16.03.06 Anleihen / AIF

16.3.2006: Anlagecheck: Vergleichsweise sichere (Sonnenstrom-)Bank: Solar Generation Fund I der voltwerk AG bietet sonnige Erträge bei überschaubarem Risiko

An vier verschiedenen Solarkraftwerken beteiligen sich Anleger, die Anteile des "Solar Generation Fund I" der Hamburger voltwerk AG kaufen. An Standorten Jengen, Rasch und Dietmannsried (Bayern) und in Saarbrücken hat das Unternehmen Solarstrom-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 6300 Kilowatt peak (kWp) errichtet. Anleger können per Kommanditbeteiligung ab einem Einsatz von 5000 Euro einsteigen. Besonderen Wert haben die Hamburger auf ein ausgefeiltes Sicherheitskonzept gelegt. Der "Preis" für das überschaubare Risiko: die vergleichsweise bescheidene Rendite von 7,08 Prozent vor Steuern. Stehen Sicherheit und Ertrag bei dem Angebot der voltwerk im richtigen Verhältnis? ECOreporter.de hat den Solar Generation Fund I für Sie geprüft.


Zwei Gesellschaften an vier Standorten bringen Risikostreuung

Der Solarfonds setzt sich aus den beiden Betreibergesellschaften voltwerk Solarpark 7 GmbH & Co. KG ("Solarpark 7") und voltwerk Solarpark 12 GmbH & Co. KG ("Solarpark 12") zusammen. Die Solarpark 7 kauft das Solarkraftwerk in Saarbrücken mit einer Gesamtleistung von 1838 kWp. Die Solarpark 12 erwirbt das Eigentum an den drei bayerischen Anlagen mit einer Gesamtleistung von zusammen 4462 kWp. Die vier Kraftwerke wurden die bereits im Oktober 2005 an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. Die Aufsplitterung des Projektes auf verschiedene Standorte klingt kompliziert, sie bringt jedoch klare Vorteile für den Anleger, da so das risiko gestreut wird. Das Eigenkapital, das die Kommanditisten in die Gesellschaften einbringen, wird unter den beiden Betreibergesellschaften aufgeteilt: zu 30,41 Prozent beteiligen sich die Anleger an der Solarpark 7 und zu 69,59 Prozent an der Solarpark 12. Insgesamt 8,17 Millionen Euro will voltwerk für die Projekte einsammeln, das Investitionsvolumen beläuft sich auf 27,71 Millionen Euro. Aus Fremdkapital werden demnach 19,84 Millionen Euro des Vorhabens finanziert. Die Laufzeit des Fonds beträgt 20 Jahre. Laut Christoph Marx, Sprecher der voltwerk AG, liegt der aktuellen Zeichnungsstand bei 96 Prozent.



Moderate Kostenstruktur

Die Weichkosten, also die Aufwendungen, die nicht unmittelbar dem Investitionsvorhaben zugerechnet werden können, erscheinen im Verhältnis zu den am Markt üblichen Angeboten hier eher moderat. Intern werden beim "Solar Generation Fund I" cirka acht Prozent Vertriebsprovision bezogen auf das Eigenkapital eingerechnet, zuzüglich eines Agios von fünf Prozent. Das ergibt eine Provision von 13 Prozent für den Vertrieb, marktüblich ist eine Marge von 15 bis 20 Prozent. Die gesamten Weichkosten (ohne Projektentwicklungskosten) belaufen sich auf 8,80 Prozent des Eigenkapitals, inklusive der Projektentwicklungskosten kommt man auf 23,88 Prozent.


Mehrstufiges Sicherheitskonzept


Drei Ertragsgutachten hat die Initiatorin für die vier Standorte der Solarparks in Auftrag gegeben. Der Mittelwert aus den drei Gutachten der SunTechnics Solartechnik GmbH, des Deutschen Wetterdienstes und der Fachhochschule Lübeck wurde für die Berechnungen zugrunde gelegt. Zusätzlich dazu wurden die Stromerträge durch eine deutsche Versicherung über Ertragsgarantien abgesichert. Sollten die Solarparks weniger als 90 Prozent ihrer Basiserträge erreichen, gleicht die Versicherung die fehlenden Erträge aus. Der Fonds trägt somit ein Maximalverlustrisiko von zehn Prozent der Basiserträge.

Weitere Sicherheitskomponenten des Solar Generation Fund I sind die Leistungsgarantie der Conergy AG auf die Module und ein Vollwartungsvertrag für die Wechselrichter über die gesamte Laufzeit des Fonds. Hinter dem Vollwartungsvertrag steht die Conergy Renewables Services GmbH, der Vertrag ist durch die jeweiligen Liefereranten der Komponenten rückgedeckt. Bei den vier Solarkraftwerken kommen 35.000 poly- und monokristalline Solarmodule des japanischen Herstellers Sharp zum Einsatz. Die Wechselrichter mit einem Nennwirkungsgrad von bis zu 95 Prozent bezieht die Projektiererin von der Conergy AG, Konzernmutter der voltwerk, und von der Siemens AG. Der prognostizierte jährliche Stromertrag liegt laut der Initiatorin nach Sicherheitsabschlägen bei 6,26 Millionen Kilowattstunden.

Ein weiteres Plus: Auch die in der Wirtschaftlichkeitsberechnung vorgesehene schnelle Bildung einer Kapitalrücklage innerhalb der ersten drei Jahre bringt Sicherheit für den Anleger.


Ertrag 7,08 Prozent vor Steuern

Als Reaktion auf die Ende 2005 beschlossene Änderung der steuerlichen Rahmenbedingungen für geschlossene Fonds gab die voltwerk AG einen Nachtrag zum Emissionsprospekt des Solar Generation Fund I heraus. Demnach liegt der Interne Zinsfuß vor Steuern für die Beteiligungen bei 7,08 Prozent, nach Steuern ergäben sich 6,15 Prozent, so voltwerk. Die kumulierte Ausschüttung beläuft sich auf insgesamt 230 Prozent, daraus errechnet sich eine durchschnittliche jährliche Ausschüttung von 11,5 Prozent.


Fazit

Das Angebot der voltwerk AG wirkt schlüssig und plausibel. Wer sich mit der vergleichsweise bescheidenen Rendite zufrieden gibt, erhält ein solide strukturiertes Produkt mit überschaubarem Risikopotential. Angesichts des in vielen Details gut durchdachten Beteiligungsangebots, stellt sich allerdings die Frage, ob ein solcher Fonds nicht auch mit geringeren Vertriebsprovisionen zu platzieren wäre. Die Provision von 13 Prozent liegt unter der marktüblichen Marge, vor dem Hintergrund des möglichen Gewinns für den Anleger erscheint sie dennoch recht hoch.


Das Angebot im Überblick

Anbieter des Fonds: voltwerk AG, Hamburg
Name des Fonds: Solar Generation Fund I
Gesamtinvestition: 27,71 Millionen Euro
Eigenkapital: 8,17 Millionen Euro
Mindestbeteiligung der Anleger: 5000 Euro
Gesellschaftsform: GmbH & Co. KG
Agio: 5 Prozent
Laufzeit: 20 Jahre
Unabhängige Mittelverwendungskontrolle? Ja
Platzierungsgarantie? Nein
Standard IDWE S 4 eingehalten? Nein
Erfahrung des Anbieters im Solarfondsbereich: Ja
Wie viele Solarfonds hat der Anbieter bisher angeboten? 14
Haben Gesellschafter eigene Auskunfts-, Einsichts- und Kontrollrechte nach HGB? Ja


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Bilder: Solarmodule im Solarpark Saarbrücken des Solar Generation Fund I / Quelle: voltwerk AG
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