16.06.05 Nachhaltige Aktien , Meldungen

16.6.2005: KPMG-Studie sieht "Nachhaltigkeitsberichterstattung auf dem Vormarsch"

Die Berichterstattung zu Nachhaltigkeitsfragen ist in immer mehr Unternehmen auf dem Vormarsch. Das ist das Ergebnis einer Studie der Wirtschaftpr?fungsgesellschaft KPMG. Laut der Untersuchung "International Survey of Corporate Responsibility Reporting 2005" legen immer mehr Unternehmen Rechenschaft ?ber ihr Engagement im umweltbezogenen Wirtschaften oder sozialen Bereich ab. So erg?nze bereits ?ber die H?lfte (52 Prozent) der 250 f?hrenden Unternehmen aus der "Fortune 500"-Liste (GFT250) ihren Gesch?ftsbericht durch einen Nachhaltigkeitsbericht. Finanzdienstleister und Versicherer h?tten im Branchenvergleich am st?rksten zugelegt. Im L?ndervergleich l?gen deutsche Unternehmen mit einer Quote von 36 Prozent auf Platz 5.

Im Rahmen der Studie hat KPMG eigenen angaben zufolge die Nachhaltigkeitsberichte der jeweils 100 gr??ten Unternehmen in 16 L?ndern sowie der GFT250 ausgewertet. Die KPMG-Studie 2005 setze die seit 1993 im Dreijahresrhythmus durchgef?hrten Untersuchungen fort, hie? es.

Im internationalen Vergleich weisen laut dem Bericht Unternehmen aus Japan und Gro?britannien die h?chsten Quoten in der Nachhaltigkeits-Berichterstattung auf: Hier legten bereits 80 Prozent beziehungsweise 71 Prozent der lokalen "Top 100"-Unternehmen Rechenschaft ?ber ihr Umwelt- und Sozialengagement ab. Deutsche Unternehmen verbesserten sich den Angaben zufolge um vier Prozentpunkte in der Bewertung auf 36 Prozent und rangieren weiterhin auf Platz 5. Den gr??ten Sprung im Vergleich zu 2002 h?tten Unternehmen in Kanada, Frankreich, Italien, Spanien und S?dafrika gemacht.

Deutlich ver?ndert hat sich laut der Studie die Quote der Finanzdienstleister und Versicherer, die einen Nachhaltigkeitsbericht vorlegen. Nachdem vor drei Jahren erst jedes vierte Unternehmen (24 Prozent) ?ber einen Nachhaltigkeitsreport erstellt habe, seien es heute bereits ?ber die H?lfte (57 Prozent). Michael Fahrbach, Fachmann für Nachhaltigkeitsmanagement bei KPMG Deutschland: "Grund daf?r d?rfte unter anderem sein, dass immer mehr Anleger sich daf?r interessieren, wie und wo ihr Geld investiert wird. Auch wird vermehrt darauf geachtet, welchen Einfluss Kreditinstitute auf die Nachhaltigkeit anderer Unternehmen nehmen, etwa durch ihre Kreditvergabe."

Traditionell w?rden ferner Unternehmen mit relativ hohen Umweltauswirkungen vorne liegen, hie? es weiter: So h?tten in der Chemie- und Kunststoffindustrie sowie in der Pharmazeutik alle untersuchten Unternehmen (100 Prozent) Nachhaltigkeitsberichte ver?ffentlicht. Auch Elektronik- und Computerhersteller (91 Prozent), die Automobilindustrie (85 Prozent) sowie die ?l- und Gasbranche (80 Prozent) l?gen ?ber dem Durchschnitt.

Hauptmotiv für die Herausgabe eines Nachhaltigkeitsberichtes sind wirtschaftliche ?berlegungen (74 Prozent), hat die Studie ergeben. Konkret h?tten 39 Prozent den Zugang zu Kapital oder einen gesteigerten Shareholder Value genannt. Jedes zweite Unternehmen (53 Prozent) f?hre ethische Motive als Beweggrund an, ebenso viele Aspekte wie Innovation und Lernen. F?r knapp die H?lfte (jeweils 47 Prozent) seien Mitarbeitermotivation und Risikomanagement beziehungsweise -verringerung Anlass für die Herausgabe eines Nachhaltigkeitsberichts.

Professor George Molenkamp, Leiter von KPMG Global Sustainability Services: "Welche Bedeutung die Nachhaltigkeit für die Finanzm?rkte hat, zeigen Instrumente wie der "Dow Jones Sustainability Index" oder auch der "FTSE4 Good Index" und die Einrichtung von Nachhaltigkeitsfonds. Die Einrichtung des Emissionshandels in der EU sowie die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls haben das Bewusstsein für finanzielle Auswirkungen von Klimaver?nderungen gesch?rft."
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x