Komponenten zusammen. Basis ist ein Bonus, der unabhängig von der Energiequelle gezahlt wird. Hinzu kommt eine variable Komponente, die sich wie der Fixpreis am durchschnittlichen Marktpreis für Strom orientiert. Die Anpassungen werden im jährlichen Turnus vorgenommen. Der zusätzlich zum durchschnittlichen Marktpreis für Strom vergütete Bonus für die zweite Option lag in 2001 unverändert bei 2,9 cent/kWh.

Schweden
Feste Vergütung in Höhe von 4,64 cent/kWh. Außerdem sind Investitionskostenzuschüsse in Höhe von 15% möglich.

USA
Marktpreis plus Production Tax Credit (PTC) in Höhe von 0,017 $/kWh (gewährt von der US-Bundesregierung für die ersten zehn Betriebsjahre). PTC ist noch bis mindestens Ende 2003 möglich.

(Stand: Oktober 2002)

Nicole Paul
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