17.11.05 Erneuerbare Energie

17.11.2005: Ungl?ckliche Verkettung von Umst?nden - Ursache des t?dlichen Biogas-Unfalles aufgekl?rt

Die Ursache des t?dlichen Biogas-Unfalles in Rhadereistedt, bei dem Anfang letzter Woche vier Menschen starben, steht nun offenbar fest. Das Ungl?ck hatte sich bei der Anlieferung von Reststoffen ereignet. Wie die Polizeiinspektion Rotenburg mitteilte, liegen jetzt erste Ermittlungsergebnisse des eingeschalteten Chemikers vor, die R?ckschl?sse auf die Unfallursache zulassen. Demnach hat eine Verkettung chemischer Reaktionen zu dem t?dlichen Ungl?ck gef?hrt. Die Wirkung habe sich aufgrund eines Defektes im Annahmebereich der Biogasanlage entfalten k?nnen.

Es seien verschiedene Abf?lle angeliefert und ?ber Schlauchverbindungen in den Vorratsbeh?lter gepumpt worden. Der Elektromotor einer gro?formatigen Klappe ?ber der Anlieferungsgrube habe einen Defekt aufgewiesen und offengestanden. M?glicherweise habe daher die Absaugvorrichtung in der Grube keine Wirkung entfalten k?nnen. Die angelieferte Substanz sei stark schwefelhaltig und alkalisch gewesen. Bei der Mischung des stark sulfidhaltigen Materials mit dem bereits vorhandenen sauren Abfall habe sich augenblicklich in dem Vorratsbeh?lter t?dlicher Schwefelwasserstoff in einer extrem hohen Konzentration gebildet, der sich in der Halle verteilt habe. Beg?nstigt worden sei dieser Prozess durch die eingeschalteten R?hrwerke in der Grube und die hohe Temperatur der abgelassenen Fl?ssigkeit. Durch offenen Deckel habe sich das t?dlich wirkende Gas in der Halle ausbreiten k?nnen. Schwefelwasserstoff sei in niedrigen Konzentration stark ?belriechend, in hohen Konzentrationen aber werde er vom Menschen nicht mehr wahrgenommen, da er dann den Geruchssinn blockiere.

Derzeit ist nach Angaben der Polizei ein Sachverst?ndigenteam beauftragt, den Betrieb der Biogasanlage zu begutachten. Ein weiterer Sachverst?ndiger soll zur L?ftungstechnik Stellung nehmen. Die Untersuchung der entnommenen Proben und die Bewertung der chemischen und mikrobiologischen Prozesse w?rden von einem Sachverst?ndigen und einem Chemiker des Landeskriminalamtes Niedersachsen bewertet. Die Ermittlungen des Zentralen Kriminaldienstes in Rotenburg dauern an. Wie mitgeteilt wurde, d?rfen in der Anlage nur Materialien angeliefert werden, deren Zusammensetzung vorher analysiert wurde und für die eine Anlieferungsgenehmigung vorliegt. Nach bisherigen Erkenntnissen seien keine Materialien angeliefert worden, die diese Genehmigungen nicht hatten.

Laut der Rotenburger Kreiszeitung dringt der im bayerischen Freising ans?ssige Fachverband Biogas auf eine vollst?ndigen Aufkl?rung des schweren Unfalls. In den Tagen nach dem Ungl?ck sei an den Fachverband "eine gewisse Verunsicherung" herangetragen worden. Bundesweit g?be es ihm zufolge zur Zeit mehr als 2.000 Biogasanlagen, von denen zehn Prozent jenem Typ in Rhadereistedt entspr?chen. Der Gro?teil der bundesweiten Anlagen verarbeite nur nachwachsende pflanzliche Rohstoffe sowie G?lle. Der Fachverband Biogas sei sehr daran interessiert, an einer stetigen Verbesserung der Technologie sowie der Arbeitsabl?ufe in den Anlagen mitzuwirken.

Bildhinweis: Einsatzkr?fte der Feuerwehr mit Atemschutzger?ten nach dem Biogas-Unfall in Rhadereistedt/ Quelle: Polizeiinspektion Rotenburg
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