Erneuerbare Energie

17.10.2006: Solarstrom bringt in Äthopien Licht in Hütten und Schulen

Von Heinz Siebold -
Aus einem vor zwei Jahren gegründeten Förderverein ist jetzt die "Stiftung Solarenergie e.V." mit Sitz in Freiburg geworden. 750 Privatpersonen und Unternehmen haben das Stiftungskapital von 50 000 Euro zusammengetragen. Die ehrenamtlich tätigen Stiftungsgründer sind der ehemalige SAG Solarstrom-Vorstand Harald Schützeichel und sein damaliger Pressesprecher York Ditfurth im Beirat ist unter anderem der Fernsehjournalist Franz Alt aus Baden-Baden vertreten. Stiftungszweck ist die Förderung von Solarenergie - und zwar dort, wo die Sonne praktisch das ganze Jahr scheint und dennoch viele Menschen unter einem Mangel an Strom leiden, in Afrika. Die Stifter haben jetzt bekannt gegeben, dass derzeit bereits das zweite Projekt zur Versorgung von Menschen in Äthiopien mit Solarstrom realisiert wird. Bereits im letzten Jahr wurden 140 Kilometer nördlich von Addis Abeba 30 Hütten und drei Schulen mit Kleinsolarstromanlagen ausgerüstet. Zuvor kam das Licht aus rußenden Lampen, die mit Kerosin gespeist wurden. Nun wird ein weiteres Dorf in der gleichen Region Mida mit Solaranlagen ausgerüstet, das bislang Strom mit einem Dieselgenerator erzeugte.

Die Stiftung Solarenergie arbeitet in Äthiopien eng mit der Hilfsaktion "Menschen für Menschen" des früheren Schauspielers Karlheinz Böhm zusammen. Preiswerter, umwelt- und gesundheitsverträglich erzeugter Strom ist für äthiopische Lebensverhältnisse mehr als eine technische Neuerung. "In den Schulen kann nun Abendunterricht für die Kinder angeboten werden, die tagsüber arbeiten müssen", berichtet Harald Schützeichel, der am kommenden Montag erneut nach Äthiopien reisen wird, um die Projektkoordination vor Ort zu übernehmen. Installiert werden die Solarmodule, Batterien und das Zubehör von einheimischen Handwerkern, die Benutzer zahlen ein geringes Entgelt, für Wartung und Reperatur wird Fachpersonal ausgebildet. Das neue Projekt hat ein Volumen von 300 000 Euro, beim ersten waren es 50 000 Euro. Die Stiftung Solarenergie versteht ihre entwicklungspolitische Hilfe als Impuls für die betreffenden Länder, selbst tätig zu werden. Der Erfolg des ersten Projektes - die Anlagen spenden zuverlässig Strom, der bezahlt wird - hat die Stifter ermutigt, in Addis Abeba ein Büro zu eröffnen, das über Mikrokredite finanzierte Projekte auch in anderen Provinzen anstoßen und staatliche Stellen dafür gewinnen will. Das dritte Projekt ist schon in Planung und außer für Licht sorgt bereits jetzt der Solarstrom für die Kühlung von Medikamenten in Krankenstationen. Zudem sollen künftig nicht mehr herkömmliche Energiesparlampen verwendet werden, sondern neuartige und stromsparende LED-Leuchten. Das Geld wird die Stiftung wieder vornehmlich als Spenden zusammenbringen müssen, denn das Stiftungskapital ist derzeit noch zu bescheiden, um nennenswerte Zinserträge abzuwerfen. Zustifter können mit Beiträgen ab 100 Euro das Kapital vergrößern.

Bildhinweis: Photovoltaik-Projekte eröffnen vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern Möglichkeiten zur Verbesserung der Lebensqualität / Quelle: Unternehmen
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