01.06.03

1.6.2003: Meldung: Lem AG: Zahlen zum Geschäftsjahr 2002/03

- Resultat für das am 31. März 2003 abgeschlossene Geschäftsjahr
- LEM-Struktur wird der Marktlage angepasst

Im Geschäftsjahr 2002/03 hat die LEM Gruppe einen Umsatz von CHF 150.4 Mio. - ohne Berücksichtigung der CHF 6.5 Mio. aus nicht weitergeführten Aktivitäten - erzielt. In Lokalwährungen entspricht dies einem Wachstum von 1.4 %, in Schweizerfranken jedoch einer Einbusse von 3.9 %. Das Betriebsergebnis (EBIT) beträgt infolge der Reorganisationskosten in Höhe von CHF 3.1 Mio. CHF 0.9 Mio. (CHF 5.7 Mio. im Vorjahr). Zusammen mit einem einmaligen Verlust von CHF 1.5 Mio. aus dem Verkauf des Bereichs "Hochstrom-Systeme" resultiert im vergangenen Geschäftsjahr ein Nettoverlust von CHF 4.9 Mio, verglichen mit einem Reingewinn von CHF 1.9 Mio im Vorjahr.

Restrukturierungen und Devestitionen belasten das Resultat Die schwache Konjunkturlage hielt auch im per 31.März abgelaufenen Geschäftsjahr 2002/03 an. Auch wenn sich die Situation stabilisiert und der Auftragseingang in einigen Bereichen zugenommen hat, wurden seit Mitte 2002 weitere Restrukturierungsmassnahmen vom Management initiiert, welche LEM zu einer gesunden Ertragskraft zurückzuführen werden. Die entsprechenden Pläne werden umgesetzt und die notwendigen Rückstellungen wurden im vergangenen Geschäftsjahr gebildet. Die Kosten für diese Massnahmen betragen insgesamt CHF 3.1 Mio.. Die Restrukturierungen haben zum Ziel, die Kosten zu senken: Vereinfachung der Organisationsstrukturen (z.B. Schliessung der Verkaufsstellen in Lyon und Nürnberg), Straffung der Produktevielfalt (z.B. weniger Sonderausführungen von Komponenten und Schaffung von Instrumentenplatform) und Reduktion der Fertigungstiefe durch Outsourcing von Teilen der Produktion in Genf, Skemersdale (UK) und Wien.

Die letzte Woche publizierte Entscheidung, die Hochstrom-Systeme zu verkaufen, führt zu einem einmaligen Verlust in der Höhe von CHF 1.5 Mio., welcher als ausserordentlicher Verlust auf nicht weiter geführte Aktivitäten ausgewiesen wird und keinen Einfluss auf den EBIT hat.

Vergleich der Ergebnisse 2002/03 und 2001/02
Im Vergleich zu unseren letzten Prognosen im Februar mussten zusätzlich CHF 2.1 Mio. an Rückstellungen gebildet werden. Zusammen mit tieferen Umsätzen führte dies zu einem EBIT von CHF 0.9 Mio. gegenüber CHF 5.7 Mio. im Vorjahr. Der negative Einfluss der Wechselkurse verminderten den Umsatz um CHF 10.4 Mio. und den EBIT um CHF 2.6 Mio. Trotz dieser negativen Auswirkungen konnten wir die Bruttomarge auf über 47% halten. Die Entscheide, die Fabrikation von Geräten für die digitale Aufzeichnung von Fehlern und Störungen in der Stromversorgung und -verteilung (Digital Fault Recorders - DFR) in den Vereinigten Staaten einzustellen und NANALEM in Japan zu restrukturieren, zeitigten im Geschäftsjahr 2002/03 ihre volle Wirkung mit Einsparungen von total CHF 2 Mio..

Der Aufwand für Forschung und Entwicklung (8.3% vom Umsatz) wurde neu gerichtet, ja gar trotz Konjunkturflaute verstärkt, um die Entwicklung leistungsfähiger und innovativer Produkte zu beschleunigen.

Der Nettofinanzaufwand sank - vorab dank niedrigeren Zinssätzen - von CHF 3.5 Mio. auf CHF 2.8 Mio.. Das erklärt auch den höheren Nettoimmobilienertrag. Dieser stieg von CHF 0.4 Mio. im Geschäftsjahr 2001/02 auf CHF 0.8 Mio. im Zeitraum 2002/03. Die Steuern belaufen sich auf CHF 2.1 Mio. (CHF 0.4 Mio. im Vorjahr). Im letzten Geschäftsjahr hatten wir negative latente Steuern von CHF 0.7 Mio. gegen eine Aufwendung für latente Steuern von CHF 1.1 Mio. für 2002/03, die keinen Einfluss auf die flüssigen Mittel haben.

Den Verlust von CHF 1.5 Mio. aus nicht weitergeführten Aktivitäten beziehen sich auf die Devestition der Hochstrom-Systeme.

Der Nettoverlust für 2002/03 beläuft sich auf CHF 4.9 Mio., verglichen mit einem Nettogewinn von CHF 1.9 Mio. für 2001/02. In Anbetracht dieses Ergebnisses schlägt der Verwaltungsrat vor, für das Geschäftsjahr 2002/03 auf die Ausschüttung einer Dividende zu verzichten.

Bilanz und Cashflow
Der Mittelfluss aus Geschäftstätigkeit ist, dank einer Reduktion des Nettoumlaufvermögens, um CHF 5.8 Mio. auf CHF 14.0 Mio. gestiegen. Der Mittelfluss aus Investitionstätigkeit beträgt CHF 9.6 Mio. (CHF 15.0 Mio. im Vorjahr). Dies resultiert in einem Free Cash-flow ohne Berücksichtigung von Akquisitionen von CHF 8.1 Mio gegenüber CHF 1.0 Mio. im Vorjahr. Die Nettverschuldung ist um CHF 3.1 Mio. auf CHF 63.5 gesunken, davon betreffen CHF 26.1 Mio. industrielle Aktivitäten.

Immobilien
Für den Verkauf der CTN-Immobilien führen wir gegenwärtig Verhandlungen mit Investoren, welche bereits eine Vertraulichkeitserklärung unterzeichnet haben.

Geschäftsentwicklung
Der Umsatz von LEM Components stieg um 1.5 % in lokaler Währung (-5 % in Schweizerfranken). Verglichen mit dem Vorjahr nahmen die Aufträge um 12 % zu. Diese Zunahme beim Bestellungseingang ist vor allem im Segment Industrie in Europa, aber auch in Asien feststellbar. Die Nachfrage auf dem nordamerikanischen Markt bleibt schwach. Ende Januar konnten wir die Akquisition des Wandlergeschäfts des japanischen Herstellers HINODE in Tokio abschliessen. In zwei Monaten trug dieser Erwerb bereits CHF 0.6 Mio. zum Umsatz von LEM Components
bei.

Der Gesamtumsatz von LEM Instruments bleibt (in lokaler Währung ausgedrückt) stabil, entspricht jedoch einem Minus von 5.7 % in Schweizerfranken. Dank der Auslieferung grosser Aufträge für Digital Fault Recorders und Power Quality Systeme Ende März, war der Umsatz im normalerweise schwächeren 4. Quartal auf Vorquartalshöhe. Der Umsatz des POWER Segments stieg im letzten Jahr, derweil der Umsatz bei den traditionellen Messgeräten stagnierte. Insgesamt büsste der Auftragseingang 1 % ein, war aber 4 % höher als der Umsatz, was sich für das neue Geschäftsjahr positiv auswirken wird.

LEM Ventures verzeichnete mit 8.2 % in lokaler Währung ein internes Wachstum (0.5 % in Schweizerfranken). Der Erwerb von Universal Technics SAS, im Geschäftsbereich für neun Monate voll konsolidiert, trug mit zusätzlich CHF 1.5 Mio Stromzangen zum Wachstum von LEM Ventures bei. Im Automobil-Sektor blieb der Umsatz bescheiden, da wir erst Vorserien und Prototypen liefern. Der 2001 unterzeichnete Vertrag wurde erweitert, obwohl der Lieferbeginn auf das Jahr 2004 verschoben wurde. Wir haben auch einen zusätzlichen Vertrag mit einem Zulieferer abgeschlossen. Bei beiden Aufträgen geht es um Batterieüberwachung, wobei der neue Auftrag Anwendungen betrifft, die eine in den USA gesetzlich geforderte Reduktion des Kraftstoffverbrauchs ermöglichen sollen. Kumuliert werden die beiden Aufträgen zu einem Umsatz im Zeitraum von 2004-2008 von insgesamt CHF 90 Mio. führen.

Aussichten
Trotz ungewisser Marktlage sind wir zuversichtlich, dass die Anpassung der Gruppenstruktur, kombiniert mit den geplanten, neuen Marktallianzen LEM im kommenden Geschäftsjahr 2003/04 zur Rentabilität zurückführen wird.
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