16.07.02

16.7.2002: Studie zu Nachhaltigkeit bei Computerherstellern: Produktion in Billig-Lohn-Ländern wenig sozial

Hewlett-Packard setzt sich im "Corporate Responsibility Rating" der Münchener oekom research AG im internationalen Vergleich der acht führenden Computerhersteller an die Spitze. Die Rating Agentur hat nach eigenen Angaben die Umwelt- und Sozialleistung von sieben Unternehmen anhand von 200 Kriterien bewertet. Dabei sei eine Skala von A+ bis D - angelegt worden. Hewlett-Packard (US) konnte sich der Untersuchung zufolge in der aktuellen Untersuchung mit der Bewertung B- knapp vor Apple (US), ebenfalls B-, platzieren. Den dritten Rang habe das japanische Unternehmen NEC mit einem C+ belegt.
"Schwermetalle, verschiedenste Kunststoffe und bromierte Flammschutzmittel sind noch immer Bestandteile von Computern. Dies führt zu Komplikationen bei der Entsorgung ausgedienter Geräte", so Evelyn Bohle, Analystin bei oekom research.
Das mangelnde Engagement der Unternehmen verwundere, denn die aktuellen Umweltgesetze würden die Rücknahme und Entsorgung von Altgeräten durch die Hersteller künftig vorschreiben. Viele Unternehmen vertrieben ihre Geräte schon heute mit Rücknahmegarantien und griffen damit den Gesetzen vor; durch den Einsatz bedenklicher Stoffe würden sie die Problematik der umweltgerechten Entsorgung auf ihre eigenen Schultern laden.
Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: Sozialstandards seien bei Computerherstellern noch wenig ausgeprägt. Viele Arbeitsverträge böten zwar eine übertarifliche Entlohnung, jedoch kaum Kündigungsschutz oder Sozialprogramme im Fall von Entlassungen - bei der derzeitigen instabilen Lage des Sektors ein hoher Unsicherheitsfaktor für die Arbeitnehmer. Auch umfassende Sozialstandards für Zulieferer suche man vergebens. Da viele Unternehmen verstärkt die Produktion auslagerten und ihre Komponenten von Firmen in Billig-Lohn-Ländern bezögen, sei dies ein großer Mangel.
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