16.09.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

16.9.2004: Praktika statt Jobs - Werden Hochschulabsolventen von Nachhaltigkeitskonzernen mit System ausgebeutet?

Sie haben ihre Universitätsausbildung erfolgreich abgeschlossen, sind mehrsprachig, verfügen bereits über umfassende Praktikaerfahrungen und suchen einen Job? Dann werden Sie von Konzernen wie die adidas-Salomon, DaimlerChrysler, Siemens oder der Deutschen Bank gerne eingestellt. Doch nicht als angemessen honorierte Fachkräfte, sondern nur als Praktikanten. Das geht aus einem Bericht von Report Mainz hervor, in dem von einer immer weiter um sich greifenden Praxis die Rede ist. Demnach haben auch in Nachhaltigkeitsfonds und -indices enthaltene Unternehmen wie die oben genannten offenbar ein eigenwilliges Verständnis vom fairen Umgang mit ihren Beschäftigten. So sprach eine Personalreferentin von adidas-Salomon in dem Fernsehbeitrag von einer "wunderbaren Chance" für junge Leute, "Erfahrungen zu sammeln". Dabei müssen laut Report beim Sportartikelhersteller Praktikanten bereits umfassende Erfahrungen vorweisen. Die hochqualifizierte Hochschulabsolventen würden mit 750 Euro monatlich brutto entlohnt. "Das ist ein sehr schönes Praktikantengehalt. Hiermit kommt man gut über die Runden", so die Vertreterin des Konzerns, der im 1. Halbjahr 2004 den Gewinn um 39 Prozent steigerte. In seinem aktuellen Sozial- und Umweltbericht legt er Wert darauf, dass bei seinen Zulieferern durch Arbeitnehmer erzielte Produktivitätssteigerungen anerkannt und belohnt werden.

adidas-Salomon AG: ISIN DE0005003404 / WKN 500340
DaimlerChrysler AG: ISIN DE0007100000 / WKN 710000
Deutsche Bank AG: ISIN DE0005140008 / WKN 514000
DaimlerChrysler AG: ISIN DE0007236101 / WKN 723610

Bildhinweis: Kein Praktikant, auch mehr als angemessen bezahlt: Basketballstar Tim Duncan / Quelle: adidas-Salomon AG
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