Nachhaltige Aktien, Meldungen

16.8.2006: EECH-Gruppe weist Vorwürfe der Insolvenzgefährdung und Überschuldung zurück

Gestern Nachmittag meldete die Hamburger EECH GROUP AG vorläufige Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2006. Demnach hat sie nach dem Bilanzierungsstandard IFRS einen Konzernüberschuss von Euro 3,2 Millionen Euro erzielt. Doch kurz zuvor hatte eine in München ansässige Kanzlei um den Anlegerschutzanwalt István Cocron dem Unternehmen vorgeworfen, überschuldet und unmittelbar von Insolvenz bedroht zu sein. Auf Nachfrage von ECOreporter.de wies Melanie Cordes von der Rechtsabteilung der EECH diese Darstellung zurück. "Was die Verluste angeht, so entspricht das nicht der Wahrheit", stellte Cordes fest. Auch am Vorwurf der Insolvenzgefahr sei "nichts dran".

Die Münchener Kanzlei warf der EECH-Gruppe vor, trotz der Ausgabe von Inhaberschuldverschreibungen in Höhe von mehr als 62 Millionen Euro im Jahr 2005 einen Verlust von rund 4 Millionen Euro erwirtschaftet zu haben. "Aufgrund der Überschuldung der Gesellschaft sollten Anleger prüfen lassen, ob sie ihre noch nicht fälligen Inhaberschuldverschreibungen außerordentlich kündigen können, um keinen Ausfall ihrer Forderung am Ende der Laufzeit zu riskieren", heißt es in der Darstellung von Anwalt Cocron.

Laut der EECH stellt sich der Sachverhalt dagegen wie folgt dar:
"Die EECH Group AG hat in der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns für das abgelaufene Jahr 2005 einen Konzernfehlbetrag in Höhe von 3.100.632,22 Euro ausgewiesen. Bei dem in der Gewinn- und Verlustrechnung ferner ausgewiesenen Betrag in Höhe von 4.333.212,13 Euro handelt es sich hingegen um den Bilanzverlust, mithin um die bis zum Stichtag insgesamt aufgelaufenen Verluste." Weder durch diesen Jahresverlust noch durch den aufgelaufenen Bilanzverlust sind laut der Hamburger Gesellschaft Anlegergelder in Gefahr. Auch trete durch einen Bilanzverlust "keinesfalls automatisch eine Überschuldung im insolvenzrechtlichen Sinne ein". Eine Insolvenz der EECH-Gruppe droht nach deren eigenen Angaben nicht, "erst recht nicht unmittelbar".

"Im übrigen handelt es sich bei der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung um einen Konzernabschluss; eine etwaige - ohnehin abwegige Überschuldung - eines einzelnen, konzernangehörigen Unternehmens würde damit ohnehin nicht zu der Überschuldung der EECH-Gruppe führen", so die EECH Group AG weiter. Das Unternehmen will seinen Halbjahresbericht 2006 mit den endgültigen Zahlen Ende August 2006 veröffentlichen.

An der Frankfurter Börse legte die Aktie der EECH bis zum Abend einen satten Kurssprung von rund 45 Prozent hin, allerdings bei geringen Umsätzen. Die Käufer sind unbekannt. Um 18:40 Uhr war der Anteilsschein 0,97 Euro wert. Auf Jahressicht hat sie dennoch rund 50 Prozent verloren. Anfang 2002 hatte sie noch um 10 Euro notiert.

ECOreporter.de hat über die EECH in der Wachhundrubrik (lesen Sie dazu etwa den ECOreporter.de-Beitrag vom Januar 2006).

European Energy Consult Holding AG (EECH): ISIN DE0006852809 / WKN 685280

Bildhinweis: Die EECH-Gruppe setzt unter anderem auf Solarenergie / Quelle: ECOreporter.de
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