Nachhaltige Aktien, Meldungen

16.4.2007: Börsengänge in Europas Aktienmärkten rückläufig - London weiter führend

Mit 137 Börsengängen (Initial Public Offerings - IPOs) sind Europas Aktienmärkte verhalten in das Emissionsjahr 2007 gestartet. Mit einem Volumen von zusammen 10,59 Milliarden Euro zwischen Januar und März lagen die gehandelten Werte um 15 Prozent unter dem Niveau des ersten Quartals 2006. Verglichen mit dem Schlussquartal des Vorjahres fiel der Umfang der Transaktionen um 70 Prozent niedriger aus. Zu dieser Einschätzung gelangt die Wirtschaftsprüfungs- und
Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) in ihrer neuesten Vierteljahresanalyse "IPO Watch Europe".

Auch wenn sich die Aktivitäten im ersten Quartal wie traditionell immer ruhig bewegten, zeigte die Entwicklung laut PwC in den ersten drei Monaten dieses Jahres eine aufsteigende Tendenz: Im Unterschied zu Januar und Februar, deren Emissionsvolumen deutlich unter den Vorjahreswerten lag, fielen die IPO-Erlöse im März mit 7,28 Milliarden Euro um rund 900 Millionen Euro höher aus als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das durchschnittliche IPO-Volumen im ersten Quartal 2007 habe sich gegenüber dem Vergleichswert von 2006 um sieben Millionen Euro auf 93 Millionen Euro verbessert. Diese Entwicklung weise auf ein wieder freundliches Emissionsklima hin und lasse ein gutes Börsenjahr 2007 erwarten. Zudem hätten die europäischen Börsen im ersten Quartal trotz ihres verhaltenen Starts den Vorsprung vor den US-Märkten gewahrt, so PwC weiter. So gingen an NYSE, Nasdaq und Amex von Januar bis März 64 Unternehmen an die Börse, acht mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Emissionsvolumen erreichte nach 9,94 Milliarden (2006) jedoch nur noch 9,19 Milliarden

In Europa konnte die Deutsche Börse im ersten Quartal mit 17 Börsengängen hinter London (59) und der Gemeinschaftsbörse Euronext (25) den dritten Rang behaupten. Im Bereich Emissionsvolumen empfahl sich die Osloer Börse als europäischer Senkrechtstarter. Mit sechs Börsengängen im Gesamtvolumen von 689 Millionen konnte der nordeuropäische Handelsplatz in den letzten drei Monaten hinter London (59 IPOs mit einem Volumen von 8,53 Milliarden Euro), aber noch vor der Euronext (25 IPOs, 566 Millionen Euro) den zweiten Platz erobern. In Frankfurt dagegen sanken die IPO-Erlöse gegenüber dem ersten Quartal 2006 von 480 Millionen auf 252 Millionen Euro. Der Entry Standard für Wachstumswerte zog im ersten Quartal dieses Jahres 12 Börsengänge mit einem Gesamtvolumen von 49 Millionen Euro an, nach 9 IPOs mit einem Volumen von 42 Millionen Euro im Vorjahr.

Mit einem Volumen von rund 5,3 Milliarden Euro zog London im ersten Quartal 2007 die Hälfte aller europäischen Groß-Emissionen an sich. Der Erstnotierung des Verpackungsherstellers Smurfit Kappa (knapp 1,5 Milliarden Euro), folgten die Listings des Sportartikelvermarkters Sports Direct International (rund 1,4 Milliarden Euro) und der Investmentfonds 3i Infrastructure und BH Marco (zusammen gut 1,9 Milliarden Euro). Der Börsengang des russischen Erdöl-Dienstleisters Integra Group führte zu einem Erlös von gut 500 Millionen Euro. Auch bei den Erstnotierungen außereuropäischer Unternehmen konnte London seine Dominanz im ersten Quartal 2007 behaupten. Das Emissionsvolumen von insgesamt 15 IPOs erreichte eine Größenordnung von 2,47 Milliarden Euro.
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